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Kooperation im Südwesten Sensoren für die Industrie 4.0

| Redakteur: Franz Graser

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik (IAF) in Freiburg und die Duale Hochschule Lörrach werden zusammen kostengünstige Sensorsysteme für die Industrie 4.0 entwickeln. Mit insgesamt 1,2 Millionen Euro fördert die Fraunhofer-Gesellschaft die Kooperation in den kommenden Jahren.

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Im Reinraum des Fraunhofer IAF informieren sich der baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) und Prof. Reinhold R. Geilsdörfer, Präsident der DHBW, über Epitaxieverfahren für Radarsensorik.
Im Reinraum des Fraunhofer IAF informieren sich der baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) und Prof. Reinhold R. Geilsdörfer, Präsident der DHBW, über Epitaxieverfahren für Radarsensorik.
(Bild: Fraunhofer IAF)

„Das Vorhaben leistet einen wichtigen Beitrag zu dem angestrebten Ziel der Landesregierung, Baden-Württemberg zum Leitanbieter für Industrie 4.0 zu machen“, sagt Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD). Gemeinsam werden das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF in Freiburg und die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Lörrach Sensorsysteme für die Kontrolle, Sicherung und Steuerung von Produktionsstrecken entwickeln. Damit sollen primär kleine und mittlere Unternehmen aus der Region auf dem Weg in die Industrie 4.0 unterstützt werden.

Die DHBW Lörrach arbeitet eng mit der Industrie zusammen, da alle Studierenden gleichzeitig in Unternehmen beschäftigt sind. Das Fraunhofer IAF ist eines der führenden Forschungsinstitute im Bereich der Mikroelektronik und Sensorik auf Basis von Verbindungshalbleitern. „Die Expertise und Infrastruktur der beiden Institutionen werden wir bündeln, um gemeinsam die Industrie 4.0 in der Region des südlichen Oberrheins voranzutreiben. Wir möchten so ein Motor für die Produktion der Zukunft in Baden-Württemberg sein“, erklärt Professor Oliver Ambacher, Institutsleiter des Fraunhofer IAF.

Die gestiegenen Anforderungen an die Produktion haben zu einer Verschmelzung von Maschinenbau und Elektrotechnik mit der Informationstechnologie geführt. Für die intelligente Produktion der Zukunft sind hochsensible Sensorsysteme eine zentrale Voraussetzung. Unter der Leitung von Professorin Frauke Steinhagen, Hochschullehrerin an der DHBW Lörrach, sollen in enger Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen kostengünstige Sensorsysteme entwickelt werden.

Einen Forschungsschwerpunkt bildet die Radar-Sensorik, die auch unter extremen Produktionsbedingungen, wie Hitze, Rauch oder Nebel, zuverlässige Abstandsmessungen liefert. Ferner sollen Oberflächen künftig im laufenden Produktionsprozess auf Verunreinigungen mit Hilfe von Laser-Sensorik kontrolliert werden.

„Die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IAF ist für die DHBW ein wichtiger Schritt zum weiteren Ausbau ihrer Forschung. Wir entwickeln gerade diesen Bereich sowohl in verschiedenen Lehr- und Forschungsprojekten als auch durch neue Masterstudiengänge wie Integrated Engineering weiter. Die Kooperation wird uns bei diesen Zielsetzungen sehr unterstützen“, begrüßt Professor Reinhold R. Geilsdörfer, Präsident der DHBW, das gemeinsame Projekt.

Professorin Frauke Steinhagen wird die Gruppe „Sensorsysteme“ am Fraunhofer IAF leiten. Die studierte Elektrotechnikerin hat 1996 über Laserdioden zur schnellen Datenübertragung promoviert. Mehrere Jahre hat sie am Fraunhofer IAF zu Hochfrequenzschaltungen geforscht, bevor sie 2001 Professorin für Elektrotechnik an der DHBW Lörrach wurde.

„Da ich die Einrichtungen sehr gut kenne, freue ich mich besonders die Kompetenzen beider Seiten nutzen zu können. So können wir die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich Sensorik in der Region deutlich stärken“, sagt Professorin Steinhagen.

Das Kooperationsprogramm Fachhochschulen der Fraunhofer-Gesellschaft finanziert sich aus Mitteln, die vom Bund und den Ländern bereitgestellt werden. Die Mittel werden dazu eingesetzt, um Fachhochschul-Professoren Forschungsmöglichkeiten an einem Fraunhofer-Institut unter Nutzung der dortigen Infrastruktur einzurichten.

Die Kooperation mit regionalen Firmen stellt die stringente Ausrichtung der Forschung und Entwicklung an den Bedürfnissen der Unternehmen sicher. Die Studierenden der DHBW Lörrach dürfen die Infrastruktur des Fraunhofer IAF nutzen, darunter auch Laboreinrichtungen und Geräte.

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