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Cyber-Security

Roboter soll Fabriken vor Hacker-Angriffen schützen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Der kleine Roboter Honey Bot soll Fabriken und Anlagen vor Hackerangriffen schützen – und zwar, indem er die Angriffe auf sich selbst lenkt. Das Alarmsystem wurde von Forschern des Georgia Institute of Technology entwickelt.

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Der kleine Honey Bot soll im Kampf gegen Hacker helfen, indem er als Köder dient.
Der kleine Honey Bot soll im Kampf gegen Hacker helfen, indem er als Köder dient.
(Bild: gatech.edu)

Er ist so klein, dass er in einen Schuhkarton passt, aber ist in wichtiger Mission unterwegs: Der „Honey Bot“ soll Fabriken und Anlagen vor Hackern schützen. Honey Bot ist ein kleiner Roboter, der ähnlich wie sogenannte Honeypots – zu deutsch Honigtöpfe – funktionieren soll. Honeypots sind bestimmte Systeme oder Programme, die schon seit einigen Jahren von IT-Experten eingesetzt werden, um ganz bewusst Cyber-Kriminelle anzulocken. Die Software ist besonders einfach zu hacken – damit locken sie Cyber-Kriminelle an und sammeln wichtige Erkenntnisse über die Attacken, etwa wie die Angreifer vorgehen, welche Schadsoftware sie benutzen und auf welche Informationen sie es abgesehen haben.

Kleiner Roboter soll Aufmerksamkeit auf sich ziehen

Der Honey Bot soll ganz ähnlich funktionieren - nur eben als physische Variante in der Form eines Roboters. Raheem Beyah von der School of Electrical and Computer Engineering der Georgia Tech erklärt: „Roboter erledigen heute vielseitigere Aufgaben als jemals zuvor. Manche Firmen setzen sie nicht nur bereits zur Fließbandarbeit ein, sondern auch als frei bewegliche Maschinen, die sich selbständig auf dem Fabrikgelände orientieren können.“ Ein Hacker könnte in solchen Fällen viel Schaden anrichten: „Der Minimalschaden wäre, dass sie die Produktion sabotieren. Mit größeren Robotern könnte man aber auch ganze Teile der Fabrik zerstören oder dort arbeitende Menschen verletzen oder sogar töten.“

Der Honey Bot hingegen ist vollkommen ungefährlich. „Der Roboter könnte in einer Fabrik einfach regungslos in der Ecke hocken und erst in Bewegung geraten, wenn ein Hacker darauf zugreift.“ Der Hacker selbst soll nicht merken, dass er gerade nur einen Honey Bot hackt und in der Fabrik hätte man ein klares visuelles Zeichen, dass jemand die Einrichtung angreift. Dass dieser tatsächlich einen physikalischen Schaden verursacht, sei ausgeschlossen. „Der Hacker kann zwar glauben, dass der Bot Amok läuft. In Wirklichkeit führt er aber nur ganz harmlose Aufgaben aus“, versichert der Wissenschaftler.

Hacker könnten andere Wege finden

Dass traditionelle Honeypots nun auch als physikalische Variante in Form eines Roboters zum Einsatz kommen sollen, hält Kaspersky-Analyst Christian Funk für einen interessanten Ansatz: „Damit wird dieses Konzept auf eine völlig neue Ebene gehievt. Das bringt frischen Wind in die Sache.“ Allerdings hat der Fachmann auch Bedenken, ob der Roboter in der Praxis auch das halten kann, was er verspricht: „Vor einigen Jahren hatten Honeypots wesentlich mehr Relevanz als heute. Mittlerweile gibt es durchaus auch andere Wege, um Hackern auf die Schliche zu kommen.“

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