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Stromversorgung Sonne weg = Licht aus?

Autor / Redakteur: Bundesverband Energiespeicher / Carina Schipper / Carina Schipper

Im Energiewendeland Deutschland fehlen dringend benötigte Speicherkapazitäten, um trotz Naturphänomenen wie Herbststürmen, Hochnebel oder – aus aktuellem Anlass - Sonnenfinsternissen eine sichere und gleichzeitig saubere Stromversorgung zu gewährleisten, so der Bundesverband Energiespeicher.

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(Bild: Sebastian Vandrey, CC BY 2.0, flickr.com)

Die für Freitag, (20. März /9:38 Uhr MEZ) erwartete Sonnenfinsternis stellt Deutschlands Stromnetzbetreiber vor immense Herausforderungen. Mit Spannung und auch mit Sorgen erwarten sie das Naturphänomen. Am Anfangen der Sonnenfinsternis werden nach Voraussagen der Netzbetreiber bei der Solar-Einspeisung bis zu 12.000 MW fehlen, schreibt Focus online. Ist das Himmelsschauspiel wieder zu Ende, kommt ein weit brenzligeres Problem auf das Stromnetz zu. 19.000 MW kommen plötzlich wieder dazu. Die Ursache für die unterschiedlichen Zahlen: Mittags steht die Sonne im Zenit und erhöht so die solare Stromproduktion.

Reserven sollen die Situation entspannen

Mithilfe von Risikostudien wollen die Experten einen Zusammenbruch des Netzes umgehen. Statt normalerweise 3.500 MW an Regelenergie für Engpasssituationen müssen sich die vier großen Netzbetreiber für den Tag der Sonnenfinsternis mit 4.500 MW Regelenergie wappnen. Die dafür verpflichteten Kraftwerke müssen diese Reservekapazität sofort bereitstellen, um Netzschwankungen zu auszugleichen. Bestimmte Kraftwerke könnten während der Sonnenfinsternis richtig viel Geld verdienen.Eine wichtige Rolle spielen auch die sogenannten Bilanzkreisverantwortlichen. Sie tragen die Verantwortung für ihnen zugeordnete Gebiete. Nachfrage und Angebot müssen sich stets decken. Für Intervalle von 15 Minuten müssen sie beides möglichst exakt ausrechnen. Reicht das Angebot nicht, können sie ihren Kreislauf nicht aufrecht erhalten und es bahnen sich Probleme an.

Deutschland braucht mehr Speicher

Doch eine der drängendsten Herausforderungen der Energiewende ist nicht die Frage kontinuierlichen Winds oder ununterbrochener Sonneneinstrahlung, erklärt der Bundesverband Energiespeicher (BVES). Wichtig ist der parallele Ausbau der Netze und flexibler Energiespeicher. Nur so sind die Möglichkeiten der Erneuerbaren Energien in immer größerem Umfang optimal zu nutzen. Auch wenn es draußen mal dunkel wird. „Speicher unterstützen das Netz in beide Richtungen - durch die Aufnahme von Stromüberschüssen einerseits sowie der punktgenauen Wiedereinspeisung andererseits. Stünden alle in Deutschland installierten Pumpspeicherkraftwerke für diese eine Aufgabe zur Verfügung, würden sie am Freitag als benötigte Reserve für das deutsche Stromnetz ausreichen. Für kurzfristige Lastschwankungen könnten bereits heute zur Verfügung stehende Batteriespeicher mit extrem kurzen Reaktionszeiten eine Überlastung der Netze verhindern.“, so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES. Entsprechende Schwankungen seien zu erwarten, wenn am Freitag ein Großteil der in Deutschland installierten Photovoltaikanlagen gleichzeitig wieder ihren Betrieb aufnehmen.

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Die Politik muss den Speicherausbau aktiv begleiten

Für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende sind der Einsatz von Energiespeichern als Flexibilitätsoption und die dafür notwendigen Marktbedingungen unverzichtbar, so die Position des Bundesverbandes Energiespeicher. Bereits im Grünbuch der Bundesregierung zum Strommarktdesign wird Energiespeichern eine grundlegend wichtige Rolle beigemessen. Der BVES begrüßt dies, mahnt jedoch bestehende Marktbarrieren an und unterstreicht, dass der Auf- und Ausbau von Energiespeichern auch stabiler politischer Rahmenbedingungen bedarf. Dies ist aktuell noch nicht Fall, für weitere Investitionen als Sicherheit aber unverzichtbar. „Die wachsende Notwendigkeit von Speichern ist unbestritten. Die Anpassung auch der rechtlichen Grundlage für Speicher ist nun dringend geboten. Speicher müssen einen diskriminierungsfreien Zugang zum Markt und zu den Netzen erhalten.“ so BVES-Geschäftsführer Windelen. Auf dem Branchentreff „Energy Storage Europe“ in Düsseldorf konnte dieIndustrie in der vergangenen Woche zeigen, dass die erforderlichen Speichersysteme längst marktreif sind. In vielen Regionen sind unterschiedliche Speicherlösungen bereits heute eine unerlässliche Stütze einer sicheren und sauberen Energieversorgung. Auch deshalb mahnt der BVES politische Unterstützung beim weiteren Ausbau der dringend benötigten Speicherkapazitäten an. Diese müssen mit dem wachsenden Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland Schritt halten, damit die Energiewende als saubere und nachhaltige Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann.

Bild: NASA, CC BY 2.0, flickr.com

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