Personalentwicklung

So werden Sie eine selbstwirksame Person im Job

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Ein solch solides, gewachsenes Vertrauen in unsere Kompetenz, Herausforderung zu meistern, wird für unseren (Lebens-)Erfolg immer wichtiger - beruflich und privat. Privat unter anderem, weil sich unsere Lebensumstände in immer kürzeren Zeitabständen ändern - also werden wir auch immer schneller mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Zudem sollen wir immer mehr Eigeninitiativ zeigen. Wir sollen zum Beispiel verstärkt privat für unser Alter vorsorgen. Wir sollen stärker auf unsere Gesundheit achten. Wir sollen uns lebenslang weiterbilden. Und, und, und...

Entsprechendes gilt für den Beruf. Auch dort sehen wir uns zunehmend mit der Anforderung konfrontiert, flexibel zu bleiben und uns neue Herausforderungen zu stellen. Aus vielerlei Gründen. Der Zentrale ist: Da sich das wirtschaftliche Umfeld der Unternehmen in immer kürzeren Zeitabständen ändert, müssen diese auch in stets kürzeren Zeitabständen ihre bisherigen Lösungs- und Handlungsstrategien überdenken und den geänderten Rahmenbedingungen anpassen. Das erfordert Mitarbeiter, die bereit sind, ihre Denk- und Handlungsroutine zu hinterfragen und bei Bedarf anzupassen oder sogar komplett aufzugeben: Mitarbeiter also, die bereit sind, hinzu- und umzulernen und sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Personalarbeit verändert sich

Das haben die Personalverantwortlichen in den Unternehmen erkannt, weshalb sie in den letzten Jahren intensiv über das Thema „Employability“, sprich „Beschäftigungsfähigkeit“ debattieren und zur Erkenntnis kamen: Künftig müssen die Mitarbeiter unserer Unternehmen auch über folgende Eigenschaften verfügen:

  • Fähigkeit zur Selbstreflexion,
  • Offenheit für neue Ideen und Problemlösungen,
  • Fähigkeit zum Umgang mit ungewohnten Situationen,
  • Lernfähigkeit und -bereitschaft
  • Fähigkeit zum Erkennen und Bereitschaft zum Nutzen von Chancen,
  • Eigenverantwortung für die eigene Entwicklung und für das Erreichen der Ziele.

Auf den Punkt gebracht, bedeutet dies: Die Unternehmen erwarten von ihren Mitarbeitern (zumindest denen, die in ihrer Organisation eine Schlüsselposition haben), dass sie sich neuen Herausforderungen stellen und diese eigeninitiativ meistern. Sie erwarten von ihnen zudem, dass sie eigeninitiativ und -verantwortlich die Fähigkeiten und Fertigkeiten aneignen, die sie für ihren Beruf (künftig) brauchen. Oder anders formuliert: Die Mitarbeiter sollen selbstwirksamer sein.

Faktisch bedeutet dies einen Paradigmenwechsel. Bis vor wenigen Jahren wurde es als Aufgabe der Unternehmen erachtet, die Kompetenz ihrer Mitarbeiter weiter zu entwickeln. Heute hingegen wird es weitgehend als eine originäre Aufgabe der Mitarbeiter gesehen, selbst dafür zu sorgen, dass sie attraktive Arbeitskräfte bleiben. Die Mitarbeiter sollen sozusagen Selbstentwickler ihrer eigenen Kompetenz und Persönlichkeit werden. Die firmeninterne Personalentwicklung hat hierbei nur eine unterstützende Funktion.

Woraus sich die Selbstwirksamkeit speist

Doch wie kann eine Person ihre Selbstwirksamkeit erhöhen? Laut Bandura speist sie sich aus folgenden vier Quellen:

1. Eigene Erfahrung im Meistern von schwierigen Situationen: Sie sind für den Ausbau der Selbstwirksamkeit sehr wichtig. Denn wer schon wiederholt die Erfahrung traut sich dies auch künftig zu. Von besonderer Bedeutung sind dabei die sogenannten „mastery experiences“. Sie entstehen dann, wenn eine Person mit einer Situation oder Aufgabe konfrontiert wird, von der sie zunächst nicht weiß: Wie soll ich sie lösen? Gelingt es dann der Person, die Herausforderung aufgrund eigener Anstrengungen zu lösen, alleine oder mit selbstorganisierter Unterstützung, steigt ihr Vertrauen in ihre Kompetenz für komplexe Aufgaben Lösungsstrategien zu entwerfen und dies umzusetzen.

2. Lernen an Modellen und von Vorbildern: Beobachtet eine Person, dass andere Personen durch eigene Anstrengung schwierige Aufgaben lösen, kann diese ihr Vertrauen stärken „Ich kann das auch“. Eine Voraussetzung hierfür ist, dass die beobachtende Person zwischen sich und der Person, die die Aufgabe löste, eine gewisse Ähnlichkeit erkennt - zum Beispiel ähnliche Biografie, Vorerfahrung oder Persönlichkeitsstruktur. Denn nur wenn die beobachtende Person sich selbst ähnliche Kompetenzen wie der Person, die das Problem löste, zuschreibt, entsteht bei ihr das Gefühl „Wenn der oder die das kann, dann kann ich das auch!“

Entsprechendes gilt für vergleichbare Situationen. Löste zum Beispiel ein anderes Unternehmen oder ein anderer Unternehmensbereich unter vergleichbaren Rahmenbedingungen ein ähnliches Problem, dann kann dies ebenfalls Menschen stimulieren, eine Herausforderung beherzt anzugehen.

3. Soziale und emotionale Unerstützung: Auch durch ermutigenden Zuspruch anderer Personen gewinnen Menschen Vertrauen in ihre Fähigkeiten - jedoch nur, wenn sie den Zuspruch als begründet erfahren uns sie der Person, die ihnen eine positive Rückmeldung gibt, die Fähigkeit zuschreiben, ihre Kompetenz zu beurteilen. Flotte Sprüche wie „Ach, du schaffst das schon“ allein bringen wenig. Ebenfalls positiv wirkt es sich auf die Selbstwirksamkeit aus, wenn sich die betreffende Person gewiss sein kann „Wenn es eng wird, kann ich auf Unterstützer zurück greifen“ - seien dies fachliche oder emotionale.

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