Drahtlose Kommunikation

So lassen sich entfernte Messstellen einfach und wirtschaftlich anbinden

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Selbstheilende Lösung für stabile Funkverbindung

Das Radioline-System unterstützt den Aufbau eines vermaschten Netzwerks mit maximal 250 Funkmodulen. In diesem Netzwerk kann jedes Wireless-Gerät als Repeater arbeiten und somit Daten an die übrigen Teilnehmer weiterleiten. Dies ist die Grundlage für eine selbstheilende Lösung. Sollte also ein direkter Kommunikationspfad gestört sein, sucht sich das Funksystem automatisch eine alternative Verbindung über ein anderes im Netzwerk funkendes Radioline-Modul.

Der Einsatz von robusten 6-dBi-Rundstrahlantennen an sämtlichen Wireless-Komponenten sorgt für ein stabiles Funksignal zwischen den Stationen. Dem Kraftwerk steht somit eine zuverlässige industrietaugliche Kommunikationslösung zur Verfügung.

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Einfache Installation und Inbetriebnahme des Funksystems

Als langjähriger Lieferant von RWE hat das in Bergheim ansässige Unternehmen PBE Esser die Installation und Inbetriebnahme der vorkonfektionierten Komponenten übernommen. Diese gestaltete sich sowohl für das Radioline-System als auch die Photovoltaik-Anlage einfach.

Die entfernten Messstellen übertragen nun analoge Temperatur- und Pegelsignale sowie digitale Störmeldungen an das Leitsystem. Die Funklösung ermöglicht folglich einen wirtschaftlichen Kabelersatz für die I/O-Signale. Über das so genannte I/O-Mapping werden die Daten ohne Software-Unterstützung nur durch Betätigen eines weißen Rändelrads im Funknetzwerk verteilt. Um das Eingangs- mit dem Ausgangsmodul zu verbinden, stellt der Anwender dazu an beiden Modulen lediglich die gleiche I/O-Map-Adresse – beispielsweise „23“ – ein und zieht damit ein „drahtloses“ Kabel zwischen den Stationen.

Zuverlässige Signalübertragung über große Distanzen

Das Radioline-System besteht aus einem Funkmodul, an das bis zu 32 I/O-Erweiterungsmodule angereiht werden können. Die Ein- und Ausgabemodule, die sich im laufenden Betrieb installieren lassen, verfügen teilweise über eine hochwertige galvanische Kanal-zu-Kanal-Trennung.

Im Kraftwerk Westfalen sind jeweils analoge und digitale Eingangskomponenten im Schaltkasten an der Messstelle nahe der Lippe verbaut. Die entsprechenden Ausgangsmodule befinden sich auf dem Dach eines Kraftwerksgebäudes. Alle aufgenommenen Signale werden automatisch eins zu eins über das Funksystem kommuniziert; ein analoges 8-mA-Eingangssignal wird also auch mit 8 mA am Ausgang ausgegeben. Im Kraftwerk sind die Signale auf die jeweiligen Eingangskarten des Leitsystems verdrahtet. Programmieraufwand entsteht somit nur hier, um die Daten entsprechend darzustellen und zu archivieren.

Für große Entfernungen: Trusted-Wireless-Technologie 2.0

Die Funkmodule der Produktfamilie Radioline basieren auf der von Phoenix Contact entwickelten Version 2.0 der Trusted-Wireless-Technologie. Das lizenzfrei im 2,4-GHz-Frequenzband arbeitende Wireless-Verfahren zeichnet sich neben der hohen Robustheit und Zuverlässigkeit durch die große überbrückbare Reichweite aus, die bei freier Sicht mehrere Kilometer betragen kann. Außerdem entstehen dem Anwender aus der Nutzung der Technik weder zusätzliche noch laufende Kosten.

* Dipl.-Ing. Jörg Brasas, Product Manager Wireless, Phoenix Contact Electronics, Bad Pyrmont

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