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Batterietechnologie

Robotergestützte Batteriemodulfabrik montiert 55 Module pro Schicht

| Redakteur: Sariana Kunze

In Trondheim, Norwegen, werden künftig in einer robotergestützte Batteriemodulfabrik von Siemens 55 Batteriemodule pro Schicht für den Marine- und Offshoremarkt montiert.

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Elektrifizierungspotenzial im Marine- und Offshoremarkt: Bisher wurde der Markt weitgehend von Elektrofähren angetrieben, aber auch Fischerboote, Arbeitsschiffe für die Aquakultur und Offshore-Anlagen bieten Potenzial für die Zukunft.
Elektrifizierungspotenzial im Marine- und Offshoremarkt: Bisher wurde der Markt weitgehend von Elektrofähren angetrieben, aber auch Fischerboote, Arbeitsschiffe für die Aquakultur und Offshore-Anlagen bieten Potenzial für die Zukunft.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Siemens hat in Trondheim, Norwegen, eine der fortschrittlichsten und robotergestützten Batteriemodulfabriken weltweit eröffnet. Zukünftig werden hier täglich 55 Batteriemodule pro Schicht für den Marine- und Offshoremarkt montiert. „Wir gehen davon aus, dass dieser Markt in Zukunft deutlich wachsen wird. Aus diesem Grund haben wir stark in die Entwicklung sicherer und zuverlässiger Batterielösungen investiert“, sagt Bjørn Einar Brath, Leiter Offshore Solutions bei Siemens.

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Montage von Batteriemodulen läuft komplett automatisiert ab

Die Fabrik umfasst eine robotisierte und digitalisierte Produktionslinie mit acht Roboterstationen mit einer Kapazität von bis zu 300 Megawattstunden pro Jahr. Vom Auspacken der eingehenden Produktionsteile bis zur Prüfung des fertigen Batteriemoduls läuft die Montage komplett automatisiert ab. Eine Batterie besteht hierbei aus neun Batteriemodulen, wobei sich jedes Modul aus 28 Batteriezellen zusammensetzt.

In maritime Batteriesysteme wird investiert

Bislang waren norwegische Unternehmen führend bei der Elektrifizierung des Schiffsverkehrs. Mit der globalen Entscheidung, stark in maritime Batteriesysteme zu investieren, wächst das Interesse an Siemens auch auf dem internationalen Markt. „Wir sehen auch außerhalb Norwegens ein großes Interesse an solchen Lösungen. Die neue Batteriefabrik wird also vor allem einen internationalen Markt bedienen“, ist sich Brath sicher. Aufgrund Norwegens Vorreiterrolle in der Elektrifizierung sowie Trondheims Technologie- und Produktionsumfeld für elektrische Lösungen in Schiffen und Offshore-Anwendungen fiel die Wahl des Standorts auf Trondheim. „In Trondheim haben wir uns in den vergangenen Jahren ein Kompetenzzentrum für Elektro- und Hybridlösungen aufgebaut. Wir sind nun für die Entwicklung neuer Batteriesysteme verantwortlich“, sagt Anne Marit Panengstuen, CEO bei Siemens AS.

Elektrifizierungspotenzial ist groß

Bisher wurde der Markt weitgehend von Elektrofähren angetrieben, aber auch Fischerboote, Arbeitsschiffe für die Aquakultur und Offshore-Anlagen bieten ein großes Potenzial für die Zukunft. So erhielt die Fabrik vor kurzem ihren ersten Auftrag zur Montage von Batterien für den Einsatz auf einer Bohrinsel. West Mira, eine Bohrinsel des internationalen Bohrunternehmers Northern Drilling, wird damit die weltweit erste Bohranlage sein, die mit einer modernen Batterielösung betrieben wird. Für solch eine Bohranlage wird geschätzt, dass eine Batterielösung den jährlichen Kraftstoffverbrauch um zwölf Prozent, die jährlichen Kohlenstoffdioxid-Emissionen um fünfzehn Prozent und die jährlichen Stickoxide-Emissionen um zwölf Prozent reduzieren kann.

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