SPE
Bahn frei für Single Pair Ethernet

Von Thomas Keller, Product Manager Industries bei Rosenberger Hochfrequenztechnik 7 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Standardisierung von Single Pair Ethernet steht kurz vor dem Durchbruch. Damit fällt eine entscheidende Hürde: Die unüberschaubare Zahl an Steckergesichtern, die viele Unternehmen bisher zögern ließ. Der neue, universelle Steckerstandard könnte vor allem die industrielle IoT-Vernetzung für digitale KI-Services und die intelligente Fabrik deutlich vereinfachen.

SPE-Steckverbinder basieren auf internationalen Standards (IEC 63171), welche die Kompatibilität fördern und eine zuverlässige Nutzung in verschiedenen Einsatzbereichen gewährleisten.(Bild:  Rosenberger)
SPE-Steckverbinder basieren auf internationalen Standards (IEC 63171), welche die Kompatibilität fördern und eine zuverlässige Nutzung in verschiedenen Einsatzbereichen gewährleisten.
(Bild: Rosenberger)

In den letzten Jahren hat sich Single Pair Ethernet (SPE) bereits in der Automobilindustrie durchgesetzt. Die zunehmende Vernetzung im „Software-defined Vehicle“ erfordert eine sichere, kompakte Verkabelung auf engstem Raum im Fahrzeug, die Sensoren und Steuerungen für autonomes Fahren, Batteriemanagement- und Fahrerassistenzsysteme verbindet. Als Partner der OEMs begleitet Rosenberger seit 2012 den Paradigmenwechsel in der automobilen Datenübertragung und hat dabei maßgeblich zur Entwicklung moderner Steckverbinder beigetragen. Die langjährige Erfahrung in der Protokoll- und Schnittstellenentwicklung floss direkt in die Gestaltung der Steckverbinderlösungen ein und unterstützt den aktuellen Standardisierungsprozess. Dies zeigt sich im neuen Hybrid-Steckverbinder-Standard IEC 63171-7 (ED2), der künftig die Grundlage für eine umfassende Interoperabilität bildet.

SPE birgt Potenzial für unterschiedlichste Bereiche

Eine Übertragungstechnologie mit großer Reichweite, die Powerversorgung und Datenübertragung in einem Kabel kombiniert, gewinnt auch in der industriellen Vernetzung zunehmend an Bedeutung. Die Entwicklung rund um Industrie 4.0, Digitalisierung und Vernetzung wird immer relevanter. Die Basis dafür sind Daten! Zwar wird in der industriellen Vernetzung bereits mit bestehenden Protokollen gearbeitet, doch in der Praxis bleibt es ein Problem, kostengünstig, nachhaltig und effizient an die Daten zu kommen. Indem Sensorik und Aktorik in IoT-Anwendungen die notwendigen Informationen liefern, die von KI-Systemen beispielsweise für vorausschauende Wartung oder Simulationen analysiert werden, steigt der Bedarf an bezahlbarer, intelligenter Vernetzung weiter. SPE stellt hier eine sinnvolle Alternative dar, die zudem Security-Strategien wie Time Sensitive Networking (TSN) für Sicherheits- und Safety-kritische Echtzeitanwendungen ermöglicht.