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Das optimale Gehäuse finden

Sechs Kriterien beim Gehäusedesign

| Autor/ Redakteur: Katharina Mense* / Kristin Rinortner

Nicht selten steht der Konstrukteur bei der Auswahl des Gehäuses für sein Gerät vor der Entscheidung Standardgehäuse, modifiziertes Standardgehäuse oder kundenspezifisches Gehäuse. Wird bereits bei der Entwicklung der Gehäusehersteller einbezogen, bringt dies erhebliche Vorteile. Wir zeigen an einem Beispiel, auf welche Punkte es bei der Gehäuseauswahl ankommt.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Bei der Entwicklung eines Gerätes ergibt sich immer wieder die Forderung nach einem anwendungsgerechten Gehäuse. Allein das Angebot an Standardgehäusen ist in den letzten Jahren ständig angewachsen. Damit der Zeitaufwand für die Auswahl mechanischer Komponenten minimiert und die Sicherheit einer richtigen Entscheidung garantiert wird, bietet ein kundenorientierter Gehäusehersteller bereits in der Entwicklungsphase eine umfassende Beratungsleistung. Der Beitrag zeigt am Beispiel des Produktes Alustyle von Bopla, welche Punkte bei der Gehäusewahl beachtet werden müssen und wie diese bei der Gehäuseentwicklung berücksichtigt werden.

Konstruktion von Gehäusesystemen aus Kunststoff oder Metall

Das Produktmanagement der Gerätehersteller wünscht für sein Produkt eine „Verpackung“, die seinen speziellen Anforderungen an Design und Technik erfüllt und den Marktbedürfnissen entspricht. Die Verpackung – ein Gehäuse aus Kunststoff oder Metall – ist für die erfolgreiche Vermarktung des Gerätes von erheblicher Bedeutung. Die technischen Merkmale, das Preis-Leistungsverhältnis und die Optik sind oft entscheidend für den Erfolg eines Produktes.

In der Konstruktionsphase eines neuen Gehäusesystems werden durch den Gehäusehersteller bereits umfangreiche Marktuntersuchungen durchgeführt, um absehbare Entwicklungen in den elektronischen Anwendungen bereits von Beginn an einzuplanen. Durch die positive Zusammenarbeit mit den Anwendern werden Anregungen, Entwicklungen hinsichtlich Design und Funktion sowie sinnvolle Produkterweiterungen realisiert und oftmals zum Standard erklärt.

Hochwertiges Aluminium-Profilgehäuse

Bild 1: Neben einem umfangreichen Angebot an Gehäusen und Folientastaturen bietet Bopla die Komplettfertigung aus einer Hand (Archiv: Vogel Business Media)

So zum Beispiel bei dem System Alustyle (Bild 1): Mit diesem Produkt ergänzt das Unternehmen aus Bünde das Programm der Aluminium-Profilgehäuse um ein Gehäusekonzept, das sich durch ein hochwertiges Design, eine optimierte Einbautechnik und ein sinnvolles Zubehörkonzept auszeichnet. Viele Ideen stammen aus der engen Zusammenarbeit mit Kunden und Anwendern.

Das Gehäuse kann vom Anwender sowohl als geschlossene, horizontal geteilte oder als U-Variante mit Frontplatte – in vier Größen – eingesetzt werden. Aufgrund der Trapezform des Gehäuses ist es für den Einsatz als Hand-, Wand-, Tisch- und Tragschienengehäuse vorbereitet. Auch der Einsatz bei widrigen Umgebungsbedingungen ist bei einer Schutzart bis IP 67 gegeben.

CI-gerechte Gestaltung

Bild 2: Alustyle ist das aktuelle Aluminium-Profilgehäuse von Bopla (Archiv: Vogel Business Media)

Alustyle ist standardmäßig mit einer vertieften Fläche für Folientastaturen bzw. Frontfolien ausgestattet – einer individuellen Gestaltung sind dabei heutzutage (fast) keine Grenzen gesetzt (Bild 2). Das Gehäuse ist standardmäßig in den Farben Graphitgrau (ähnlich RAL 7024) und Silber (ähnlich RAL 9006) lieferbar. Dazu stehen neben geschlossenen Abschlussdeckeln auch Montagedeckel mit Aluminiumkappe bzw. Scharnierklappe in den Farben Graphitgrau und Silber zur Verfügung.

In Verbindung mit sechs Dichtungsfarben und neuartigem Zubehör können die Anwender das Gehäuse ihren speziellen Anforderungen optimal anpassen. Mit diesem Gesamtkonzept wurde hinsichtlich Design, Technik, Zubehör und Variabilität ein Novum im Bereich der Profilgehäuse entwickelt.

Gehäuseserie aufgrund neuer Anforderungen des Marktes

Bild 3: Andreas Krömer war als Entwicklungsleiter bei Bopla federführend bei der Entwicklung des Systems Alustyle beteiligt (Archiv: Vogel Business Media)

Die Gehäuseserie ist aufgrund neuer Anforderungen des Marktes entstanden. „Unsere Aluminium-Gehäuseserie ALUBOS ist auf dem Markt weit verbreitet. Unsere Kunden forderten ein neues Design“, erklärt Andreas Krömer, Entwicklungsleiter bei der Bopla (Bild 3). Federführend bei der Entwicklung von Alustyle waren Krömer und das Münchner Designbüro Imago Design unter der Leitung von Bernhard Schwanitz und Stefan Thalhammer.

Das Team um Andreas Krömer wertete zunächst alle Marktanforderungen an ein neues Aluminiumprofilgehäuse aus, die in den vergangenen Jahren an die Aluminiumgehäusegruppe ALUBOS herangetragen wurden. Anschließend trat der Gehäusehersteller mit den gesammelten Kenntnissen und zahlreichen designtechnischen Erwartungen an das Designbüro Imago Design heran. Unter dem Motto „Wer aufhört besser zu werden, hört auf, gut zu sein“, kümmert sich das Designbüro um Designentwürfe jeder Art. Von der ersten Idee bis zur Serienproduktion begleiteten die Münchner den Gehäusehersteller bei den Designbeschreibungen und den Definitionen der konstruktiven Erfordernisse.

Modifizierte Standardgehäuse sind gefragt

Bild 4: Beispiel für ein Zubehörteil des Alustyle-Gehäuses (Archiv: Vogel Business Media)

Standardgehäuse erfüllen die technischen Ansprüche der Kunden jedoch oft nur zum Teil. Aus diesem Grund sind die Hersteller der Gehäuse gefordert, die Gehäuse bedarfsgerecht zu modifizieren. Neben Designelementen wie Dekordichtungen, -folien oder Kappen zählen auch Bedruckungen zu den Möglichkeiten der Anpassung (Bild 4). Ein umfangreiches mechanisches Bearbeitungsangebot ist heutzutage ebenfalls aus dem Produktportfolio nicht mehr wegzudenken. Abgerundet wird das Angebot des Bünder Gehäuseherstellers durch die Montage von Folientastaturen, Frontfolien und Baugruppenträgern, Klebearbeiten und der Komplettierung mit Komponenten jeder Art. Die Komplettbestückung mit Montageplatten, Tragschienen und Anschlussklemmen gehört ebenfalls zum Lieferprogramm.

Anforderungen an ein Gehäuse

Der Konstrukteur muss den Markt der Standardgehäuse prüfen, um ein geeignetes Gehäuse zu finden. Am Anfang steht hierbei das Pflichtenheft im eigenen Haus. Hieraus lassen sich die Anforderungen an ein optimales Gehäusesystem definieren.

(Archiv: Vogel Business Media)

In Tabelle 1 ist ein kleiner Ausschnitt technischer Kriterien, die bei der Auswahl optimal geeigneter Gehäuse eine wichtige Rolle spielen, dargestellt. In der persönlichen Beratungsleistung durch Mitarbeiter des Gehäuseherstellers hat sich der Einsatz von standardisierten Anforderungskatalogen in Form von Checklisten deutlich bewährt.

Neben den technischen sind auch die kaufmännischen Kriterien wie Zielpreise oder Versorgungssicherheit wichtig. Ebenfalls müssen qualitative Aspekte wie QS-Systeme und Prüfprozesse des Lieferanten bei der Auswahl des Gehäuses berücksichtigt werden. An Bedeutung zugenommen haben die Punkte Flexibilität und Schnelligkeit. Im Zuge des andauernden Trends zum Outsourcing und der permanenten Optimierung von Lagerkapazitäten muss ein geeigneter Lieferant ausreichende Lagerkapazitäten zur Verfügung stellen, um im Auftragsfall schnell und flexibel lieferfähig zu sein.

*Katharina Mense ist Mitarbeiterin im Marketing bei BOPLA Gehäuse Systeme GmbH in Bünde.

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