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Sicherheitsprotokoll So erzeugen offene und herstellerunabhängige Lösungen Mehrwert für die gesamte Wertschöpfungskette

| Redakteur: Wolfgang Leppert

In der Sicherheitsdatenübertragung über Netzwerke erfüllt openSafety den Wunsch nach Einheitlichkeit und Interoperabilität über alle Systeme. Diese Offenheit und Unabhängigkeit bringt nicht nur Maschinenbauern mehr Nutzen als proprietäre Systeme.

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openSafety ermöglicht einen einheitlichen Safety-Standard unabhängig von Steuerung und Feldbus
openSafety ermöglicht einen einheitlichen Safety-Standard unabhängig von Steuerung und Feldbus
( Archiv: Vogel Business Media )

Auch die Hersteller von Sensorik und Aktorik sowie sicherheitstechnischer Endgeräte profitieren vom nur einmaligen Entwicklungs- und Zertifizierungsaufwand. Und Maschinenanwendern wiederum bieten sich Kostenvorteile sowie die Möglichkeit zur lückenlosen Absicherung ganzer Produktionsbereiche.

Manchmal steckt in längst überholten Lösungen doch noch ein attraktives Element. So etwa auch in der industriellen Sicherheitselektronik, deren früher üblicher, hart verdrahteter Aufbau von der verwendeten Steuerungstechnik und deren Bussystemen unabhängig war. Dabei brachten Safety-Systeme mit sicherem Signaltransport über Feldbusse — vor allem über Ethernet-basierte Netzwerke wie etwa Powerlink — eine weitreichende Umwälzung. Allein der Wegfall eines Großteils der Verkabelung führt zu Kostenreduktionen und eliminiert eine notorische Fehlerquelle. Zumindest bei Safety-Systemen mit Direktkommunikation ohne Umweg über den Controller lässt sich zudem der geforderte Sicherheitsstandard bei deutlich höherer Verfahrgeschwindigkeit erzielen — mit entsprechend höherer Produktivität. Nicht zuletzt verringert die Einbeziehung der Antriebe und Motoren wie bei B&R SafeMC die Anhaltewege und damit Sicherheitsabstände, Maschinen können also kleiner und preiswerter gebaut werden.

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Nicht ohne Grund propagieren daher alle namhaften Hersteller von Steuerungs- und Automatisierungstechnik Safety über Industrial Ethernet. „Das Ganze hat nur einen Haken“, meint Stefan Schönegger, bei B&R Business Unit Manager Open Automation, deren Aufgabe es ist, B&R-Technologien auch für andere Systemhersteller und -integratoren sowie Komponentenlieferanten bestmöglich nutzbar zu machen. „Mit einer Ausnahme können alle diese Systeme nur gemeinsam mit der Steuerungshardware bzw. dem Feld-Netzwerksystem des jeweiligen Herstellers betrieben werden — manche aus technischen Gründen, andere ohne Not aus marktpolitischem Monopolstreben.“ Das stört viele Maschinenbauer, insbesondere wenn sie sich bei der Auswahl der Steuerung nicht nach eigenen Kriterien, sondern nach Kundenvorgaben richten müssen. Hier zeigt sich der einzige echte Vorteil hart verdrahteter Systeme: Einmal ausgelegt, einmal zertifiziert, kann die Lösung unabhängig von der verwendeten Steuerung stets gleichbleibend verbaut werden.

Black Channel führt zur gewünschten Interoperabilität

„Ein netzwerkbasiertes Safety-System, das diese Unabhängigkeit nicht bietet, verlangt also einen hohen Preis für seine sonstigen Vorzüge und greift daher eindeutig zu kurz“, ist Stefan Schönegger überzeugt. „Diese Autonomie des Sicherheitssystem gegenüber dem Systembus nicht zu kompromittieren, war daher eines der wesentlichen Entwicklungsziele für openSafety.“ Die Problematik konnte mit dem Black Channel-Prinzip gelöst werden, das die Sicherheits-Übertragung vom jeweils verwendeten Transportprotokoll unabhängig und damit auf jedem Feldbus einsetzbar macht.

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Das bringt nicht nur Maschinenbauern Vorteile: Auch Gerätehersteller profitieren vom Startvorteil einer kürzeren Time-to-Market, weil der Aufwand für Entwicklung und Zertifizierung nur einmal anfällt. Zudem sorgt eine einheitliche Lösung auch für einen geringeren Bedarf an Spezialwissen und begrenzt den logistischen Aufwand, den eine übergroße Variantenvielfalt mit sich bringt. Das bestätigt auch Dr. Georg Plasberg, Divisionsleiter Entwicklung Industrial Safety Systems und Mitglied der Geschäftsleitung beim Sensorik-Spezialisten Sick: „In vielen anderen Applikationsbereichen der Elektronik kann die Interoperabilität unterschiedlicher Systeme bereits so gut wie vorausgesetzt werden. Obwohl wir auch weiterhin die gesamte Vielfalt an proprietären Lösungen in unsere Produkte integrieren werden, glaube ich, dass auch in der industriellen Anwendung auf lange Sicht nur bestehen wird, wer durch offene Kommunikationsstandards Netzwerkgrenzen überwinden kann. Diese Offenheit wünschen wir uns natürlich über die Spezifikationsebene hinaus auch auf der Schnittstellenebene der Engineering Systeme.“

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