Medizintechnik

Smart Health mit klugen Bauteilen

| Autor: Karin Pfeiffer

Laborcheck im Taschenformat, intelligente Implantate oder Roboterschwärme für die Mikro-Montage: Kaum eine andere Branche ist so innovativ wie die MediTech mit Trends wie Miniaturisierung und IoT. Elektronische Bauteile gelten als die Innovationstreiber

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Silizium-Wafertechnologien sind Grundlagen für innnovative Sensoren aus dem CiS Forschungsinstitut und ein Highlight der Compamed.
Silizium-Wafertechnologien sind Grundlagen für innnovative Sensoren aus dem CiS Forschungsinstitut und ein Highlight der Compamed.
(Bild: CiS/S. Reuter (Jena))

Sie gilt als eine der umsatzstärksten Zweige der Elektroindustrie und als eine der innovativsten Branchen überhaupt: Die Medizintechnik setzt weltweit rund 300 Milliarden Euro um, schätzt der Branchenverband MedTech Europe. In Deutschland erwirtschafteten die Unternehmen hier vergangenes Jahr rund 28,4 Milliarden Euro und damit ein Wachstum von 11,6 Prozent. Rund ein Drittel des Umsatzes erzielt die Branche laut BVMed mit Produkten, die nicht älter sind als drei Jahre. Dieser Bereich meldete allein 2014 über 11.000 Patente beim Europäischen Patentamt an – mehr als in allen anderen Branchen, was die Medizintechnik einem industriellen Vorreiter macht.

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Und elektronische Komponenten gelten dabei als einer der wichtigsten Innovationstreiber. Denn auch in der Medizintechnik sind Internet der Dinge, Big Data und smarte Produktion offenbar nicht mehr wegzudenken. „Die Schlagwörter Digitalisierung, Internet der Dinge oder Industrie 4.0 tauchen immer öfter auch im Zusammenhang mit der Gesundheitswirtschaft und der Medizintechnik auf“, heißt es in einem Trendbericht zur Compamed 2016, der Branchen-Plattform für die Zulieferer der medizintechnischen Anbieter. „So spielen Mobile-Health-Anwendungen, Wearables sowie smarte Implantate und Textilien eine zunehmende Rolle für die Hersteller von miniaturisierten, elektronischen Komponenten, wie zum Beispiel Sensoren und Aktoren“, nennt Mona Okroy-Hellweg, Pressesprecherin des IVAM Fachverband für Mikrotechnik, eine aktuelle Ausrichtung, die auch in anderen Anwendungen an Bedeutung gewinnen.

Ingenieure tüfteln für die Medizin

In der Medizintechnik schließen sich nun Disziplinen zusammen, die bislang alleine in ihrer Spur Fortschritte erzielten. Inzwischen werden Ingenieurswissenschaften mit minimalinvasiver Chirurgie, Navigation, Implantaten, Robotik, Bildgebung, IT und Mikroelektronik in die moderne Medizin integriert. „Biophysik, Halbleitertechnologie und Robotik stehen plötzlich im Zentrum einer neuen, molekülbasierten und miniaturisierten Medizintechnik“, erklärte Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TU München, in einer Ausgabe der Faszination Forschung.

Hier wachsen im Zuge der Digitalisierung Segmente zusammen, die bislang auf dem Markt in ihrer Eigenständigkeit prosperierten: Angebote für Verbraucher, der Anwendungsbereich in Kliniken, Forschung und Diagnostik und der industrielle Sektor. Auf diese Weise lassen sich Werte und Daten eine durchgängige Gesundheitskette entlang vom Patienten zum Arzt oder seine Instrumente und Anlagen reichen – und in Form von Diagnostik, Therapie oder Medikamentenanpassung zurück. Analogien zur Wertschöpfungskette industrieller Prozesse kommen einem dabei wohl nicht von ungefähr in den Sinn. Und so gibt es inzwischen schon viele Applikationen, wo die einstigen Grenzen zwischen Endanwender und Einsatz für die Fertigung verschwimmen, wie bei optischen Technologien etwa. So geht es beispielsweise im Forum „Photonik 4.0“ um die Frage, wie das große Potenzial der optischen Technologien für Industrie 4.0 eingesetzt werden kann – und wie Unternehmen davon profitieren. Der federführende Fachverband Spectaris vertritt auch viele Hersteller von Medizintechnik.

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