KI Smarter Roboter findet Verlorenes 

Quelle: TU München 2 min Lesedauer

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Einen Roboter, der auf Zuruf verlorene Gegenstände aufspüren kann, hat die Technische Universität München entwickelt: Er verknüpft dafür Wissen aus dem Internet und eine räumliche Umgebungskarte, um gesuchte Objekte effizient zu finden.

Dank Sprachmodell findet der Roboter verlorene Gegenstände - künftig soll ihm das sogar gelingen, wenn er hinter Türen oder in Schubladen suchen muss. (Bild:  Andreas Schmitz/TUM)
Dank Sprachmodell findet der Roboter verlorene Gegenstände - künftig soll ihm das sogar gelingen, wenn er hinter Türen oder in Schubladen suchen muss.
(Bild: Andreas Schmitz/TUM)

Der neue Roboter aus dem Learning Systems and Robotics Lab der TU München (TUM) von Prof. Angela Schoellig sieht aus wie ein fahrbarer Besenstil, an dessen oberen Ende eine Kamera montiert ist. Er ist einer der ersten Roboter, der Bildverständnis nicht nur integriert, sondern für eine klar definierte Aufgabe nutzt.
„Wir haben dem Roboter beigebracht, die Umgebung zu verstehen“, sagt Prof. Angela Schoellig. Die Vision der Leiterin des Robotik-Labs im TUM-Lehrstuhl für Sicherheit, Performanz und Zuverlässigkeit für lernende Systeme ist, Roboter zu entwickeln, die sich selbstständig in beliebigen Umgebungen zurechtfinden. Humanoide Roboter, die in Fabriken arbeiten, oder Roboter in der Pflege, die sich in unterschiedlichen Wohnungen aufhalten, erfordern dieses neu entwickelte Grundverständnis, das „für alle Roboter wichtig ist, die sich in Räumen bewegen, die sich ständig verändern“, wie Schoellig sagt. 

Roboter erhält dreidimensionale Informationen 

Um etwa eine verlegte Brille in der Küche zu finden, muss sich der Roboter umsehen und ein dreidimensionales Bild des Raumes aufbauen. Die Kamera liefert zunächst zweidimensionale Bilder, deren Bildpunkte jedoch zusätzlich Tiefeninformationen enthalten. So entsteht ein zentimetergenaues räumliches Bild der Umgebung, das ständig aktualisiert wird. Ein Laptop versorgt den Roboter zusätzlich mit Informationen dazu, welche Gegenstände auf dem Bild zu sehen sind und welche Bedeutung sie für den Menschen haben.

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Intelligente Suche: Brillen liegen selten auf Herdplatten

Dem Roboter ist also klar, dass etwa ein Tisch oder eine Fensterbank dafür genutzt werden, eine Brille kurz abzulegen, während eine Herdplatte oder Spülbecken dafür eher nicht in Frage kommen. „Das Sprachmodell spielt die Beziehungen zwischen den Objekten ein und wir wandeln diese Informationen in die Sprache des Roboters um“, erläutert Prof. Schoellig. Auf der dreidimensionalen Karte der Umgebung erscheinen kleine zweistellige Zahlen, die ständig neu beziffern, wie wahrscheinlich es ist, dass sich der gesuchte Gegenstand dort befindet. Daraufhin fährt der Roboter die wahrscheinlichen Orte um fast 30 Prozent effizienter ab, als wahllos im Raum zu suchen, so die Forschungsergebnisse. Künstliche Intelligenz kommt also gleich doppelt zum Einsatz, einerseits in der Bilderkennung, andererseits durch den Einsatz eines Sprachmodells.

Weiterer Trick des Roboters: Er merkt sich alte Bilder und ist in der Lage, sie mit neuen Bildern der Umgebung zu vergleichen. Befindet sich also plötzlich ein neuer Gegenstand in der Küche, erkennt er diese Veränderung sehr sicher (95 Prozent) und merkt sich die Bereiche als „hoch wahrscheinlich“ für die Suche.

Nächster Schritt: Die Suche hinter Schranktüren

Im nächsten Schritt will die TUM-Wissenschaftlerin auch Gegenstände suchen, die sich in einer Schublade oder hinter einer Tür befinden. Dafür wird der Roboter allerdings nicht „nur“ auf Wissen aus dem Internet zurückgreifen, sondern mit der Umgebung interagieren müssen. Roboterarme und -hände müssen einen Wandschrank öffnen und verstehen, ob er sich nach oben oder zur Seite öffnen lässt und wie er den jeweiligen Griff am besten anfassen sollte.

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