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Energiemanagement Siemens senkt mit Big Data den Energieverbrauch bei Gestamp um 15 Prozent

| Redakteur: Gudrun Zehrer

Mit einer Cloud-basierten Plattform für effizientes Energiemanagement hat Siemens dem multinationalen Autoteilehersteller Gestamp zur Senkung des Energieverbrauchs in 14 seiner Werke verholfen. Die Plattform, die Big Data zur Optimierung des Energieverbrauchs nutzt, erzielt eine Verringerung um etwa 15 Prozent. Das spanische Unternehmen spezialisiert sich auf die Konstruktion, Entwicklung und Herstellung von Metall-Automobilteilen für leichtere, sicherere Fahrzeuge.

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(Bild: gemeinfrei)

Siemens wurde als globaler Anbieter gewählt, um durch die Implementierung dieses Systems eine Optimierung des Energiebedarfs in einer Branche zu ermöglichen, deren Energieverbrauch ständig zunimmt.

Ausweitung des Projekts auf 30 Standorte für dieses Jahr geplant

Die erste Phase bestand in der Einführung der Siemens-Plattform für effizientes Energiemanagement in den Gestamp-Fertigungsanlagen in Spanien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Polen. Es ist geplant, das Projekt bis Ende 2017 auf 30 Anlagen – darunter auch Werke in China und den USA – zu erweitern.

Stromverbrauch durch Einsatz von Big Data optimiert

Die Siemens-Plattform ermöglicht es, den Energiebedarf in den Werken in Echtzeit zu überwachen und ihre Infrastruktur an eine Cloud-Lösung anzubinden, die den Elektrizitäts- und Gasverbrauch in Echtzeit beurteilen kann. Das Tool ermöglicht es, anhand der Verbrauchsmuster Algorithmen festzulegen, die für den Energieverbrauch relevante Fehlfunktionen der Ausrüstung erkennen und Warnungen erzeugen. Die Energieverbrauchsdaten können mit Datenanalyseverfahren verarbeitet werden, um die vorausschauende Wartung zu planen, die Produktionsprozesse zu verwalten oder den Energieverbrauch auf der Grundlage zukünftiger Produktionsanforderungen zu prognostizieren.

Gestamp senkt CO2-Emissionen seiner Anlagen um 15 Prozent

Das Ziel besteht darin, das Verhalten der Ausrüstung so zu modellieren, dass sie so effizient und koordiniert wie möglich arbeitet und gleichzeitig durch den verminderten Energieverbrauch eine Senkung der CO2-Emissionen um 15 Prozent ermöglicht. Die Energieeffizienz-Plattform von Siemens wird vom Smart Grids Control Center des Unternehmens in der spanischen Stadt Sevilla aus verwaltet und wurde in den Gestamp-Anlagen mit dem größten Energieverbrauch bereits eingeführt. Ziel ist es, die Nutzung der Plattform auf weitere Regionen weltweit auszudehnen.

Verhaltensmuster von ineffizienten Faktoren erkennen

Durch die Rationalisierung des Energieverbrauchs der Anlage, die sich infolge der Datenanalyse und durch die von der Plattform angebotenen Lösungen ergeben hat, konnte Gestamp in den vergangenen zwölf Monaten fast 45 GWh Energie einsparen. So werden sich die Investitionen in weniger als drei Jahren amortisieren. Es handelt sich um ein differenzielles System, das Informationen mit hoher Auflösung erfassen und verarbeiten kann und in der Lage ist, Energieverbrauchsdaten mit anderen Variablen, zum Beispiel der Produktion, in Beziehung zu setzen. Das Ziel besteht darin, diese Informationen zu extrapolieren, um ein detailliertes Verständnis vom Betrieb der Ausrüstung zu gewinnen – eine wichtige Voraussetzung für fundierte Entscheidungen. Neben der Datenerfassung und -verarbeitung ermöglicht es das System, mit Algorithmen Verhaltensmuster zu identifizieren, um ineffiziente Faktoren beim Energieeinsatz erkennen und automatisch beheben zu können.

Siemens und Gestamp arbeiten gemeinsam auf das Ziel „Smart Facilities“ hin und realisieren in den Anlagen das Konzept Industrie 4.0. Das Projekt „Energy Efficiency“ ist eine der Säulen, auf die sich die Partnerschaft zwischen Siemens und Gestamp im Rahmen dieser Initiative stützt.

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