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Servo-Antriebslösung sichert hohe Verfügbarkeit bei der Produktion von Glasfasergeweben

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Die Entscheidungskriterien

Dem Anspruch folgend, Anlagen zu bauen, die möglichst sparsam mit Energie umgehen, ist die Drehzahl der Belüftungsventilatoren für den Trockner steuerbar. Eingesetzt werden dafür die neuen Lenze-Frequenzumrichter der Reihe Inverter Drives 8400 in der Ausbaustufe StateLine. Entscheidungskriterien für die Auswahl der neuesten Frequenzumrichter-Generation waren die integrierte Sicherheitstechnik (Safe Torque Off) und die einfache Integration in den Gesamtverbund. Die Inverter Drives 8400 gehören ebenso wie die Servo Drives 9400 zu Lenzes Antriebs- und Automatisierungsplattform L-force, die Lösungen aus einem Guss ermöglicht.

Hat das Gewebe den Umlufttrockner verlassen, ist es aus dem Blickwinkel der technischen Eigenschaften heraus fertig. In der Regel folgen noch zwei Druckwerke für Markierungen und Herstellerlogo sowie ein kleiner Trockner für die Farbe. Dann geht es erneut durch einen Zwischenspeicher hindurch und in der Mitte getrennt wieder auf zwei Rollen angetrieben von Standarddrehstrommotoren mit Kegelstirnradgetriebe und Servo Drives 9400 als Regler.

Sensordaten kommen über den Feldbus

Als zentrale Kommunikationsverbindung von der SPS zu den Antriebsreglern setzt Menzel Profibus DP ein. Über den Feldbus werden auch sämtliche Sensordaten geschickt. Dabei nutzt das Unternehmen die Servo Drives 9400 auf effiziente Weise als Gateway. „Wir lesen die Sensordaten über die Anlogeingänge der Regler ein. Die sind schließlich serienmäßig mit an Bord“, erklärt Ekhard Neumann. „Wir profitieren nicht nur hier von der langen Partnerschaft mit Lenze. Sie zeichnet sich aus durch die schnellen Reaktionszeiten bei Beratung, Lieferung und Service sowie die hohen Auslegungskompetenz aufgrund des umfangreichen Anwendungs-Know-how.“

Integrierte Sicherheitstechnik

Integriert in die Servo Drives 9400 ist auch die funktionale Sicherheit. Sie ist so konzipiert, dass beim Auslösen eines Lichtvorhangs oder auch bei Arbeiten des Bedienpersonals im Einrichtbetrieb sowie beim Rollenwechsel die Antriebe des jeweils betroffenen Bereichs momentenfrei geschaltet werden (STO, Safe Torque Off). Weil dieses bei der antriebsbasierten Sicherheitstechnik direkt im Umrichter durch Unterbrechung der Impulsmuster der Optokoppler erfolgt, lassen sich die Antriebe schneller abschalten und wieder anfahren. Folglich verhindert diese Technik, dass Arbeiten im Sicherheitsbereich die Produktivität übermäßig beeinträchtigen. Die Servo Drives 9400 reservieren für die „Drive-based Safety“ eigens einen Steckplatz für ein Modul – in diesem Fall für das SM100 mit der Funktion STO (Safe Torque Off). Verfügbar ist aber auch das funktional weitergehende SM301, das folgenden Funktionsumfang abdeckt:

  • STO, SS1, SS2,
  • Sicher begrenzte Geschwindigkeit (SLS),
  • Sichere Maximalgeschwindigkeit (SMS),
  • Sichere Geschwindigkeitsrückmeldung (SSM),
  • Betriebsartenwahlschalter (OMS) mit Zustimmung (ES),
  • Sichere zweikanalig ausgeführte I/Os,
  • Sichere Parametrierung zur Anpassung der sicheren Parameter,
  • Sichere Bewegungsrichtung (SDI) und
  • Profisafe via Profibus und Profinet.

Nicht zuletzt durch den modularen Aufbau der Servo Drives 9400 und der integrierten Sicherheitstechnik unterstützt die Lenze-Antriebslösung das Konstruktionsprinzip der Menzel-Anlagen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie statt fester Komponenten ein flexibler kombinier- und anpassbarer Baukasten aus standardisierten Modulen bieten. „Wir können unsere Anlagen auch über mehrere Etagen in ein Gebäude buchstäblich hineinbasteln“, verweist Helmuth Gossler ein wenig stolz auf zurückliegende Projekte und die „konstruktive Flexibilität“, die bei der Menzel Maschinenfabrik ein Alleinstellungsmerkmal im internationalen Markt darstelle.

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