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Geschäftsmodelle Siemens will auch teilen

| Redakteur: Robert Weber

Uber macht es, Daimler tut es auch und viele andere Unternehmen würden gerne mitmachen: Share-Modelle für die B2C-, aber auch für die B2B-Welt sind beliebt und versprechen zusätzliche Umsätze. Siemens will mit SAP ins Cloud-Geschäft einsteigen und betont das Servicegeschäft..

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Kommt nach dem Carsharing das Maschinensharing? Siemens will mit der Cloud neue Geschäftsmodelle entwickeln.
Kommt nach dem Carsharing das Maschinensharing? Siemens will mit der Cloud neue Geschäftsmodelle entwickeln.
(Bild: MotorBlog unter CC BY 2.0, Flickr)

Seit der Pressekonferenz von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel auf der Hannover Messe wissen die aufmerksamen Zuhörer: Die Tochter des SPD-Ministers will kein neues Auto, sie teilt sich ihren Pkw lieber über ein Carsharing-Pool. Gabriels Jugendtraum von einem Auto träumt sie nicht. Das Kundenbedürfnis verändert sich. Darauf haben manche Autobauer schon reagiert. Ein neues Geschäftsmodell war geboren. Carsharing via App. Danach suchen auch die Industrialisierer. „Es geht nicht um Hard- oder Software. Es geht um neue Geschäftsmodelle, die nicht von einem Softwarehersteller gemacht werden, sondern die im Silicon Valley oft ihren Anfang haben“, meint Richard Soley vom Industrial Internet Consortium. Das Feld will Siemens den Amerikanern aber nicht überlassen. Zusammen mit SAP wollen die Bayern aufholen. Grundlage für die datenbasierten Plant Cloud Services ist der Aufbau einer offenen Cloud-Plattform für Anwendungen in der Industrie.

Maschinenstundenverkauf als neues Geschäftsmodell?

Die von Siemens angebotene Plattform nutzt dabei die Hana-Technologie des Softwarespezialisten SAP. Die SAP Hana Cloud-Plattform basiert auf der in-memory-Technologie und ist eine offene Plattform für Kunden und Entwickler, um Apps in der Cloud zu entwickeln, zu erweitern und zu betreiben. Siemens setzt dabei auf den offenen Standard OPC, um Siemens und Wettbewerbsprodukte anzubinden. Für eigene Produkte soll ein Plug-and-Play ermöglicht werden. Der Kunde kann die Cloud-Infrastruktur selber konfigurieren. Er kann zwischen Public, Private oder On-Premise-Cloud wählen. Bezahlt wird über ein Pay-per-use-Preismodell, erklärt Klaus Helmrich, Vorstandsmitglied und verantwortlich für die digitale Fabrik im Konzern. Er und seine Kollegen können sich über die Cloud-Lösung beispielsweise ein Geschäftsmodell vorstellen, das es Unternehmen ermöglicht, Maschinenstunden anzubieten und diese zu verkaufen. Der Anwender teilt so seine Maschine. Für Siemens sieht Helmrich im Datengeschäft viel Potenzial. Siemens als Datentreuhänder ist sein Ansatz, den der Franke auf der Messe präsentierte. Dabei betreibt Siemens kein Rechenzentrum, sondern der Konzern ist in der Lage, Daten (Big Data) in Wissen (Smart Data) und in Geschäft (Geschäftsmodelle) zu wandeln, erfuhr elektrotechnik auf Nachfrage. Partner im Hintergrund: SAP. Siemens erweitert damit sein Produktportfolio für das digitale Unternehmen. Neben Software, industrieller Kommunikation und Sicherheit in der Automatisierung spielt der Service eine große Rolle. Energieverbrauchsanalyse, Anlagenoptimierung und Prozessdatenanalyse gehören zum Beratungsgeschäft, um Siemens-Kunden fit für Industrie 4.0 zu machen.

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