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Industriesoftware Siemens kauft Mentor Graphics

| Redakteur: Sariana Kunze

Siemens erweitert mit dem Kauf von Mentor Graphics sein Portfolio für Industriesoftware. Beide Seiten haben eine Vereinbarung zur Übernahme von Mentor durch Siemens für 37,25 US-Dollar je Aktie in bar unterzeichnet. Dies entspricht einem Enterprise Value von 4,5 Mrd. Dollar. Das US-Unternehmen ist ein Anbieter von Automatisierungs-Software für das Design von Integrated Circuit- (IC) und System-on-Chip (SoC)-Technologien.

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Laut Walden C. Rhines, Chairman und CEO von Mentor, ist Siemens der ideale Partner für Mentor.
Laut Walden C. Rhines, Chairman und CEO von Mentor, ist Siemens der ideale Partner für Mentor.
(Bild: Mentor)

Die Übernahme erweitert das führende Digital Enterprise Portfolio von Siemens entscheidend um Mentors etablierte Lösungen für elektronisches IC und Systemdesign, Simulation und Herstellungslösungen. Diese Fähigkeiten werden heute für vernetzte Smart-Produkte wie etwa autonome Fahrzeuge benötigt. Die Kombination von Siemens und Mentor ermöglicht Entwicklungstools für Mechanik, Thermik, Elektrik/Elektronik sowie Embedded-Software, mit denen Kunden von Siemens ihre Innovationsgeschwindigkeit erhöhen, die Effizienz in der Produktion steigern und den Einsatz ihrer Produkte in der Praxis optimieren können. Erstmalig können so Qualität, Effizienz, Flexibilität, Sicherheit und Geschwindigkeit über alle technischen Disziplinen sowie den ganzen Lebenszyklus eines Produkts hinweg umfassend verbessert und das Digital

Mentor hat seinen Sitz in Wilsonville im US-Bundesstaat Oregon und hat Mitarbeiter in 32 Ländern weltweit. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Mentor einen Umsatz von rund 1,2 Mrd. Dollar und eine bereinigte Marge von 20,2 Prozent. Siemens erwartet, dass diese attraktiven Margen auch in der Zukunft anhalten werden. Mentor wird damit wesentlich zum Geschäft mit Product Lifecycle Management (PLM) Software in der Siemens Division Digital Factory beitragen, in die das Unternehmen integriert werden soll. Mentor verfügt über eine große und diversifizierte Kundenbasis von entscheidenden System- und Halbleiteranbietern mit über 14.000 weltweiten Kunden im Bereich Kommunikation, Computer, Unterhaltungselektronik, Halbleiter, Multimedia sowie Transportindustrie. Das Unternehmen gilt laut eigenen Angaben als globaler Marktführer in strategischen Industriesegmenten wie IC-Design, Test und Fertigung, Entwurf und Analyse von elektronischen Systemen und Emerging Markets einschließlich der Automobilelektronik.

Synergien durch Mentor-Übernahme

„Durch die Kombination von Mentors Technologieführerschaft und der engen Kundenbeziehungen mit dem globalen Know-how und Ressourcen von Siemens können wir den wachsenden Bedürfnissen unserer Kunden besser gerecht werden und unseren Mitarbeitern zusätzliche Chancen eröffnen“, sagt Walden C. Rhines, Chairman und CEO von Mentor. "Siemens ist ein idealer Partner mit finanzieller Kraft und Stabilität. Siemens Ressourcen und zusätzliche Investitionen werden es uns ermöglichen, Neuerungen noch schneller einzuführen und unsere Vision zu beschleunigen, die Entwicklung von kompletten automatisierten Designlösungen für elektronische Systeme zu schaffen.“

Siemens rechnet damit, Synergien beim EBIT von 100 Mio. Euro im vierten Jahr nach Abschluss der Transaktion aus einer Kombination von Umsatzwachstum und erwarteter Margenverbesserung zu erzielen. Darüber hinaus soll zum Ergebnis je Aktie bei Siemens die Übernahme im dritten Jahr nach dem Abschluss beitragen. Der Abschluss der Transaktion ist abhängig von den üblichen Bedingungen und wird für das zweite Quartal des Kalenderjahres 2017 erwartet. Mentor wird in das PLM-Softwaregeschäft der Siemens-Division Digital Factory integriert. Digital Factory ist laut Siemens der Marktführer bei der Automatisierungstechnik und ein führender Anbieter bei PLM-Software.

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