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Intelligente Stromversorgungen

So lassen sich Prüfabläufe erleichtern

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„Stromcomputer“ inklusive Funktionaler Sicherheit

Medizintechnische Anwendungen, Prüfaufbauten oder Fertigungseinrichtungen bei denen Anlagensicherheit eine wichtige Rolle spielt, können von weiteren Eigenschaften der „Strom-Computer“ profitieren. So erfüllen die Stromversorgungen die Anforderungen nach funktionaler Sicherheit gemäß EN/IEC 62061 SIL2 und EN ISO 13849-1, Performance Level (PL) d.

Zwei geprüfte und zertifizierte Enable-Eingänge sorgen für eine sichere Abschaltung im Fehlerfall. Der Anwender muss also die Anlagen- oder Maschinensicherheit nicht über andere Wege realisieren; es reicht, die Stromversorgung abzuschalten. Gerade bei Test- und Prüfaufbauten kann sich so der Abnahmeaufwand deutlich reduzieren.

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Außerdem sind die Interlock-Funktionalität (Wiederanlaufsperre) des Enable-Eingangs und das Wiedereinschaltverhalten des Geräteausgangs (save power on) konfigurierbar; damit ist ein „bewusstes“ Wiedereinschalten möglich. Der Anwender kann also wählen, wie die Stromversorgung nach einem Stillstand wieder starten soll.

Sinnvoll in einigen Applikationen kann auch die bei Bedarf aktivierbare Ladestromkompensation sein. Ist sie aktiviert, wird der Stromsollwert automatisch so angepasst, dass an der angeschlossenen Last auch während der Ladephase der internen Ausgangskapazität der gesamte programmierte Strom verfügbar ist.

Programmierung aus der Ferne, per Handbedieneinheit oder direkt am Gerät

Die intelligenten Stromversorgungen bieten darüber hinaus noch einiges, was sie auch für andere Applikationsbereiche interessant macht, z.B. für den Einsatz an Teilchenbeschleunigern (Beamlines) oder in der Lasertechnik. So sind sie für den rauen industriellen Einsatz ausgelegt und regeln sehr präzise. Integrierte Filter sorgen für geringe Ripple- und Störüberlagerung des Ausgangs. Im Temperaturbereich zwischen -20 und 50°C kann die volle Nennleistung dauerhaft, also ohne Derating, entnommen werden. Die Geräte sind dauerkurzschlussfest und schalten sich bei thermischer Überlastung automatisch ab.

Ebenfalls interessante Features sind ein Power-Fail-Signal, aktive Lastaufteilung bei Parallelschaltung oder Redundanzbetrieb mehrerer Stromversorgungen, Störmeldung bei Übertemperatur sowie eine 5-V-Hilfsspannung.

Dank der intelligenten Stromversorgungen lassen sich folglich elektrische Simulationen, Prüfungen in vielen Bereichen effektiver und damit wirtschaftlicher gestalten. Aber auch zahlreiche andere Abläufe, bei denen es auf eine präzise Versorgung ankommt, werden einfacher.

Dazu trägt auch die komfortable Programmierung bei: Standardmäßig sind die Stromversorgungen mit RS232, USB und Canopen-Schnittstelle ausgestattet. LAN-Schnittstelle und die 5V-Analog-Schnittstelle gibt es als Option. Bereits vorhandene analoge Messkarten der Anwender lassen sich dann weiter nutzen. Falls gewünscht, kann man die Stromversorgungen auch vor Ort direkt am Gerät oder mit einer als Option erhältlichen Handbedieneinheit programmieren. Letzteres kann in puncto Sicherheit Vorteile bringen, da am Gerät selbst dann nichts mehr versehentlich verstellt werden kann.

* *Dipl.-Ing. Dieter Bretschneider, Geschäftsführer bei Kniel System-Electronic; Ellen-Christine Reiff und Dietrich Homburg, Redaktionsbüro Stutensee

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