Drehgeber

Saugfabrik spuckt Inseln aus

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Spezialisten für maritime Automation

Die gesamte elektronische Steuerung und Installation des Schiffs stammt vom niederländischen Elektrotechnik-Ingenieurbüro EL-Tec Elektrotechnologie. Maritime Automation ist eines der wichtigsten Standbeine des 50-Mann-Unternehmens in Hattem. Für die Reimerswaal realisierte EL-Tec die gesamte elektrische Installation sowie die Automation des Baggersystems inklusive des 6-kV-Anschlusses für die Installation der 1.800-kW-Tauchpumpe.

„Die Steuerung des Saugrohrs gehörte auch zum Auftrag“, berichtet Steenbergen weiter. Ausgefahren und gelenkt wird das zentrale Saugrohr über drei Stahltaue, die über elektrische Winden eingeholt und ausgelegt werden. Drei Drehgeber an den Winden erfassen das Ausrollen und Einholen der Stahltaue. Zwei weitere Encoder sind an den Seilwinden montiert, die die beiden Pfahlanker auf dem Vor- und Achterschiff senken und heben. Die Pfahlanker können bis zu 18 m unter Kiel gefahren werden und so das Schiff zum Entladen auch ohne Anlegestelle sicher am Meeres- oder Flussboden fixieren. Der Steuermann bedient die Winden zur Senkung der Pfahlanker von seiner Brücke aus.

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Häufiger Ausfall magnetischer Geber

Bisher arbeiteten an allen fünf Winden magnetische Drehgeber mit integrierter Profinet-Schnittstelle. Allerdings mussten sie häufig wegen mechanischer Defekte ausgetauscht werden. Hochseeeinsatz ist für Elektronik-Komponenten eine unwirtliche Umgebung. Wellen schlagen über Deck. Gischt sprüht um den Bug und im Fall der Reimerswaal kommt zum aggressiven Salzwasser auch noch Sand hinzu. Da half auch die Metallabdeckung nicht viel, die der Hersteller der Winde zum Schutz der Drehgeber montiert hatte. Am Messingflansch der Winde selbst drang trotzdem Wasser ein, das zudem auch nicht mehr aus dem Schutzgehäuse abfließen konnte.

„In einem Jahr fielen vier von fünf Encodern aus“, beziffert Sander Lensen, Programmierer bei EL-Tec, den Verschleiß. Er muss es wissen. Im Servicefall mussten er und seine Kollegen den neuen Drehgebern stets wieder eine IP-Adresse zuweisen und die Geräte teachen. Aus diesen Gründen wünschte der Betreiber Reimerswaal Dredging eine bessere Drehgeberlösung für die fünf Winden auf dem Saugbaggerschiff.

„Der neue Drehgeber sollte verschleißfrei sein und durch das technische Personal auf der Reimerswaal selbst ausgetauscht werden können“, beschreibt Dick de Vries, Leiter der Service Abteilung bei EL-Tec, die zentralen Anforderungen an einen neuen Encoder. „Wir suchten daher einen Drehgeber, der keine mechanische Verbindung zur Welle der Winde hat und dauerhaft dicht bleibt. Da gab es dann im Grunde nur noch den Encoder von Turck.“

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