Forschung Roboter als Paketzusteller

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Auch die Paketdienste leiden unter dem Fachkräftemangel. Ein Roboter könnte schon bald die Lücken füllen.

So ähnlich könnte es ausgesehen haben als letzte Woche an der TU Braunschweig eine Vorführung stattfand, bei der ein autonomer Transportroboter Pakete zugestellt hat – ganz ohne menschliches Zutun. (Bild:  TU Braunschweig)
So ähnlich könnte es ausgesehen haben als letzte Woche an der TU Braunschweig eine Vorführung stattfand, bei der ein autonomer Transportroboter Pakete zugestellt hat – ganz ohne menschliches Zutun.
(Bild: TU Braunschweig)

Ein Roboter liefert das Paket an die Haustür. Was sich anhört wie ein Szenario aus der fernen Zukunft, ist im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts schon ein Stück weit Wirklichkeit geworden, wie die dpa erfahren hat. Denn Wissenschaftler von der Technischen Universität (TU) Braunschweig und anderen Einrichtungen erprobten bereits zwei Jahre lang den Einsatz von zwei miteinander vernetzten, autonomen Fahrzeugen. Und Ende letzter Woche stellten sie das Vorhaben in der niedersächsischen Stadt vor. Bei einer Vorführung war zu sehen, wie ein großes Fahrzeug, das als mobiles Zwischenlager fungiert, auf dem Gelände der TU heranrollte und zwei Pakete transportierte. In einem nächsten Schritt brachte ein kleiner Lieferroboter die beiden Sendungen etwa hundert Meter weit um die Ecke, wo ein Mensch die Pakete entgegennahm. Die testweise Zustellung gelang also ohne einen menschlichen Paketboten. Das große Fahrzeug hat den Angaben zufolge ein Ladevolumen von bis zu 9 Kubikmetern und damit so viel wie ein mittelgroßer Transporter. In das kleinere Zustellfahrzeug passen bis zu 30 Pakete. Das avisierte Ziel ist es demnach, die sogenannte letzte Meile ohne das Zutun von Menschen zu absolvieren. Die Roboter sollen vor allem in Städten genutzt werden, wo viele Menschen Pakete empfangen. Ein Regelbetrieb könnte in mittlerer Zukunft erfolgen – also in fünf bis zehn Jahren.

Gut drei Milliarden Pakete suchen ihren Bestimmungsort

Als positiven Aspekt des Robotereinsatzes nennen die Beteiligten Wissenschaftler auch die gute CO2-Bilanz, denn schließlich fährt kein Transporter mit Verbrennungsmotor mehr bis vor die Haustür des Empfängers. Auch das große Problem mit dem Fachkräftemangel könne man so deutlich abmildern. Denn tatsächlich sucht die Paketbranche angesichts der hohen Sendungszahl (rund dreieinhalb Milliarden Pakete im Jahr allein in Deutschland) händeringend Arbeitskräfte. Roboter könnten dabei helfen, wenn sie denn einmal wirklich massenweise alltagstauglich sein sollten. Das zugrundeliegende Projekt heißt übrigens „LogiSmile - Last-mile logistics for autonomous goods delivery“. Getestet wurde auch nicht nur in Braunschweig, sondern auch in der Nähe von Barcelona und in Ungarn, wobei externe Partner mit eingebunden waren. Ganz mechanisch ist der Ablauf in dem Roboterkonzept aber nicht, müssen die Forscher noch zugeben. Bei der Vorführung in Braunschweig bringt ein Mensch die Pakete nämlich noch vom mobilen Zwischenlager in den kleinen Zustellroboter. Die Übergabe habe aber bei dem Projekt nicht im Zentrum gestanden, machen die Experten klar. Im Fokus des Projekts habe nämlich die Zusammenarbeit der beiden Roboter gestanden, die durch ein System überwacht und koordiniert werden. Und das hat funktioniert.

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