Tipps zur Abkühlung Schwitzen am Arbeitsplatz: muss das sein?

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Die zweite Hitzewelle in diesem Sommer ist im Anmarsch. Bei Temperaturen um 30°C fällt es schwer, sich zu konzentrieren und produktiv zu sein. Ein „Hitzefrei" wie zu Schulzeiten ist Arbeitnehmern nicht vergönnt. Aber wieviel Schwitzen im Büro ist zumutbar? Muss der Arbeitgeber für Abkühlung sorgen?

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Wird die 26-Grad-Marke am Arbeitsplatz überschritten, muss der Arbeitgeber handeln.
Wird die 26-Grad-Marke am Arbeitsplatz überschritten, muss der Arbeitgeber handeln.
(Bild: Bundesarchiv, Bild 102-08112 / CC-BY-SA)

Hohe Außentemperatur, Südlage, riesige Fensterfront: So manches Büro wird in diesen Tagen zur reinsten Sauna. Laut der IG Metall können Arbeitnehmer bei tropischen Temperaturen am Arbeitsplatz aber die Reißleine ziehen:

Konkrete Temperaturempfehlungen

Die technische Regel für Arbeitsstätten ASR 3.5 bietet mehr Schutz vor Sommerhitze. Sie beinhaltet konkrete Empfehlungen und Abstufungen: Die Temperatur in Arbeitsräumen soll 26°C nicht überschreiten. Höhere Temperaturen sind nur zulässig, wenn die Außentemperatur auch die 26-Grad-Marke gerissen hat und geeignete Sonnenschutzmaßnahmen installiert sind. Die technische Regel enthält auch klare Bestimmungen, die besagen, was passieren muss, wenn die 26-Grad-Marke überschritten wird.

Der Arbeitgeber muss handeln

Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass die Beschäftigten unter gesundheitsgerechten Bedingungen arbeiten können: Wird es im Büro wärmer als 26°C, kann durch Nachtauskühlung oder Getränkeversorgung die Beanspruchung der Mitarbeiter gemindert werden. Bei mehr als 30°C Raumtemperatur ist der Arbeitgeber sogar verpflichtet, zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Steigt die Temperatur auf über 35°C, so ist der Raum als Arbeitsraum nicht mehr geeignet - es sei denn, es werden Schutzmaßnahmen ähnlich wie bei Hitzearbeitsplätzen ergriffen - wie Luftduschen oder Entwärmungsphasen.

So wird die Hitze erträglicher

Es können unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden, die die Hitze am Arbeitsplatz erträglich machen:

• Verkürzung der täglichen Arbeitszeit: Beispielweise maximal 6 Stunden pro Arbeitstag bei einer Innenraumtemperatur von 27 bis 29°C, maximal 4 Stunden bei 29 bis 31°C. Steigen die Temperaturen noch höher, sind nur noch Notfallarbeiten zulässig.

• Es gibt zusätzliche stündliche, auf die Arbeitszeit anzurechnende Pausen. Beispielsweise 10 Minuten bei einer Innenraumtemperatur von 27 bis 29°C, 20 Minuten bei mehr als 30°C.

• Die Arbeitszeiten könnten zudem in die frühen Morgenstunden verlegt werden.

• Leistungsvorgaben werden reduziert. (Bei über 26°C darf es keine Abmahnungen wegen Minderleistung geben!)

• Verstärkt könnte auch das home office für die Arbeit der Beschäftigten in Betracht kommen.

• Außerdem kann der Arbeitgeber Getränke bereitstellen. Dazu eignen sich ungesüßte Kräutertees, Mineralwasser und verdünnte Fruchtsäfte ohne Zucker. Die Getränke sollten nicht zu kalt sein (ca. 20°C).

• Lockerung von Bekleidungsregeln.

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