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Das Leistungspotenzial des Mitarbeiters, so lautet die schlichte Erkenntnis, kann man also nicht ausschöpfen durch gutes Zureden, durch Feuerlauf oder Nachtmärsche, sondern allein durch den richtigen Gruppenzuschnitt. Der aber liegt nur sehr selten in der Hand des unmittelbaren Chefs einer Leistungseinheit. Das Zusammenstellen von Leistungseinheiten liegt nun einmal in der Direktionsbefugnis der obersten Leitung.
Wenn die Leistungseinheit sachgerecht aufgestellt wurde, ist die Leistung aber auch noch weiter steigerbar – wenn auch meistens nur um wenige Prozentpunkte. Diese Zusatzsteigerung ist die Chance des unmittelbaren Leiters, des Vorgesetzten oder wie immer man den Gruppenchef nennen mag. Seine leistungssteigernde Wirkung liegt allein darin, dass er das Ranking seiner Gruppe erleichtern und steuern kann.
Er plakatiert die erwünschten Leistungsmerkmale durch Information und Instruktion. Er setzt sich mit den Ergebnissen seiner Mitarbeiter auseinander und bestätigt das Richtige oder bemängelt das Falsche. Er kontrolliert also und fördert dadurch die natürliche Bereitschaft der Mitarbeiter einer nicht zu großen Gruppe, sich miteinander zu vergleichen und einen Rangplatz in der Gruppe zu sichern.
Um Information, Instruktion und Kontrolle gewährleisten zu können, muss er natürlich die Arbeit seiner Mitarbeiter wirklich kennen. Da ist es mit bloßer Aufsicht nicht getan. Deswegen kennt er die Tätigkeitsabläufe, hat die Arbeitsschritte in Ablaufbeschreibungen hinterlegt und weiß deswegen, worauf er achten sollte und wovon er redet. Arbeitsablaufbeschreibungen sind also ein wichtiges Instrument. Und dieses Instrument ist umso unverzichtbarer, je komplexer die Tätigkeiten sind. Sie beschreiben und definieren alle Haupttätigkeiten der Mitarbeiter in Schrittfolge, hinsichtlich der zu beteiligenden Personen/Leistungseinheiten, der Arbeitsmittel und die Qualitätsmerkmale.
Aber wie schon die Gruppengröße so liegt auch die Dokumentation von Arbeitsabläufen in der Direktionsbefugnis der obersten Leitung, die allein das Recht hat, organisatorische Entscheidungen zu treffen – und gegebenenfalls auch zu delegieren.
Motivation ist eine Sache der Organisation
Viel zu wenige betriebliche Leiter wissen konkret, was das Wort Organisation eigentlich bedeutet. Sie verwenden es als Allzweckwort für alles Mögliche. Das legale wie auch das illegale Beschaffen wird als Organisieren bezeichnet, genauso aber das erfolgreiche Planen und Vorbereiten eines Vorhabens.
Tatsächlich bedeutet Organisation das „Zusammenstellen von Menschen zu einer Leistungseinheit“. Diese Leistungseinheit ist nämlich eines der Organe, also eines der Werkzeuge der obersten Leitung. Denn Organon ist das Wort für Werkzeug. Deswegen wurde bereits vor rund 500 Jahren das Wort Organisation benutzt, wenn sich der Herrscher aus Menschen ein Werkzeug schaffen wollte. Meist ging es wahrscheinlich um das Zusammenstellen von Soldaten zu einer Kampfeinheit. Aber auch im Steinbruch, auf der Werft oder im Hochbau kannte und nannte man es Organisation, wenn tüchtige Leute zusammenzustellen waren, die Außergewöhnliches leisten sollten. Man sprach ausdrücklich von der Kunst der Organisation.
Vieles von dieser Kunst ist heute verloren gegangen. Erst im 20. Jahrhundert fand man mit wissenschaftlichen Mitteln zurück zu dem, was vor Jahrhunderten dem Genie des erfolgreichen Feldherren oder Herrschers zugerechnet wurde. Heute ist es dem Genie der obersten Leitung zuzurechnen, wenn sie erkennt, wo das Erfolgspotenzial der Mitarbeiter liegt.
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