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Konstruktionsbauteile So sollen Greifer mit Eigenintelligenz entstehen

| Redakteur: Ute Drescher

Seit der Motek ist es bekannt: SCHUNK ist eine strategische Partnerschaft mit Vision & Control eingegangen. Davon wollen beide Unternehmen profitieren. Und der Konstrukteur? Er kann in Zukunft alle Komponenten für ein visuell unterstütztes Greifsystem aus einer Hand beziehen. Erstes Produkt aus der Kooperation ist der intelligente Vision Sensor SRV, langfristig soll es dann sogar „sehende“ Greifer geben.

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Fokus auf Zukunfttechnologien Der intelligente Sensor für die industrielle Bildverarbeitung SRV ist das erste Produkt aus der Kooperation zwischen Schunk und Vision Control. Ohne weitere Peripherie kann er eine Vielzahl von Bildverabeitungsaufgaben erfüllen und wird in Greifer von Schunk integriert.
Fokus auf Zukunfttechnologien Der intelligente Sensor für die industrielle Bildverarbeitung SRV ist das erste Produkt aus der Kooperation zwischen Schunk und Vision Control. Ohne weitere Peripherie kann er eine Vielzahl von Bildverabeitungsaufgaben erfüllen und wird in Greifer von Schunk integriert.
( Archiv: Vogel Business Media )

Gerade in der Robotik und Automation wird die Bildverarbeitung eine wachsende Rolle spielen. So können beispielsweise Automationsprozesse mit Hilfe des maschinellen Sehens flexibler und schneller werden. Der Aufwand für das genaue Positionieren und Greifen von Teilen wird wesentlich reduziert, wenn die Systeme ihren Arbeitsraum auch visuell überwachen können.

Und bei der Zukunftstechnologie der Servicerobotik, also in der direkten Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine, ist die Fähigkeit zum Sehen eine geradezu unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklung echter interagierender Assistenzsysteme.

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Von der strategischen Partnerschaft sollen beide profitieren

Gründe genug für die SCHUNK GmbH & Co. KG und die Vision & Control GmbH, eine strategische Partnerschaft zu vereinbaren, in deren Gefolge SCHUNK eine Beteiligung von 28 Prozent an Vision & Control erworben hat. Der Greiftechnik- und Automatisierungsspezialist ergänzt damit sein bestehendes Produktportfolio und baut seine Lösungskompetenz weiter aus.

Der Bildverarbeitungsspezialist erhält im Gegenzug Zugang zum mechatronischen Know-how von SCHUNK sowie weltweite Vertriebsunterstützung, denn SCHUNK wird über sein Netz von derzeit weltweit 21 Ländergesellschaften künftig eine gezielt zusammengestellte Komponentenauswahl aus dem Programm von Vision & Control anbieten.

„Für mich gibt es keinen Zweifel, dass unsere Kooperation in der Zukunft interessante Innovationen hervorbringen wird“, hofft Dr. Jürgen Geffe, Gründer und Geschäftsführer der Vision & Control. Und Steffen Hönlinger, Marketingleiter des Geschäftsbereiches Automation bei SCHUNK ergänzt: „Vision & Control ist weltweit das einzige Unternehmen, das mit umfassenden Kompetenzen in Hardware, Software, Optik und Beleuchtung alle vier Kernbereiche der industriellen Bildverarbeitung abdeckt.

Und so soll die Kooperation technologische Synergien zu nutzen und die technologische Entwicklung in der Greif- und Robotertechnik gemeinsam voranbringen.

Aus einer Hand: Vom Greifer bis zur BV-Komponente

Nicht zuletzt die Kunden beider Unternehmen sollen von der Kooperation profitieren. Wer beispielsweise bislang die Komponenten für ein visuell unterstütztes Greifsystem einzeln am Markt zusammenstellen und aufeinander abstimmen musste, kann künftig sämtliche Komponenten aus einer Hand beziehen, von den Greifern bis hin zu sämtlichen Modulen der Bildverarbeitung.

Das bedeutet nicht nur bei der Beschaffung, sondern auch bei der Inbetriebnahme deutlich weniger Aufwand, denn die standardisierten Teile sind aufeinander abgestimmt und kommunizieren über eine gemeinsam von beiden Unternehmen entwickelte Schnittstelle.

Erste Produkte, die aus der Kooperation hervorgegangen sind, waren schon auf der Motek 2007 zu sehen. Dort konnten Anwender den intelligenten Vision Sensor SRV ansehen, eine Weiterentwicklung der Camat-Serie von Vision & Control.

Der SRV ist ein komplettes, ohne weitere Peripherie einsetzbares System, das ab dem ersten Quartal 2008 verfügbar sein wird. Er kann für praktisch alle Aufgaben in der industriellen Bildverarbeitung genutzt werden, zum Beispiel für die Inspektion von Werkstücken, zur Vollständigkeitskontrolle bei der Montageautomation, zur Suche von Teilen oder zur Lokalisierung von Achsen und Winkeln.

Sensor anschließen und über zwei Tasten einlernen

Im einfachsten Fall genügt es, den Sensor an eine Spannungsversorgung anzuschließen und über zwei Tasten einzulernen (teach in), denn neben Kamera und Optik enthält der Sensor auch die gesamte erforderliche Hard- und Software – wobei die Software aus der High-End-Baureihe „Pictor“ übernommen wurde und mit leistungsfähigen Algorithmen aufwarten kann.

Nach dem Teachen gibt der SRV über die Steuerleitung ein Signal aus und zeigt damit beispielsweise an, ob ein Teil vorhanden ist oder fehlt. Anders als bei anderen Herstellern auf dem Markt muss der Anwender also nicht erst die Applikation auf einem Computer programmieren und sie dann auf den Sensor portieren, sondern kann praktisch sofort mit der Arbeit beginnen.

Um das volle Potenzial des SRV auszuschöpfen, lässt sich zusätzlich auch eine Parametrierung über die kostenlose Software VCwin vornehmen, mit der sämtliche Systeme von Vision & Control gesteuert werden. Für Anwendungen in beengten Bauräumen ist der SRV Vision-Sensor zudem mit abgesetzter Kamera verfügbar, die dann in einem separaten Gehäuse der Maße 27,5 x 30 x 30 mm untergebracht ist und bis zu 700 mm vom Basismodul entfernt montiert werden kann.

Kameraelement in den Greifer integrieren

Das Kameraelement selbst ist dabei so klein, dass es sich in einen Greifer integrieren lässt, und tatsächlich wird SCHUNK ab dem ersten Quartal 2008 die Greifer der Baureihen PGN-plus, PGB, PZN-plus und PZB als auch JGP und JGZ ab der Baugröße 80 auch mit integriertem SRV anbieten. Damit haben Anwender beispielsweise die Möglichkeit, Sortier- und Qualitätssicherungsprozesse zusammenzufassen oder bei der Greiferpositionierung einen Genauigkeitsgrad zu erreichen, der sonst nur mit hohem Aufwand realisiert werden kann.

Der Endpunkt der Entwicklung ist damit aber noch nicht erreicht. Längerfristig sind aus der Zusammenarbeit auch voll integrierte Systeme mit hoher Eigenintelligenz zu erwarten – bis hin zum sehenden Greifer, der selbständig Prozesse steuern kann und beispielsweise Montagevorgänge stoppt, wenn er einen Fehler erkennt.

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