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Smart Grid „SESAM“ soll für mehr Sicherheit im Netz sorgen

| Redakteur: Carina Schipper

Zusammen mit Energiewende und Plänen zur Effizienzsteigerung fällt oft der Begriff „Smart Grid“. In Bereichen wie beispielsweise der Steuerung von Wohngebäuden sind die intelligenten Netze bereits angekommen. Was die Stromversorgung und das Netz angeht, arbeiten Cofely Ineo Led - GDF SUEZ-Gruppe, Zentral Supélec, CEA-LIST und Trialog an mehr Zuverlässigkeit und Sicherheit für Smart Grids.

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„SESAM“ untersucht das Verhalten des Netzes bei Ausfällen oder Angriffen.
„SESAM“ untersucht das Verhalten des Netzes bei Ausfällen oder Angriffen.
(Bild: aliasjan, CC BY 2.0, flickr.com)

Die Träger des Forschungsprojekts SESAM haben sich das Ziel gesetzt, die Zuverlässigkeit von Smart Grids durch die Modellierung und Simulation von Ausfällen und Angriffen auf deren Sicherheit durch die Entwicklung neuer Sicherheitsstandards und -systeme zu erhöhen. Ein täglicher Informationsaustausch zwischen Smart-Grid-Betreibern verbessert die Herstellung, den Verbrauch und die Verteilung von Energie. Die Sicherheit dieser Daten spielt eine wesentliche Rolle für das gesamte Stromnetz. Dieses kann durch einen einzigen Ausfall oder Cyber-Angriff Schaden nehmen, erklären die Wissenschaftler. Um diese Gefahr zu umgehen, wollen sie innerhalb des SESAM-Grids Projekts eine technische Lösung und einen Sicherheitsstandard entwickeln. Beide sollen die Sicherheit und Zuverlässigkeit der intelligenten Netze garantieren. Im Fokus der Arbeit stehen vor allem lokale Smart-Grids, sogenannte Mikronetze.

Zwei Testphasen prüfen das Netzverhalten

Im ersten Teil des Projektes bauten die Partner ein generisches Mikronetz auf. Sie ermittelten Ausfälle und Schwachstellen, die Angreifer (intern oder extern wirkende Subsysteme) ausnutzen könnten. Die Wissenschaftler nahmen folgende von CEA-List entwickelte Werkzeuge zu Hilfe: das Modellierungssystem Papyrus UML2, Frama-C für die Analyse von Codes und die „Diversity“-Plattform zur Verifikation und Validierung der Modelle. Die erste Projektrunde endete im Dezember 2014. Die zweite Phase lief im Januar 2015 an. Die Forscher simulieren in einem generischen Modell Ausfälle und Computer-Attacken. Anhand der Reaktionen des Netzwerks wollen sie Lösungen zur Verbesserung der Sicherheit des Netzes als Ganzes suchen. „Schließlich werden diese Lösungen mit Hilfe des Smart AEZ Demonstrators getestet und validiert.“, heißt es in einer Pressemitteilung der Französischen Botschaft. Die Praxisversuche finden auf dem „Smart Grid Experience“ Gelände des Unternehmens Cofely Ineo in Toulouse statt. Das Konsortium setzt das Ende der Forschungsarbeit für 2016 an und will bis dahin einen Sicherheitsstandard für intelligente Netze erstellen. Der Projektkoordinator Cofely Ineo wird die Leitung aller Großversuche übernehmen und auf seinem Mikrogittermodell in Toulouse umsetzen. Das Fachwissen bei den Methoden und die Software-Tools für die Entwicklung komplexer Systeme steuert CEA-List bei. Trialog stellt sein Know-how in der Sicherheitstechnik und Normung zur Verfügung und die Ingenieurschule Centrale Supélec bringt ihre Kenntnisse bei der Modellierung, Simulation und Optimierung komplexer Systeme ein. Das Projekt SESAM-Grids hat die Projektausschreibung „generische Programme integrierter Software“ des staatlichen Finanzinstituts Frankreichs „Caisse des Dépôts“ gewonnen. Sie wird von der öffentlichen Investitionsbank (BPI) und der Generaldirektion für Unternehmen (DGE) im französischen Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Industrie unterstützt.

Bild: aliasjan, CC BY 2.0, flickr.com

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