Schaltschranktechnik So lassen sich Schaltschränke komplett ausleuchten

Autor / Redakteur: Thorsten Matthies* / Ines Stotz

Neben der Inbetriebnahme muss auch im Rahmen einer Wartung, Entstörung oder Änderung immer wieder am Schaltschrank gearbeitet werden. Um die jeweilige Tätigkeit schnell und fehlerfrei durchzuführen, sind gute Lichtverhältnisse unabdingbar. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Schaltschrank in einer ansonsten dunklen Umgebung steht oder die Hallenbeleuchtung nicht ausreicht.

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(Bild: Phoenix Contact)

Der Monteur strahlt, als er am Morgen den Schaltschrank öffnet und ihm regelrecht ein Licht aufgeht. Ihm wurde nicht zuviel versprochen. Die Fummelei im Dunkeln, besonders im unteren Bereich, hat endlich ein Ende. Ein Blick auf die Uhr, als er die Tür nach getaner Arbeit wieder schließt, lässt ihn sofort im Kopf überschlagen. Mindestens 2 Schränke mehr als bisher schafft er bis zum Frühstück. Über das, worüber nicht nur er sich im Unternehmen freut, ist die neue Schrankbeleuchtung.

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Schließlich lassen sich mit einer guten Ausleuchtung unnötige Kosten aufgrund einer fehlerhaften Verdrahtung oder sich schwierig gestaltender Arbeitsbedingungen vermeiden. In Zeiten eines stetig steigenden Wettbewerbsdrucks spielen derartige Faktoren eine wichtige Rolle. Trotzdem sind die meisten Schaltschränke derzeit nur im oberen Bereich ausgeleuchtet, sodass in der Mitte und unten nicht mehr genügend Licht vorhanden ist. Dies ist darauf zurückzuführen, weil immer noch rund 85 Prozent der am Markt verfügbaren Schaltschrankleuchten (Kompakt-)Leuchtstoffröhren als Leuchtmittel nutzen.

Verwendet oder wechselt der Anwender auf eine LED-basierte Variante, führt das aber noch nicht allein zu einer besseren Ausleuchtung. Der Grund: in den bisherigen LED-Schaltschrankleuchten ist keine Optik verbaut. LEDs stellen eine punktuelle Lichtquelle dar. Das austretende Licht muss folglich zielgerichtet gelenkt werden.

Durch integrierte Optik: 400 Prozent mehr Licht

Die LED-basierten Schaltschrankleuchten der Produktfamilie PLD (Phoenix Contact Lighting Devices) leuchten den Schaltschrank hingegen bis zum Boden vollständig aus. Zu diesem Zweck ist eine Optik respektive Prismatik in die Leuchten integriert, die den von ihnen ausgesendeten Lichtstrom entsprechend verteilt. Daher erweist sich die Beleuchtungsstärke am Boden als bis zu 400 Prozent höher im Vergleich zu (LED-)Lösungen ohne eingebaute Optik.

Die PLD-Schaltschrankleuchten sorgen somit für eine gleichmäßigere Ausleuchtung. Bei wechselnden Tätigkeiten oben und unten ist der Mitarbeiter also keinen großen Helligkeitsunterschieden ausgesetzt, weshalb seine Augen nicht so schnell ermüden. Darüber hinaus wurde die Optik derart ausgelegt, dass auch die Fläche direkt vor dem Schaltschrank ausreichend erhellt ist. Auf diese Weise lässt sich auch der Schaltplan in der ansonsten oftmals dunklen Produktionshalle problemlos ablesen.

Installation an der jeweils besten Position

Die Montage der PLD-Leuchten erfolgt werkzeuglos und damit zeitsparend innerhalb weniger Sekunden. Dazu wird das integrierte patentierte Rasthaken- oder Klicksystem hinter dem Schaltschrankprofil befestigt. Um einen Schattenwurf durch auf der Schaltschrankplatte verbaute größere Geräte – beispielsweise Frequenzumrichter – zu verhindern, lassen sich die Leuchten alternativ ebenfalls unter dem Schaltschrankprofil installieren. Teilweise ist das Anbringen hinter dem Schaltschrankprofil zudem gar nicht möglich, weil sich dort ein Lüfter befindet. Ferner sind die PLD-Leuchten per Montagezubehör mit Magneten flexibel fast überall im Schaltschrank platzierbar. Ist dieser größeren Vibrationen ausgesetzt, bietet sich die zuverlässige Fixierung der Leuchten mittels Schrauben an.

Sofern im Tätigkeitsbereich eine noch höhere Ausleuchtung notwendig ist, als mit der im oberen Schaltschrank-Segment befestigten PLD-Leuchte erzielt werden kann, erlaubt die werkzeuglose Installation außerdem das einfache und schnelle Umsetzen der Leuchten. Bei zweitürigen oder angereihten Schaltschränken lassen sie sich hintereinander schalten. Sowohl die Serienschaltung als auch die steckbaren Leitungen reduzieren die Verkabelungskosten und -zeit erheblich.

Verringerung der Variantenvielfalt

Das Portfolio der PLD-Schaltschrankleuchten umfasst 2 Varianten: die 600er und die 400er Klasse. Die Leuchten der 600er Klasse PLD E 608 W… sind aufgrund des Weitbereichseingangs von 85 bis 265 V AC weltweit einsetzbar. Das vermeidet Bestellfehler und verringert die Dispositions- und Lagerkosten. Sie sind mit und ohne eingebauter länderspezifischer Steckdose erhältlich. Diese ermöglicht selbst bei einem spannungsfrei geschalteten Schaltschrank den Anschluss von externen Geräten, zum Beispiel eines Notebooks zu Wartungszwecken. Im Vergleich zu einer auf der Schaltschrankplatte angebrachten Steckdose spart die integrierte Variante darüber hinaus Platz im Schrank ein.

Die 600er Leuchten verfügen über 2 Betriebsmodi, die über einen Taster eingestellt werden. 3 verschiedenfarbige Status-LEDs zeigen den jeweils ausgewählten Modus an. So erkennt der Mitarbeiter eine falsche Verdrahtung oder fehlende Versorgungsspannung schnell und kann das Problem sofort beheben respektive die Spannung (wieder)herstellen.

Im Automatikmodus wird die Leuchte über den eingebauten Bewegungsmelder automatisch ein- und ausgeschaltet. Zudem lässt sie sich im Dauerlichtmodus betreiben. Mit den 600er Leuchten erhält der Anwender somit eine Kompaktlösung, da zusätzliche Türpositionsschalter für ihre automatische Ansteuerung sowie die entsprechenden Anschaffungs- und Verdrahtungskosten entfallen. Ferner reduzieren sie die Variantenvielfalt, denn wegen der hochwertigen integrierten Optik können alle gängigen Schaltschrankgrößen mit nur einer Leuchtenlänge bestens ausgeleuchtet werden.

Lebensdauer: mindestens 50.000 Stunden

Im Gegensatz dazu arbeiten die Leuchten der 400er Klasse PLD E 400 W… mit 24 V DC. Der Anwender kann hier zwischen 3 Leuchtenlängen wählen: 250, 375 und 500 mm. Zur Anpassung an die verschiedenen Schaltschrank-Höhen sowie Einbautiefen der Platte lässt sich das Lichtaustrittsfenster um ±90° schwenken. Über einen optional vorschaltbaren Türpositionsschalter gehen die Leuchten beim Öffnen der Tür automatisch an und beim Schließen wieder aus. Alternativ sind sie auch im Dauerlichtmodus betreibbar. Die Selektion des Betriebsmodus erfolgt ebenfalls per Taster und wird über eine Status-LED angezeigt, die im Automatikmodus dauerhaft leuchtet und im Dauerlichtmodus blinkt. Die PLD-Schaltschrankleuchten der 400er Klasse erweisen sich folglich als kostengünstige und platzsparende Option zur 600er Baureihe, sofern die Beleuchtung lediglich manuell ein- und ausgeschaltet werden soll und/oder in kleinen Schaltkästen montiert wird.

Anders als die Leuchten mit (Kompakt-)Leuchtstoffröhren müssen die PLD-Leuchten während der gesamten Nutzungsdauer des Schaltschranks typischerweise nicht ausgetauscht werden. Das resultiert aus einer LED-Lebensdauer (L70-Wert) von mindestens 50.000 Stunden. Die neutralweiße Farbtemperatur von 5000 K respektive 4000 K sorgt ebenso wie der hohe Farbwiedergabeindex (Ra-Wert) von 80 für eine fehlerfreie Differenzierung unterschiedlicher Aderfarben – beispielsweise bei Telekommunikations-Leitungen. Zufrieden berichtet der Monteur seinen Kollegen beim Frühstück von seinem Lichterlebnis, dass er zukünftig Zeit spart und sich die Gefahr von Fehlverdrahtungen erheblich reduziert.

* Dipl.-Ing. Thorsten Matthies, Mitarbeiter im Produktmarketing Beleuchtung und Signalisierung, Phoenix Contact Electronics, Bad Pyrmont

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