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Automatica 2016 Servicerobotik: Butler Roboter tritt seinen Dienst an

| Redakteur: Sariana Kunze

Roboter haben ihren schützenden Käfig verlassen. Nun arbeiten sie eng mit dem Menschen zusammen. Ob Bergbau oder Landwirtschaft, Baugewerbe, Forstwesen oder Frachtabwicklung, ob im Boden oder unter Wasser, in der Luft oder im Weltraum – Serviceroboter entlasten den Menschen. Wie die Automatisierungsbranche dieser neuen Technologie begegnet, zeigt die Automatica vom 21. bis 24. Juni 2016 in München.

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Auf der Automatica 2016 zeigt die Autoamtisierungsbranche wie sie dem Trend der professionellen Servicerobotik begegnet.
Auf der Automatica 2016 zeigt die Autoamtisierungsbranche wie sie dem Trend der professionellen Servicerobotik begegnet.
(CC0 Public Domain, pixabay.com )

Ein Junge saust durch die Korridore, öffnet Schränke, klaubt Kleider heraus, reißt den Kühlschrank auf und holt sich ein Getränk: ein ungewöhnliches Bild für querschnittsgelähmte Menschen. Doch Jaco macht es möglich: Der sechsachsige Roboterarm mit seiner geschickten Dreifinger-Hand nimmt Alltagsaufgaben ab und gibt ein Stück Selbständigkeit zurück.

Auch in der Produktion sind smarte Leichtbauroboterarme treue Helfer: Besonders dort, wo sich die hohe Produktivität des Roboters mit den sensorischen und kognitiven Fähigkeiten des Menschen kombinieren lässt. Sie nehmen Menschen monotone oder schwere Arbeiten ab und sorgen für bessere Gesundheit und mehr Lebensqualität. Dabei geht es um eine technologische Evolution: „Die Grenzen zwischen Industrie- und Servicerobotik verschmelzen“, berichtet Wilfried Eberhardt, Chief Marketing Officer von Kuka. Dabei gehören smarte Roboter zur Fabrik der Zukunft. „Es findet ein Technologietransfer statt, der neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnet“, so Eberhardt weiter. Ob der LBR iiwa von Kuka und der YuMi von ABB Robotics oder die Serviceroboter von PAL Robotics und Rethink Robotics: Marktreife Lösungen für die Interaktion zwischen Mensch und Roboter bieten sowohl klassische Industrieroboterhersteller als auch Servicerobotik Firmen und neue Player am Markt.

Industrie 4.0 schiebt Servicerobotik-Geschäft an

Unverzichtbar für Industrie 4.0 sind mobile und mit dem Menschen kollaborierende Roboter. Die Industrie 4.0 und die daraus resultierenden Anwendungen sind eine Chance, Europa als Technologieführer und Vorreiter zu etablieren. Ein wichtiger Meilenstein dabei ist die Mensch-Roboter-Kollaboration, die für Ergonomie am Arbeitsplatz und bessere Arbeitsbedingungen sorgt. Servicerobotik Anwendungen können dabei helfen, die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu meistern.

Intelligente Serviceroboter sind im Alltag angekommen. Sie übernehmen komplexe Aufgaben, die sich bisher nicht automatisieren ließen, mit hoher Präzision und qualitativ hochwertig. Sie lassen sich programmieren und sind lernfähig. Dadurch werden sie in unterschiedlichen Projekten eingesetzt, was die Produktivität erhöht. Dank Stereo-Vision und 3D- Sensoren können Roboter ihr Umfeld abtasten und so aufwändige Sicherheitsbarrieren erübrigen. Über Sensoren und Aktoren mit der Umwelt verbunden, werden Roboter zu cyber-physischen Systemen (CPS), die sich immer stärker untereinander und mit dem Internet vernetzen. Das Internet of Things (IoT) vernetzt zukünftig standortunabhängig alle Geräte und Roboter einer automatisierten Produktionskette.

Servicerobotik in der Implementierung

Laut der International Federation of Robotics (IFR) wird der Markt für professionelle Servicerobotik weiterhin enorm wachsen. Bis 2018 dürften gut 150.000 Einheiten verkauft werden und dabei einen Umsatz von rund 20 Mrd. US-Dollar erbringen. Allein im vergangenen Jahr betrug die Wachstumsrate in diesem Bereich solide 11,5 Prozent. Wichtigste Anwendungen im zivilen Bereich sind Landwirtschaft, Logistik und Medizin. Henrik A. Schunk, Geschäftsführer von Schunk, bringt es auf den Punkt: „Die Servicerobotik befindet sich mitten in der Implementierung. Sie hat das Potential, die industrielle Revolution massiv nach vorne zu bringen.“

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