Suchen

Antriebstechnik

Schaltschrank adé – jetzt wirklich?

| Autor/ Redakteur: Karin Pfeiffer / Robert Weber

Dezentral scheint die Marschroute der Automatisierer zu sein. Schneider Electric zeigt ein neues Verteilungskonzept. Auf der Pressekonferenz verriet das Unternehmen mehr über den Lexium 62 ILD, der Anfang 2016 auf den Markt kommen soll.

Firmen zum Thema

Die dezen­trale Automatisierung liegt im Trend. Kommt das Ende für den Schaltschrank?
Die dezen­trale Automatisierung liegt im Trend. Kommt das Ende für den Schaltschrank?
( Bild: WLAN / TheGuyCalledDennis, Flickr.com / BY-SA 2.0 )

Zu den Megatrends in der Automatisierung zählen die Standardisierung und Modularisierung von Maschinen. Maschinenbauer müssen heute modular arbeiten. Das rührt von den sich sehr schnell verändernden Anforderungen der Kunden im Markt. „Die Produktlebenszyklen in den Konsumenten-Märkten werden immer kürzer, die Kundenwünsche immer individueller“, erklärt Jürgen Lieber, Product Manager High PerformanceX bei Schneider Electric. Seine Erfahrung: Maschinenbauer fordern Baukastenkompetenz. Das heißt, sie setzen je nach Kundenwunsch die Grundmaschinen und eventuell, in sich abgeschlossene Erweiterungen oder Optionen flexibel zusammen. Und hier greifen dezentrale und gleichzeitig flexible Antriebslösungen wie der neue Lexium 62 ILD. Die Antriebsregler sitzen statt im Schaltschrank entweder direkt huckepack auf dem Motor in der Maschine – das wäre etwa der Lexium 62 ILM, der eta­blierte dezentrale Servoantrieb – oder separat an einer freien Stelle im Maschinen-Chassis mit dem neuen Lexium 62 ILD.

Das macht die Maschinenbauer sehr flexibel, weil sie sich im Schaltschrank den Platz und den Umbau für zusätzliche Antriebsregler sparen können, verspricht Lieber. Designen Maschinenbauer den Schaltschrank raus? Er wird vor allem kleiner. Schneider Electric schätzt bis zu 90 % Raumersparnis. Dazu kommt: Weniger Schaltschrankraum bedeutet weniger Kühlung. Energieeffizienz ist deshalb ein weiterer Effekt. Rund 40 % können eingespart werden.

Alle Unternehmen wollen standardisieren

Auch, weil die Erweiterung mit dem Lexium 62 ILD ein größeres Motorenspektrum eröffnet. Der Hersteller kann die Antriebe genauer auswählen und muss nicht unnötig über- oder unterdimensionierens, so Lieber. Im Vergleich zur klassischen Variante, bei der das Netzteil und der Antriebsregler jedes Servoantriebs im Schaltschrank montiert ist, verbleibt bei den dezentralen Antriebslösungen Lexium 62 ILM und Lexium 62 ILD von den Antriebstechnikkomponenten im Schaltschrank nur noch ein gemeinsames Netzteil für alle Antriebe in der Maschine und ein Verbindungsmodul um die dezen­trale Technik zu verbinden. Klassischerweise muss ein Hersteller, wenn er Maschinen erweitert, im Schaltschrank zusätzliche Servoverstärker einbauen.

Der Schaltschrank ändert sich mit jeder Erweiterung oder Option. Die Standardisierung vereinfacht das. Damit bleiben die Antriebstechnik-Komponenten im Schaltschrank immer gleich, egal wie viele Optionen beziehungsweise Antriebe in der Maschine eingesetzt werden. Man kann also grundsätzlich denselben Schaltschrank nutzen. Und der Schaltschrank lässt sich eben auch noch deutlich kompakter bauen durch die ausgelagerten Antriebsregler.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43670843)