Industrial-Ethernet

Schneider Electric engagiert sich als Hauptmitglied in der ODVA

18.06.2007 | Redakteur: Reinhard Kluger

Frank Ogrissek, Produktmanager PLC bei Schneider Electric: „Die Kooperation mit der ODVA beschleunigt die Pläne von Schneider Electric.“
Frank Ogrissek, Produktmanager PLC bei Schneider Electric: „Die Kooperation mit der ODVA beschleunigt die Pläne von Schneider Electric.“

Eine neue Kräfteverteilung im Industrial-Ethernet-Markt: Seit Kurzem ist die Schneider Electric S.A. weiteres Hauptmitglied der ODVA. Damit finden zwei erfolgreiche Industrial-Ethernet-Protokolle zusammen: Ethernet/IP und Modbus/TCP.

Im Fokus dieser Koalition steht ganz klar der Investitionsschutz sowie die Interoperabilität herstellerübergreifender Systeme. Die Folge: Zukünftige CIP-Netzwerke könnten eine noch breitere Auswahlmöglichkeit bieten. Es soll mehr sein als lediglich eine Kooperation: So wollen Schneider Electric und die ODVA, die Open DeviceNet Vendor Association, ihre beiden bedeutenden Industrial-Ethernet-Protokolle „fusionieren“, so die Wahl der Worte beim Vorstellen des Projektes. Beide wollen damit einen De-facto-Standard für Industrial Ethernet schaffen. Dazu erwirbt Schneider den Status eines Hauptmitglieds und wird sich zukünftig gemeinsam mit Cisco Systems, Eaton Electrical, Omron Corporation und Rockwell Automation intensiv in der ODVA engagieren.

Das verstärkte Engagement der Franzosen in der ODVA kommt deren Plänen für die Weiterentwicklung der Spezifikation des Common Industrial Protocols (CIP) zugute. Diese soll um die Kompatibilität von Modbus/TCP-Geräten mit Netzwerken auf Basis des CIP erweitert werden. Dazu Adrien Scolé, Senior Vice President für Innovationen im Automatisierungsgeschäft bei Schneider Electric: „Unsere Kunden wollen die Interoperabilität und nahtlose Integration der Werksebene, die nur Netzwerke auf Basis des standardisierten, nicht modifizierten Ethernet bieten können. Und sie wollen ein Netzwerk für die verschiedenen Anwendungen wie Steuerung, Informationsaustausch, Konfiguration, Sicherheit, Synchronisation und Motion. Ethernet/IP ist die Lösung, die die Bedürfnisse unserer Kunden erfüllt. Es bietet die Kompatibilität bei bestehenden Modbus/TCP-Produkten und -Systemen in Kombination mit der gesamten Palette an Diensten von CIP.“

In der Kombination von Ethernet-IP und Modbus/TCP will Schneider den Automatisierern alle notwendigen Feldbusdienste zur Verfügung stellen. Dazu Frank Ogrissek, Produktmanager PLC bei Schneider Electric: „Die Kooperation mit der ODVA beschleunigt die Pläne von Schneider Electric.“ Das Ziel, das es noch zu erreichen gilt, rückt damit wieder ein wenig näher: Ethernet vom Feld bis hoch zur Vorstandsetage Realität werden lassen. Die Koalition von Ethernet/IP und Modbus/TCP schafft einen neuen Machtfaktor. Beide zusammen halten damit, nach eigenen Aussagen, über 50% Anteil am Ethernet-Markt. Beide Protokolle basieren auf Standard-Ethernet ohne Modifikationen und bieten damit die größte installierte Basis industrieller Ethernet-Netzwerke. Frank Ogrissek: „Die Kooperation bietet Vorteile für beide Partner.“

So kann die ODVA Modbus/TCP von Schneider einfach integrieren. Die klaren Strukturen und der günstige Preis sollen die Dienste von Ethernet/IP ergänzen. Im Gegenzug kann Schneider den Nutzen der Ethernet/IP-Dienste anbieten. So ergänzt Ethernet/IP ganz einfach das Schneider-Electric-spezifische Protokoll Modbus. Und weil keine spezielle Hardware erforderlich ist, lassen sich existierende Produkte leicht weiterentwickeln. Die Details der Kooperation: Die ODVA hat erklärt, dass Schneider Electric „Principal Member“ mit ständigem Sitz im ODVA-Vorstand wird. Schneider Electric entwickelt seine Transparent-Ready-Architektur weiter: Dabei will man Modbus/TCP- und Ethernet/IP-Dienste parallel unterstützen. Ethernet/IP wird um die Unterstützung von Modbus/TCP erweitert. Die technische Realisierung will man wie folgt vornehmen: Die Spezifikation des „Common Industrial Protocols“ (CIP) wird um den nahtlosen Zugang zu Modbus/TCP-Geräten erweitert. Die Anforderungen dabei: Die Lösung wird elementarer Bestandteil der ODVA-Spezifikation, und Änderungen an der installierten Basis bei Geräten auf Basis von Modbus/TCP und Geräten auf Basis von Ethernet/IP sind nicht erforderlich. Schneider Electric beabsichtigt, seine SPS-Systeme mit Ethernet/IP-Schnittstellen zu erweitern – unter Beibehaltung der existierenden Modbus/TCP- und Webdienste, die wichtigsten Faktoren der Transparent-Ready-Strategie.

Katherine Voss, Executive Director ODVA:

„Die ODVA freut sich darauf, bei der Weiterentwicklung der ODVA-Technologien zukünftig die umfassende Erfahrung von Schneider Electric auf dem Gebiet der Automatisierung sowie das große Knowhow bei Ethernet- und Internet-Technologien wirksam einsetzen zu können. Die ODVA begrüßt ausdrücklich, dass bei der Entscheidung von Schneider Electric zur Netzwerkstrategie des Unternehmens ganz klar die Interessen der Anwender im Vordergrund gestanden haben: Der Investitionsschutz sowie die Interoperabilität herstellerübergreifender Systeme waren dabei die wichtigsten Kriterien.“

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