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Digitalisierung Siemens und Bentley Systems vereinbaren strategische Allianz

| Redakteur: Katharina Juschkat

Um die Digitalisierung in sich ergänzenden Geschäftsbereichen voranzutreiben, beschließen Siemens und Bentley Systems eine Allianz. Die Unternehmen erhoffen sich dadurch geschäftlichen Mehrwert.

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Siemens und Bentley haben eine Allianz vereinbart, um Infrastrukturprojekte schneller fertigzustellen und die Anlagenleistung zu verbessern.
Siemens und Bentley haben eine Allianz vereinbart, um Infrastrukturprojekte schneller fertigzustellen und die Anlagenleistung zu verbessern.
(Bild: gemeinfrei, pixabay.com / CC0 )

Siemens und Bentley Systems haben eine strategische Allianz mit dem Ziel vereinbart, die Digitalisierung in sich ergänzenden Geschäftsgebieten voranzutreiben, um geschäftlichen Mehrwert zu schaffen. So sollen Infrastrukturprojekte schneller fertiggestellt und die Anlagenleistung verbessert werden.

Die beiden Unternehmen wollen zunächst 50 Millionen Euro in die Entwicklung gemeinsamer Lösungen für die Bereiche Infrastruktur und Industrie investieren, um ihre jeweiligen Angebote zum Nutzen der Endkunden auszubauen. Im Rahmen dieser Aktivitäten sollen neue Cloud Services für eine vernetzte Datenumgebung genutzt werden, um die jeweiligen digitalen Engineering-Modelle beider Unternehmen zusammenzuführen. Über die vereinbarte Zusammenarbeit hinaus hat Siemens im Rahmen eines Unternehmensprogramms, das bis zur Börsennotierung von Bentley Systems läuft, Altaktien aus dem Bentley-Stammkapital im Wert von etwa 70 Millionen Euro erworben.

Digitale Zwillinge in der Fertigungslinie

Die beiden Unternehmen arbeiten bereits erfolgreich in den Divisionen Digital Factory sowie Process Industries and Drives zusammen und haben dort entsprechende Softwareangebote integriert. So wurde die Technik der Bentley-Reality-Modeling-Software in Siemens Process Simulate integriert, um lasergescannte Punktwolken bei der Modellierung von Industriebrachen zu nutzen. Der Anbieter von schlüsselfertigen Fertigungslösungen für die Automobilindustrie TMS Turnkey Manufacturing Systems hat die Punktwolkentechnologie bereits eingesetzt, um einen digitalen Zwilling seiner Fertigungslinie zu erstellen. So konnte das Unternehmen seine Planungs- und Validierungsprozesse verbessern und dadurch den Zeit- und Kostenaufwand senken.

Mehrere Siemens-Divisionen werden in die neuen Investitionsinitiativen involviert sein. Der wesentliche Nutzen soll darin liegen, aktuelle Daten aus den Siemens-Lösungen über die komplementären Bentley-Anwendungen für Designmodellierung, analytische Modellierung, Konstruktionsmodellierung und Asset-Performance-Modellierung zusammenzutragen. So ermöglichen die integrierten und offenen Engineering-Modelle wie der digitale Zwilling durch eine immersive 3D-Schnittstelle betrachtet eine bessere operative Performance, Darstellung und Zuverlässigkeit. Damit werden die 2D-Modelle der Siemens-Lösungen in die realitätsgetreuen 3D-Modelle von Bentley Systems integriert.

Anwendungen für 3D-Modellierung ergänzt Siemens-Portfolio

Die Unternehmen wollen in den Bereichen Energiemanagement, Energieerzeugung, Gebäudetechnik und Mobilität dort zusammenarbeiten, wo sich ihre Expertisen ergänzen. Beispielsweise ergänzen die Bentley-Anwendungen für die 3D-Modellierung und Strukturanalyse die Lösungen von Siemens in den Bereichen Elektrifizierung und Automatisierung. Die Unternehmen wollen jeweils Software des Partners anbieten und Komplettlösungen liefern, sodass Kunden ihre Projekt- und Asset-Performance durch Simulationen und virtuelle Inbetriebnahme verbessern können. Siemens und Bentley Systems wollen auch künftig ihre Entwicklungen nach den Prinzipien der Offenheit und Interoperabilität gestalten.

Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, sagt: „Mit diesem Schritt bauen wir unser Industry-Software-Ökosystem von 2D- zu 3D-Lösungen aus. Damit wollen wir das Simulationsportfolio unseres Digital-Enterprise-Angebots auf eine neue Ebene heben. Wir realisieren unsere Vision eines digitalen Zwillings von der virtuellen Planung bis zum realen Produkt zum Nutzen unserer Kunden, die selbst an der Digitalisierung ihrer Wertschöpfungsketten arbeiten. Bentley Systems ist für uns ein idealer Partner.”

Greg Bentley, CEO von Bentley Systems, erklärt: „Mit Siemens konnten wir zielgerichtet über die bloße Verknüpfung des Industrial Internet of Things hinausgehen, damit wir digitale Engineering-Modelle optimal für visuelle Operationen und eine vernetzte Infrastruktur-Asset-Performance nutzen können. Schon lange teilen wir komplementäre Technologien und freuen uns besonders, dass wir einen Beitrag zur Rolle von Siemens bei der industriellen Digitalisierung leisten können.” (kj)

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