Instandhaltungsroboter Roboter inspiziert Offshore-Windkraftanlagen unter Wasser

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Fast 1500 Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee müssen regelmäßig inspiziert und kontrolliert werden – auch unter Wasser. Bisher kommen oftmals Industrietaucher zum Einsatz. Mit einem von der Fraunhofer-Forschungsgruppe Smart Ocean Technologies (SOT) entwickelten Unterwasserroboter soll sich das bald ändern.

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Zeichnung des geplanten Inspektionsroboters auf Basis eines BlueROV2. Neu sind der Radantrieb, ein optronisches System und Sensormanschetten.
Zeichnung des geplanten Inspektionsroboters auf Basis eines BlueROV2. Neu sind der Radantrieb, ein optronisches System und Sensormanschetten.
(Bild: Fraunhofer SOT Rostock)

Als Basis verwenden die Forschenden den Tauchroboter BlueROV2 und statten ihn mit einem neuartigen Radantrieb (Crawling Skid) aus, damit eine Bewegung direkt am zu untersuchenden Objekt möglich wird. Zusätzlich bekommt der ROV (Remote Operated Vehicle) ein optronisches System zur visuellen und geometrischen Umgebungserfassung. Laut Fraunhofer kann so eine exakte Erfassung des Ist-Zustands der zu untersuchenden Unterwasserinfrastruktur in relativ kurzer Zeit vorgenommen werden. Weiterhin sollen so genannte Sensormanschetten die Überwachung von Schweißnähten deutlich vereinfachen. Diese können durch das ROV regelmäßig angefahren und ausgelesen werden. Um eine exakte Navigation auch ohne den Einsatz eines teuren Inertialsystems zu ermöglichen, soll mittels visueller Wegbestimmung, einem MEMS-Inertialsystem, Drucksensoren und den Drehlageinformationen des Radantriebs eine kostengünstige Alternative entwickelt werden. In einer weiteren Ausbaustufe soll es schließlich möglich sein, direkte Wartungsarbeiten an der Unterwasserinfrastruktur durchzuführen – etwa das großflächige Auftragen von Korrosionsschutz.

Erste Tests im Oktober 2021

Vier Fraunhofer-Institute bündeln bei diesem Projekt ihre Kompetenzen im Bereich der Unterwassertechnik: das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS sowie das Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP. Erste Tests des neuen Systems sind im Oktober 2021 in der Rostocker Warnow geplant.

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