Robotik-Forschungsprojekt

Roboter, die Menschen ansprechen und um Hilfe bitten

| Redakteur: Beate Christmann

Eine Tür als unüberwindbares Hindernis für Assistenzroboter: Im Forschungsprojekt Frame wollen Wissenschaftler Robotern beibringen, Menschen als Unterstützer zu identifizieren und sie um Hilfe zu bitten.
Eine Tür als unüberwindbares Hindernis für Assistenzroboter: Im Forschungsprojekt Frame wollen Wissenschaftler Robotern beibringen, Menschen als Unterstützer zu identifizieren und sie um Hilfe zu bitten. (Bild: TU Ilmenau)

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Im Verbundprojekt Frame wollen Wissenschaftler der TU Ilmenau Robotern beibringen, Menschen anzusprechen, damit diese ihnen in bestimmten Situationen zur Hand gehen können. Gemeinsam mit weiteren Partnern aus Forschung und Industrie ist es das Ziel, dass Roboter Menschen als mögliche Unterstützer erkennen, Kontakt zu ihnen aufnehmen und sie dazu motivieren, ihnen zu helfen.

Roboter sollen Menschen in der Regel die Arbeit abnehmen und erleichtern. Häufig sind sie dabei jedoch auf menschliche Unterstützung angewiesen. Das nun gestartete Forschungsprojekt Frame („Assistierte Fahrstuhlnutzung und Raumzutritt für Roboter durch Einbeziehung von Helfern“), das von der TU Ilmenau angeführt wird, will Robotern deswegen nun beibringen, zufällig in ihrer Nähe befindliche Personen zu erkennen, aktiv mit ihnen Kontakt aufzunehmen und sie um Hilfe zu bitten.

Alltagsprobleme: Türen öffnen, Fahrstühle benutzen

Moderne Assistenzroboter scheitern im Alltag daran, Türen zu öffnen, die ihnen den Weg versperren, oder Fahrstühle zu benutzen. Damit sie von Robotern bedient werden können, müssen Türen und Fahrstühle derzeit mit einer Fernsteuerung nachgerüstet werden, oder die Roboter werden mit Manipulatoren ausgerüstet, um selbst aktiv werden zu können. Beide Methoden sind aber kaum praxistauglich, weil die Nachrüstung zeit- und kostenaufwändig ist. Im Projekt Frame will man dieser Problematik nun Herr werden.

Damit Roboter in Alltagssituationen erfolgreich agieren können, erfordern diese beiden Handlungen von ihnen innovative Grundfertigkeiten: eigenständig zu erkennen, welche Aktionen erforderlich sind; Personen zuverlässig wahrzunehmen; zu ermitteln, ob diese potenziellen Helfer bereit sind, sie zu unterstützen; sich im Umfeld mehrerer Personen sicher zu bewegen; einen Dialog zu führen und den konkreten Unterstützungsbedarf zu äußern. Sind Roboter zu all dem in der Lage, eröffnet sich ihnen in Zukunft eine Vielzahl von Einsatzfeldern: in Kliniken und Pflegeheimen, in Behörden und öffentliche Gebäude bis hin zum Handel, dem Hotel- und Gaststättengewerbe und der industriellen Produktion.

Vom Bundesforschungsministerium gefördertes Verbundprojekt

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in einem Wettbewerb im Rahmen des Förderschwerpunktes „Autonome Roboter für Assistenzfunktionen: Interaktive Grundfertigkeiten“ ausgewählt worden und wird bei Gesamtkosten von 1,77 Mio. Euro mit 1,59 Mio. Euro für dreieinhalb Jahre gefördert.

Partner des Projekts:

  • TU Ilmenau, Fachgebiet Neuroinformatik und Kognitive Robotik (Koordinator)
  • RWTH Aachen, Fachgebiet Computer Vision
  • Cibek Technology + Trading, Limburgerhof
  • Sibis Institut für Sozialforschung und Projektberatung, Berlin
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund
  • UST Umweltsensortechnik, Geschwenda
  • Metra-Labs, Ilmenau
  • Rudolf Elle Waldkrankenhaus, Eisenberg

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Partnerportal Maschinenmarkt.de.

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