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Drehgeber Saugfabrik spuckt Inseln aus

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Die Technik an Bord eines Schiffes auf hoher See sollte extreme Belastungen aushalten können. Doch das klappt nicht immer. So überstanden die Drehgeber an den Winden des Laderaum-Saugbaggerschiffs Reimerswaal bislang nicht mal ein Jahr. Eine verschleißfreie Lösung mit einem induktiven Drehgeber von Turck hält jetzt durch.

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Die Automatisierungstechnik auf der Reimwerswaal muss besonders robust sein, um den extremen Einsatzbedingungen auf hoher See standzuhalten.
Die Automatisierungstechnik auf der Reimwerswaal muss besonders robust sein, um den extremen Einsatzbedingungen auf hoher See standzuhalten.
(Bild:Turck)

Mit ohrenbetäubendem Getöse saugen die Baggerschiffe rund 320 Mio. m3 Sand und Kies vom Meeresgrund auf und spucken sie wieder aus, um über 200 künstliche Inseln vor der Küste Dubais aufzutürmen. Die Inselgruppe „The Palm Jumeirah“ gehört zu dem bekanntesten Neuland, das durch sogenannte Hopperbagger geschaffen wurde.

Doch schon lang davor hatten die Niederländer begonnen, auf diese Weise künstliche Sandbänke aufzuschütten, um ihre Küste zu schützen. Denn mehr als ein Viertel der Niederlande liegt unter dem Meeresspiegel. Daher verwundert es kaum, dass unsere Nachbarn Weltmarktführer in Wasserbautechnik sind. Diese Disziplin ist nämlich unter anderem wichtig, um Küsten vor Erosion und Flutschäden zu schützen.

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Teil dieser Technik sind eben diese Hopperbagger. „Der korrekte deutsche Begriff Laderaum-Saugbaggerschiff liefert nicht nur eine rekordverdächtige Scrabble-Punktzahl, sondern bezeichnet ziemlich exakt, was ein Hopperbagger eigentlich ist: Ein Schiff, das Sand und Kies vom Meeresboden und aus Flussbetten baggert und in seinen Laderaum absaugt“, erklärt Alfred Steenbergen, Vertriebsspezialist bei Turck in den Niederlanden, der sich das genau angesehen hat.

Er berichtet, was die Bagger können: sie vertiefen so Fahrrinnen für Schiffe und fördern Kies und Sand – Rohstoffe, die im Straßenbau oder zur Betonherstellung benötigt werden. Die Spezialschiffe können das Kies-Sand-Wasser-Gemisch auch durch eine Pumpe am Bug wieder auswerfen, um so künstliche Sandbänke zu erzeugen. Wegen des dabei entstehenden regenbogenförmigen Strahls spricht man hier auch von Rainbowing.

Spezialschiff voller Hightech

Einer der weltweit größten Hopperbagger mit Trockenentladeanlage ist die Reimerswaal, die über eine Laderaumkapazität von 6.000 m3 verfügt und von Reimerswaal Dredging betrieben wird. Das Familienunternehmen hat über 45 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Sand- und Kiesgewinnung auf Fluss- und Meeresböden. „Die Hightech-Schiffe des Unternehmens wurden im Lauf der Jahre immer mit der neuesten Technologie ausgestattet, um den Anforderungen bestmöglich gerecht werden zu können, hat Steenbergen herausgefunden. Rund 130 m lang und 22 m breit ist das Spezialschiff. Mit einem 90 cm dicken Rohr saugt es den Meeresboden in bis zu 60 m Tiefe ab und pumpt das Sand-Kies-Gemisch in seinen Lagerraum. Dort wird der Gesteinsbrei entweder entwässert und mit dem schiffseigenem Schaufelradbagger auf einem der Förderbänder an Land transportiert oder über die „Rainbow-Pumpe“ ausgeworfen.

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