Automatica 2016

Robotik und Automation im Zentrum von Industrie 4.0

| Redakteur: Sandra Häuslein

Ein Ziel in der Robotik ist es, die Stärken von Mensch und Maschine zu verbinden. 89 % der Befragten in der Automatica Trend-Umfrage 2016 zum Einsatz von Robotern in der Industrie finden es sehr wichtig bzw. wichtig, dass Kollaborative Roboter, also Mensch-Roboter-Teams, die kreativen Fähigkeiten der Werker mit den Präzisionsfähigkeiten von Robotern verbinden.
Ein Ziel in der Robotik ist es, die Stärken von Mensch und Maschine zu verbinden. 89 % der Befragten in der Automatica Trend-Umfrage 2016 zum Einsatz von Robotern in der Industrie finden es sehr wichtig bzw. wichtig, dass Kollaborative Roboter, also Mensch-Roboter-Teams, die kreativen Fähigkeiten der Werker mit den Präzisionsfähigkeiten von Robotern verbinden. (Bild: ABB Automation)

Die Robotik und Automation in Deutschland hat 2015 das Rekord-Umsatzvolumen von 12,2 Mrd. Euro erreicht. Der Trend geht weiter wie die Automatica Trend-Umfrage 2016 zeigt: 81 Prozent der befragten Industrie-Manager prognostizieren auch einen Roboter-Boom für den deutschen Mittelstand. Im Fokus liegen intelligente Mensch-Roboter-Teams.

„Die Automatisierungsbranche ist im Umbruch“, sagt Falk Senger, Geschäftsführer Messe München auf der Hauptpressekonferenz zur Automatica 2016. Um weitere Zukunftsthemen im Bereich Robotik und Automation ableiten zu können, wurden in der Automatica Trend-Umfrage 2016 100 Manager, die deutschlandweit in Unternehmen über den Einsatz von Automatisierungstechnik wie Roboter entscheiden, über deren Einsatz von Industrierobotern befragt. Demnach halten 83 Prozent der Industrie-Entscheider Roboter für einen Schlüsseltechnologie der Industrie 4.0.

Rekord-Umsatzwachstum im Bereich Robotik und Automation

Das spiegelt auch der Umsatzwachstum im Bereich Robotik und Automation in Deutschland (Inland + Export) wieder. Dieser ist 2015 auf 12,2 Mrd. Euro gestiegen. Das bedeutet ein Plus von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im allgemeinen Maschinenbau gab es von 2014 auf 2015 eine Seitwärtsbewegung, also kein Wachstum, was deutlich zeigt, das der Bereich Robotik und Automation einen absoluten Trend darstellt. Auch für 2016 rechnet der VDMA-Verband Robotik und Automation mit einem Wachstum von 2 Prozent, also einem Umsatz von 12,5 Mrd. Euro.

Dabei schlüsselt sich der Bereich Robotik und Automation in drei Segmente:

  • 1. Industrielle Bildverarbeitung
  • 2. Integrated Assembly Solutions (vormals Montage- und Handhabungstechnik)
  • 3. Robotik

Bei der VDMA-Wachstumsprognose für das laufende Jahr hat die Industrielle Bildverarbeitung die Nase vorn. Hier wird der Branchenumsatz 2016 voraussichtlich um 8 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro steigen. Für die Robotik wird ein moderater Zuwachs von 2 Prozent und für die Integrated Assembly Solutions eine Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen Rekordniveau von 6,9 Mrd. Euro erwartet.

Intelligente Kombination von Mensch und Robotik fokussieren

Der Bestand an Industrierobotern steigt stetig an. Laut der IFR World Robotics 2015 gab es 2014 1,5 Mio. installierte Industrieroboter weltweit. Bis 2018 wird mit einem Anstieg aub 2,3 Millionen gerechnet.

Dabei spielt vor allem die intelligente Kombination von Mensch und Robotik eine große Rolle. Dazu zählen Mobile Plattformen und Roboter, die autonom zwischen den Menschen navigieren, Mensch-Roboter-Kollaborationen, die Bildverarbeitung, die bei Handarbeitsplätzen für eine „Null-Fehler-Qualität“ sorgen soll und mobile Geräte wie Tablets und Wearables als intelligente Helfer. Zu dieser Entwicklung zitierte Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer VDMA Robotik und Automation, David A. Mindell, Pionier der autonomen Robotik am Massachusetts Institute of Technology (MIT):„Die höchste Form der Technologie ist nicht die vollständige Automation oder die vollständige Autonomie, sondern Automation und Autonomie, die sehr schön und elegant mit dem menschlichen Bediener verbunden ist.“ So sehen es auch die befragten Entscheider der Automatica Trend-Umfrage 2016. 89 Prozent empfinden die Mensch-Roboter-Teams in Zeiten von Industrie 4.0 sehr wichtig bzw. wichtig, um die kreativen Fähigkeiten der Werker mit den Präzisionsfähigkeiten von Robotern zu verbinden.

Das Video zeigt den Einsatz eines Roboters in einer Schreinerei. Der Handwerker stellt die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter aus seiner Sicht dar.

Qualität der Arbeitsplätze deutlich verbessern

Daher werden wohl in Zukunft menschliche und maschinelle Fähigkeiten intelligenter kombiniert als jemals zuvor. Das soll nicht nur die Produktivität erhöhen, sondern auch die Qualität der Arbeitsplätze deutlich verbessern. Durch smarte Assistenzsysteme können Handarbeitsplätze in der variantenreichen Montage ergonomischer und fehlerfrei gestaltet werden. Mit der Mensch-Roboter-Kollaboration wird der Roboter zum Assistenten des Werkers. Während einfache, repetitive und körperlich anstrengende Tätigkeiten zunehmend automatisiert werden, spielt der Mensch mit seiner besonderen Urteilsfähigkeit, Flexibilität und Kreativität auch in Zukunft die zentrale Rolle. „Wir sehen also nicht, dass die Zahl der Beschäftigten durch den steigenden Einsatz von Robotern sinkt“, sagt Patrick Schwarzkopf. Eine Statistik aus der Automobilindustrie in Deutschland zeigt beispielsweise, dass der Roboterbestand dort um 17 Prozent seit 2010 angestiegen ist, aber auch die Beschäftigten in der Automobilindustrie ein Wachstum von 13 Prozent verzeichnet haben. Die digitale Transformation der Arbeitswelt stelle dabei aber auch neue Anforderungen an das Bildungssystem, so der Appell des VDMA-Experten.

Aussteller-Rekord auf der Automatica 2016

Die Messe München freut sich besonders über den Roboter-Boom, denn auch die Automatica, weltgrößte Messe für Robotik und Automation, verzeichnete einen historisch höchsten Anmeldestand von 839 Ausstellern. Damit legt sie im Vergleich zu 2014 um 16 Prozent zu. Dementsprechend hat sich auch die Messefläche vergrößert: Auf 66.000 m² können Besucher in die Welt der Robotik und Automation abtauchen. Die Quadratmeterzahl ist schwierig zu realisieren? Sie entspricht rund zehn Fußballfeldern – während der Fußballeuropameisterschaft sicherlich ein gelungenes Beispiel. (sh)

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