Multinationale Projekte So klappt die Zusammenarbeit bei internationalen Projekten

Autor / Redakteur: Ernesto Laraia / Sariana Kunze

Bei multinationalen Projekten werden oft die kulturellen Unterschiede der ausländischen Partner unterschätzt, dass kann sich unter Umständen negativ auf die Zusammenarbeit auswirken. Hier erfahren Sie, worauf es bei der Planung von multinationalen Projekten ankommt und wo Probleme bei der Zusammenarbeit entstehen können.

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Ernesto Laraia ist Direktor des Bereichs „Internationale Perosnalentwicklung“ bei der Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner
Ernesto Laraia ist Direktor des Bereichs „Internationale Perosnalentwicklung“ bei der Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner
( Archiv: Vogel Business Media )

„Das wird schon klappen.“ Nach dieser Devise planen Unternehmen oft Projekte, an denen Personen aus mehreren Ländern mitwirken – speziell solche, bei denen die ausländischen Partner aus den westlichen Industriestaaten stammen. Denn gerade weil deren Kulturen verwandt sind, werden die Unterschiede oft unterschätzt.

Auswanderer stellen nach ein, zwei Jahren in der Fremde oft erstaunt fest: Jetzt lebe ich zwar fern der Heimat, doch meine besten Freunde, mit denen ich mich über meine Sorgen und Nöte austausche, sind weiterhin Landsleute von mir. Dabei nahm ich mir vor dem Auswandern fest vor: Ich will nicht in einer deutschen Enklave leben, sondern enge, persönliche Beziehungen zu den „Einheimischen“ aufbauen.

Warum machen so viele Auswanderer diese Erfahrung? Die meisten Menschen, die bisher nur ihren Urlaub im Ausland verbrachten, unterschätzen, wie stark sie durch ihre Heimat geprägt sind. Sie unterschätzen zudem, wie sehr es sie mit ihren Landsleuten verbindet, dass sie

  • dasselbe Schulsystem durchlaufen haben,
  • von Kindesbeinen an dieselben Radiosender hörten,
  • es gewohnt sind, den Müll zu trennen,
  • und, und, und ...

All diese Faktoren prägen unser Empfinden und Erleben und somit auch das, was uns wichtig ist. Deshalb haben Deutsche im Ausland oft das Gefühl: Meine Landsleute verstehen mich besser und schneller als die „Einheimischen“. Denn erst im tagtäglichen Miteinander registrieren sie die kulturellen Unterschiede im Empfinden, die zu einem unterschiedlichen Verhalten führen. Diese Unterschiede gilt es zu reflektieren. Denn sonst erwachsen hieraus Vorurteile, die sich mit der Zeit zu (Negativ-)Urteilen verfestigen.

Zwei Beispiele: Oft wandern Deutsche aus, um „stressfreier“ zu leben. Doch schon nach kurzer Zeit klagen sie über die Laisser-faire-Mentalität ihrer neuen Mitbürger. Und Deutsche, die ihrem Vaterland den Rücken kehrten, weil ihnen die deutsche Bürokratie „die Luft zum Atmen nahm“? Sie stimmen oft schon nach wenigen Wochen ein Klagelied darüber an, wie willkürlich die Behörden in ihrer neuen Heimat agieren und wie schwierig es ist, irgendwelche Genehmigungen zu erlangen.

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