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Produkt-Konfigurator Schneller zum Wunschgehäuse: Software-Tool optimiert Arbeitsprozesse

Autor / Redakteur: Katharina Lange* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Edelstahl-Gehäuse mit wenigen Klicks selbst zusammenstellen und damit zukünftig viel Zeit sparen – das verspricht Rose Systemtechnik den Anwendern mit einem neuen Produkt-Konfigurator.

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Ein Rose-Konstrukteur pflegt eine neue Gehäuse-Variante in den Konfigurator ein.
Ein Rose-Konstrukteur pflegt eine neue Gehäuse-Variante in den Konfigurator ein.
(Bild: Rose Systemtechnik)

Anwendungskonstrukteure verbringen oft noch viel Zeit damit, technische Zeichnungen für neue Gehäuse-Lösungen zu erstellen, zu prüfen und die Stücklisten manuell in ein SAP-System einzutippen. Das führte bei Rose Systemtechnik dazu, einen Konfigurator zu entwickeln. „Die Idee hatten wir schon 2015“, erinnert sich Konstruktionsleiter Axel Brandhorst. Zu dieser Zeit war das Team, das die Kundenaufträge für die Kollegen in der Fertigung aufbereitet, mehr als ausgelastet. „Wir haben uns deshalb gefragt, ob man diese standardisierten Abläufe nicht automatisieren könnte“, so Brandhorst.

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Der Gedanke dahinter: Wenn eine Software die technischen Zeichnungen erstellen würde, stünden die bisher damit beschäftigten Konstrukteure für andere, anspruchsvollere Aufgaben zur Verfügung. Zum Beispiel für die stark nachgefragte Anwendungsberatung, in der die Anwendungskonstrukteure gemeinsam mit den Kunden individuelle Gehäusesysteme konzipieren.

Kollegen in Indien nutzten bereits eine Software-Lösung

Rose überlegte zunächst, einen extern programmierten Produkt-Konfigurator zu kaufen. „Wir haben aber schnell gemerkt, dass man für die Erstellung dieses Tools detailliertes Produktwissen braucht, und das besitzen nur wir“, stellt Brandhorst fest. Die Konstruktionsabteilung entschied sich deshalb, selbst einen Konfigurator zu erstellen.

Der Entwicklungsleiter beschloss auf die Erfahrungen der Kollegen im indischen Rose-Werk zurückzugreifen. Diese bestücken dort mit einem auf der Software Driveworks basierenden Tool explosionsgeschützte Ex d-Gehäuse. „Es ist das einzige Programm mit weltweitem Support und die Kollegen haben nur positive Erfahrungen damit gemacht“, begründet er den Entschluss.

Anfang 2018 kauften die Konstrukteure eine Driveworks-Lizenz und erstellten einen Konfigurator für interne Tests auf Basis des Steuergehäusesystems Commander SL 4000. Dafür entschieden sich die Konstrukteure, „weil wir dachten, es wäre eines unserer einfachsten Produkte. In Wahrheit war die Programmierung ziemlich kompliziert, weil der SL 4000 aus sehr vielen Bauteilen besteht und wir damals noch in der Lernphase waren“, berichtet Brandhorst.

SL4000-Konfigurator reduziert Arbeitsaufwand um die Hälfte

Durch den Einsatz des internen SL 4000-Konfigurators konnte der Aufwand für die Erstellung und Prüfung technischer Zeichnungen deutlich reduziert werden. Wo früher 15 bis 20 Minuten Arbeit erforderlich waren, ist das Grundmodell jetzt in rund zehn Minuten fertig berechnet. „Im Anschluss muss der Konstrukteur Bearbeitungen an den automatisch generierten Modellen vornehmen und die Zeichnungen aktualisieren. Die Konstruktionszeit hat sich im Vergleich zu vorher aber auf jeden Fall stark reduziert“, sagt Brandhorst. Davon profitiert auch der Kunde, der bei einer Anfrage deutlich schneller „seine“ Daten zugeschickt bekommt.

Programm wird auf neues Edelstahl-Baukastensystem ausgeweitet

Nach dem erfolgreichen Testlauf entschloss man sich, auch für das neue Rose Modular System (RMS) einen Konfigurator zu programmieren. Das RMS bietet Anwendern einen Teile-Baukasten, aus dem sie die Komponenten für ihr Edelstahlgehäuse selbst auswählen können. Grundlage ist eine einheitliche Basiskonstruktion, die von standardisierten Einzelkomponenten ergänzt wird. Es gibt 25 Gehäusegrößen mit unterschiedliche Einbautiefen, die insgesamt über 40.000 verschiedene Gehäusevarianten ermöglichen.

Edelstahlgehäuse bieten jetzt maximalen Bauraum

Für das Baukasten-System hat Rose die Unterteile der Edelstahlgehäuse modifiziert. So wurden Haltewinkel in das Unterteil integriert, die eine flexible Positionierung von elektrischen Bauteilen ermöglichen. Zudem können Tragschienen über zwei zusätzlich aufgebrachte Schweißbolzen jetzt auch vertikal montiert werden. Damit steht im Gehäuseunterteil größerer Bauraum für die Bestückung zur Verfügung. Die Anwender profitieren außerdem von einer vereinfachten Montage und von kurzen Lieferzeiten durch eine schnellere Fertigung der nun weitestgehend standardisierten Bauteile.

RMS-Konfigurator befindet sich in der Testphase

Den RMS-Konfigurator sollen – anders als den SL 4000 Konfigurator – auch die Kunden direkt nutzen können, indem sie sich ihr individuelles Edelstahl-Gehäuse aus dem Baukastensystem am PC oder Tablet zusammenstellen. Zurzeit befindet sich der RMS-Konfigurator noch in der Testphase. „Nach den Komponenten für das Leergehäuse definieren wir jetzt die Zubehörteile wie Klemmen und Kabelverschraubungen, die in das Gehäuse integrierbar sein sollen“, beschreibt Brandhorst den Projektstatus. „Das ist im Prinzip einfach, weil man Driveworks nur um eigene Regularien und Parameter ergänzt. Man gibt dem Programm vor, was möglich sein soll. Mehr ist es eigentlich nicht.“ Was in der Theorie einfach klingt, bedeutet in der Praxis allerdings eine Menge Kleinarbeit. „Wir haben teilweise unendlich lange Formelreihen, die wir mit neuen Variablen verschachteln müssen, weil sonst keiner den Überblick behalten würde.“

Bei der Erstellung ihrer Konfiguratoren bekommen die Rose-Mitarbeiter Unterstützung vom Driveworks-Distributor Coffee. Mit dem Service ist das Team zufrieden: „Sie reagieren immer schnell, wenn wir mal eine Frage haben oder nicht weiterkommen.“ Auch Anregungen zur Funktionserweiterung der Software werden aufgenommen und an die Driveworks-Entwickler weitergeleitet.

Weitere Gehäuse-Serien sollen folgen

Mit einer Live-Schaltung des RMS-Konfigurators auf der Rose-Website rechnet Axel Brandhorst Mitte 2021. Von da an werden die technischen Zeichnungen für die Edelstahl-Gehäuse nicht nur automatisch erstellt, sondern auch direkt in die Fertigung weitergeleitet. Selbst die Dokumente für die Mitarbeiter in der Produktion generiert dann der Konfigurator.

Durch die Einführung der Software-Tools ist es den Gehäuse-Spezialisten gelungen, ihre internen Prozesse zu optimieren und zugleich einen deutlichen Mehrwert für ihre Kunden zu erzielen. In den kommenden Jahren wird Rose deshalb auch Konfiguratoren für die Standardgehäuse einführen.

* Katharina Lange, Marketingleitung, Rose Systemtechnik

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