Steuerung Simatic sorgt für Honigschlecken

Autor / Redakteur: Ines Näther / Ines Stotz

Wie bekommt der Imker den Honig aus den Waben? Er muss sie schleudern. Weil das kein einfaches Honigschlecken ist und auch hier Steuerung, Bediengerät und Antrieb zusammenspielen müssen, rüstet Harzer Antriebstechnik diese jetzt auch mit Siemens-Technik aus. Sie sorgt von der Steuerung über den Frequenzumrichter bis zum Bediengerät für ein effizientes Honigschleudern.

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Honigbiene beim Nektarsammeln
Honigbiene beim Nektarsammeln
(Bild: Siemens)

Honig schmeckt lecker, ist gesund und viele fleißige Bienchen liefern ihn uns. Das ist das, was wir alle wissen. Dass es 500 bis 550 Bienenarten in Deutschland gibt, wovon die allermeisten solitär, d.h. einzeln und nicht in „Staaten“, leben, wissen schon weniger. Den geliebten Honig liefert uns nämlich nur die „Honigbiene“, die auch ganz anders aussieht als die „Wildbiene“. Aus 10.000 bis 40.000 Bienen besteht der Staat der europäischen Honigbiene im Sommer. Die Arbeiterinnen sammeln den Honig, lagern ihn ein – und sterben vor dem Winter. Sie betreiben also gezielte Vorratswirtschaft für ihre Schwestern der kommenden Generation. Der Mensch hat sich das schon seit tausenden Jahren zunutze gemacht und „erntet“ den Honig. Aus der Zunft der Zeidler hat sich die Imkerei entwickelt und die Honigbiene wurde in den letzten Jahrzehnten durch gezielte Zucht zum landwirtschaftlichen Nutztier.

Um qualitativ hochwertigen Honig zu erhalten, nutzen Imkereien Honigschleudern. Sobald der Honig in den Bienenwaben reif ist, wird er von den Honigbienen mit Bienenwachs verdeckelt. Vor dem Schleudern entfernt der Imker die Wachsdeckel und stellt die Waben mit ihren Rahmen in eine Schleuder. Diese Art Zentrifuge beginnt sich zu drehen und so wird der Honig durch die entstehenden Fliehkräfte aus den Honigwaben gezogen. Der Honig läuft an der Innenseite der Zentrifuge ab und sammelt sich am Boden.

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Neue Steuereinheiten für die Honigproduktion

Für eine effektive Honigproduktion sind heute die Schleudern mit einem Antrieb versehen. Bisher arbeitete die auf Imkereitechnik spezialisierte Firma CFM (Carl Fritz Mellrichstadt) mit konventionell gefertigten Steuerungen, die immer wieder ein hohes Maß an Erfahrung und Intuition beim Herausfinden der passenden Parameter erforderten.

Neue Steuereinheiten mussten her: sie sollten kompakter, einfach zu bedienen und in ihren Funktionen selbsterklärend sein. Seit rund einem Jahr nun fertigt die im niedersächsischen Bad Lauterberg ansässige Harzer Antriebstechnik für CFM Steuereinheiten mit Siemens-Technik für Honigschleudern in Serie. Das Unternehmen ist auf die Planung und Erstellung von anspruchsvollen Automatisierungslösungen mit dem Schwerpunkt Antriebstechnik spezialisiert.

Marcus Warlich, Gründer der Harzer Antriebstechnik erklärt, warum er und sein Projektteam sich für diese Lösung entschieden haben: „Von der Steuerung über den Frequenzumrichter bis zum Bediengerät setzen wir bei diesem System auf Siemens-Technologie und haben damit gute Erfahrungen gemacht. Nicht zuletzt haben die hohe Zuverlässigkeit und das optimale Preis-Leistungs-Verhältnis der Komponenten sowie die innovative Engineering-Software zum erfolgreichen Ergebnis beigetragen.“

Simatic steuert süßen Genuss

Um qualitativ hochwertigen Honig zu erhalten, nutzen Imkereien Honigschleudern, die den Honig aus den Waben schleudern. Wichtig dabei ist das nahtlose Zusammenspiel von Steuerung, Bediengerät und Antrieb für einen effizienten Betrieb. Die Produktionsbedingungen der unterschiedlichen Honigsorten legt der Imker nur durch Auswahl des Schleuderprogramms und der Antriebsparameter fest.

Die Honigschleudern der Harzer Antriebstechnik arbeiten mit einem Steuerungsmodell auf Basis von Simatic-Technologie, sowie einem drehzahlveränderbaren Antrieb. Dabei wird ein mit dem Frequenzumrichter verbundener Motor über das Kommunikationsmodul CM1241 (RS485) von einer Siemens-Steuerung Simatic S7-1200 gesteuert.

Je nach Schleudertyp und Antriebstyp kommen die CPU-Modelle 1212C oder 1214C zum Einsatz. Die Kommunikation läuft über das USS Antriebsprotokoll (Universelles Serielles Schnittstellen-Protokoll). Die Motoren mit Leistungen zwischen 0,37 und 2,2 kW werden einphasig mit 230 V Wechselspannung versorgt.

Über ein kombiniertes Tasten- und Touch- Bedienpanel Simatic HMI KTP400 Basic wählt der Imker das Schleuderprogramm und die Konfiguration. Zudem kann er den Programmablauf überwachen und die vorgegebene Motorgeschwindigkeit individuell modifizieren. Eine tauschbare Abdeckfolie schützt das Verkleben der Bedienknöpfe und Schalter des Panels. Im Wartungsfall muss nur noch die Steuerung selbst eingesandt werden.

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