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Maschinenbau und Bildverarbeitung als perfektes Paar Sicher abfüllen im Reinraum

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Mit vereinter Kompetenz realisierten der Maschinenbauer Harro Höfliger und die Bildverarbeitungs-Experten von Stemmer Imaging eine Hochleistungs-Abfüllanlage für pharmazeutische Funktionstuben.

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Vororientierte Tuben werden der Ausrichtstation in rotativ willkürlicher Lage zugeführt und entsprechend der Druckmarke aus gedreht.
Vororientierte Tuben werden der Ausrichtstation in rotativ willkürlicher Lage zugeführt und entsprechend der Druckmarke aus gedreht.
( Archiv: Vogel Business Media )

Anlagen für den Reinraum von Pharmaunternehmen zu konzipieren und zu bauen stellt eine besondere Herausforderung dar. Auch die Produktion von Arzneimitteln und medizinischen Lösungen ist mit höchsten Ansprüchen an Verarbeitung und Qualität eng verknüpft. Das im schwäbischen Allmersbach im Tal ansässige und international erfolgreiche Unternehmen Harro Höfliger Verpackungsmaschinen hat sich auf diese anspruchsvollen Bereiche spezialisiert und entwickelt seit über einem Viertel Jahrhundert ganzheitliche Systemlösungen und Sondermaschinen für die Pharmazie, für den chemisch-technischen Bereich sowie für den Sektor Nahrungs- und Genussmittel.

Zu den herausragenden Stärken des Unternehmens zählen dabei Reinraummaschinen, die bei der Fertigung pharmazeutischer und medizinischer Produkte zum Einsatz kommen. „Diese Anlagen müssen überdurchschnittliche Anforderungen erfüllen“, erklärt Manfred Hild, Abteilungsleiter Steuerungstechnik bei Harro Höfliger. Dies folge unter anderem aus der Tatsache, dass im Reinraum häufig aggressive Reinigungssubstanzen zum Einsatz kommen, was die Auswahl der eingesetzten Materialien erheblich reduziere. „Solche Anlagen müssen reinigungsfreundlich und wenig reparaturanfällig sein, denn oft kann nur eingeschränkt auf die einzelnen Anlagenteile zugegriffen werden. Die integrierten Systeme zum Messen, Beleuchten oder Detektieren müssen in der Regel eingekammert werden, was ihre Auswechslung im Fehler- oder Wartungsfall kompliziert und langwierig macht“, so der Abteilungsleiter weiter.

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Anspruchsvolle Aufgabe

Ein aktuelles Projekt der Schwaben, bei dem diese schwierigen Randbedingungen erneut erfüllt werden mussten, wurde vor Kurzem an den Kunden ausgeliefert: Die beiden dabei realisierten, identischen Füllmaschinen für so genannte „Tuben für Schluckimpfung mit noch lebenden Antiviren“ ermöglichen die Abfüllung von Flüssigkeiten oder pastenförmigen Materialien in Kunststoff-Tuben. Aus diesen Behältnissen kann der Anwender den Inhalt später – ähnlich wie bei einer Zahnpasta-Tube - auf einfache Weise herausdrücken und nutzen. „Bei der Verwirklichung dieser beiden Maschinen waren nicht alle optischen Materialeigenschaften bekannt“, beschreibt Manfred Hild eine der Schwierigkeiten für sein Team.

Eine größere Herausforderung bestand jedoch in der Auswahl der optimalen Bildverarbeitungs-Komponenten für die in der Maschine realisierte Ausrichtstation. Vor dieser Ausrichtstation werden die Tuben in nicht orientierter Lage zugeführt. Nach dem Vereinzeln der Tuben erfolgt deren Ausrichtung stehend mit dem Verschluss nach unten. Ein spezieller Greifer nimmt pro Arbeitsschritt parallel zehn Tuben auf und übergibt sie an die Ausrichtdrehstation.

Bevor die Substanzen in die Tuben eingefüllt werden können, müssen diese zunächst ausgerichtet und in eine vorgegebene Drehlage gebracht werden. Dieser Zwischenschritt hat zwei Gründe: Zum einen wird durch die definierte Ausrichtung sichergestellt, dass die Tuben beim späteren Verschließen nicht an ihrer längsseitigen Fügestelle brechen und undicht werden können. Zum anderen möchte der Pharma-Hersteller, dass sich die Tuben-Aufdrucke nach dem Versiegeln immer an der vorgegebenen Stelle befinden und somit optimal lesbar sind.

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