Digitale Fabrik wird Realität

Software ermöglicht Vernetzung unterschiedlichster Produktionsmaschinen

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Die Ausgabe erfolgt dabei als Antwort auf einen von hunderten möglichen Befehlen. Alle Informationen bei jeder Abfrage auszugeben, ist technisch kaum machbar und würde neben einer hohen Geräte- und Netzbelastung auch zu einer Unmenge an nicht benötigter Information führen. Plug-and-play-Lösungen geben deshalb eine begrenzte Anzahl an Daten aus, die aus Sicht des Lieferanten zwar sinnvoll sind, aber oft nicht den Anforderungen entsprechen.

Aufgabenstellung in den Unternehmen

  • Wie kann ein gewachsener Maschinenpark ohne teure Modifikationen überwacht werden?
  • Wie kann vermieden werden, dass für jeden Gerätetyp eine eigene Lösung gekauft werden muss?
  • Wie können Daten von verschiedenen Maschinen einheitlich und vergleichbar ausgegeben werden?
  • Wie kann sichergestellt werden, dass zukünftige Produktionsanlagen einfach eingebunden werden können?

Die Antwort auf diese Fragen entstand aus den Ergebnissen eines mehrjährigen Projekts der Münchner Softwareschmiede Inventcom bei einem der Top 500 am schnellsten wachsenden Produktionsunternehmen der USA. Die Aufgabe bestand dort darin, von mehr als 300 Maschinen von unterschiedlichen Herstellern Informationen zu Fertigungsverlauf und Produktqualität zu erhalten. Die größte Herausforderung war dabei: keine zusätzliche Hardware und keine Modifikation der Maschinen!

Nur die Ein- und Ausgaben umgewandelt

Die Suche nach einem Anbieter führte schließlich zu dem Münchner Softwareunternehmen. Das hatte eine Technik entwickelt, mit der ein vollkommen neuer Denkansatz realisiert werden konnte, der auch dem bayrischen Sprichwort „Leben und leben lassen“ entspricht: Anstatt die Maschinen mit teuren Zusatzgeräten auszurüsten oder sie zu modifizieren, wurde eine Abstraktionsebene für Kommunikationsmethoden verwendet. Dahinter verbirgt sich ein Verfahren, das es ermöglicht, die vom jeweiligen Hersteller vorgesehene Kommunikationsmethode unverändert zu verwenden und nur deren Ein- und Ausgaben so umzuwandeln, dass sie von IT-Standardanwendungen oder Geräten anderer Hersteller verstanden werden können. Das zum Patent angemeldete Verfahren wurde in der Standardsoftware mit der Bezeichnung CNC-Net-PDM implementiert.

Die modular aufgebaute Lösung (Bild 6) besteht aus einem Kern (1) und zuschaltbaren Erweiterungen (2, 3, 4) zur Anbindung von Produktionseinheiten. Die Erweiterungen sind dabei als Software-Plug-in ausgeführt, für jede Maschine kann dabei ein eigenes Modul verwendet werden. Die Plug-in können vom Anwender, dem Maschinenhersteller oder von Inventcom für den jeweiligen Gerätetyp erstellt und angepasst werden. Eine Änderung der Basissoftware ist nicht erforderlich. Maschinen, die mit herstellerspezifischen Lösungen oder unterschiedlichen Standardprotokollen arbeiten, können so erstmals über eine einzigen Lösung mit den Unternehmensanwendungen und miteinander verbunden werden.

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