Mensch-Maschine-Schnittstell So verbessert Usability die Qualität der Produkte

Autor / Redakteur: Dirk Hartmann, Claus Wagner / Sariana Kunze

Usability ist kein letzter Check vor der Auslieferung, sondern ein Muss gleich zu Beginn eines Projektes. Wer einfache Design-Regeln berücksichtigt, kann schon kräftig Kosten senken und die Qualität der Produkte optimieren.

Firmen zum Thema

Usability-Experten überprüfen anhand von "Usability Walkthroughs" die Oberfläche und decken so eklatante Benutzungshürden auf. Die Bedienbarkeit vereinfacht sich. (Bild: sellingpix)
Usability-Experten überprüfen anhand von "Usability Walkthroughs" die Oberfläche und decken so eklatante Benutzungshürden auf. Die Bedienbarkeit vereinfacht sich. (Bild: sellingpix)

Usability: Was kompliziert und aufwändig klingt, ist von hoher Relevanz. Zum einen für die Produktqualität und somit dem Qualitätsmanagement zuzuschreiben und zum anderen für die Effizienz des gesamten Projektes. So kommt die intuitive Bedienbarkeit bei der Mensch-Maschine-Schnittstelle oft zu kurz. Dabei bringt die Integration von Usability in das Gesamtprojekt in zweifacher Hinsicht eine erhöhte Produktivität. Zum einen für den Endanwender, dessen Arbeitsumfeld in der Gestaltung des technischen Hilfsmittels berücksichtigt wird, zum anderen beim Entwickler der Anwendung. Denn dieser versteht die Anforderungen durch den Endanwender besser, kann diese effektiver umsetzen. Er spart somit Ressourcen, die sich für andere Projekte nutzen lassen. Untersuchungen stellten fest, dass eine benutzerorientierte Entwicklung die Produktivität des Endanwenders um bis zu 25 Prozent erhöht. Die Qualität seiner Arbeit erhöhe sich demnach um 30 Prozent. So konnten in nachweisbaren Fällen über 70 Prozent einer der wertvollsten Ressourcen beim Endanwender gespart werden: Zeit!

Die Fehler reduzieren und Kosten sparen

Kosteneinsparungen beim Support: Wird die Bedienoberfläche einer Software beispielsweise an die Anforderungen des Anwenders und seiner damit zu bewältigenden Aufgaben angepasst, so reduziert dies unweigerlich den Aufwand an technischem Support. Sind Funktionen so in der Bedienungsoberfläche eingebunden, dass eine dem Arbeitsumfeld entsprechende nahezu intuitive Bedienung möglich ist, minimieren sich Schulungs- und Unterstützungsaufwände. Ein Sparpotential auf beiden Seiten. Der Hersteller spart an Hilfestellung, der Anwender spart die Zeit für den Hotline-Anruf.

Kostenersparnis bei der Entwicklung: Usability als Bestandteil der Projektarbeit reduziert teure Nacharbeiten, weil Fehler sich so vermeiden lassen. Durch den iterativen Ansatz des Usability Engineerings ist das ständige Prüfen der Anwendung mit seinem typischen Anwender ein Bestandteil des Qualitätsmanagements während der Entwicklung. Die Daumenregel: Jede Beseitigung eines Problems kostet nach der Veröffentlichung einer Anwendung 100mal mehr als in der Gestaltungsphase. Es gibt sogar Veröffentlichungen, nach denen jeder Euro, der in Usability investiert wird, 10 bis 100 Euro im Vergleich zu einem Projekt einspart, das Usability nicht berücksichtigt.

Fehlerreduzierung beim Anwender: Der Einsatz von Usability Engineering Methoden während des Gestaltungsprozesses reduziert die Fehlerrate beim Endanwender von fünf Prozent auf ein Prozent. Eine dem Endanwender angepasste Bedienung ist weniger anfällig für Fehlbedienungen, Miss- und Unverständnisse.

(ID:31682840)