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Daten Sonnenaufgang für Sensorik

| Redakteur: Robert Weber

Ein junges Unternehmen will die Energiedatenerfassung vereinfachen. Neue Sensoren und eine Cloud basierte Software sollen Energiemanager zuverlässig informieren. Mittlerweile steigen sogar große Visualisierungsunternehmen in das Geschäft mit ein.

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Die Sensoren werden an die Kabel gesteckt und liefern nach der Installation die Energiedaten.
Die Sensoren werden an die Kabel gesteckt und liefern nach der Installation die Energiedaten.
(Bild: Panoramic Power)

Die Bildersuche zu dem Ausdruck Panoramic Power liefert das, was die Worte versprechen. Die Suchmaschinen spuckt fleißig Sonnenaufgänge mit Stromtrassen, Kraftwerken und sogar Staudämmen im Vordergrund aus – wie romantisch. Zu dem jungen Unternehmen Panoramic Power findet der Nutzer nur wenig. Doch das Versprechen der israelischen Gründer klingt zunächst ähnlich romantisch wie der Sonnenuntergang vor den Stromtrassen und sorgt bei längerem Zuhören aber für Faszination bei Beratern aber auch Industriekunden. Eine unkomplizierte, schnelle und kostengünstige Energiedatenerfassung für die Industrie wollen Adi Shamir, Dan Wijsboom und David Almagor. die Gründer und Patentanmelder, den Unternehmen bieten.

Jeder Sensor verfügt immer über seine eigene ID

Die Idee: Der Kunde kauft die hochskalierbaren Snap and Fit-Sensoren und positioniert diese um die Schaltkreise, die er überwachen möchte. Nach dem Einrasten startet die Installation. Innerhalb von einer Stunde sind Dutzende Sensoren laut Hersteller betriebsbereit.

Die drahtlosen Sensoren brauchen keine eigene Batterie und jeder Snap and Fit-Sensor ist mit einer eigenen ID ausgestattet, die damit einem physischen Schaltkreis zugeordnet werden kann. Der Anwender kann so nahezu unbegrenzt Sensoren im Schaltschrank oder direkt an der Maschine installieren. Auch für unterschiedliche Stromstärken halten die Erfinder Sensoren bereit, die ohne Spezialwerkzeug am Kabel befestigt werden. Nach der Installation der Sensoren und der Erfassung der ID in der Software folgt der nächste wichtige Schritt: Die Kommunikation. Eine Datenbrücke, die entweder über WLAN oder Ethernet oder Handynetz die Messdaten alle zehn Sekunden zunächst empfängt und weiter versendet. Die Informationen enden dann in einer Cloud-basierten Software, welche die Messdaten visualisiert und als Energieverwaltungslösung den Anwender bei der Interpretation und Dokumentation unterstützt. Gleichzeitig kann das System Nachrichten auf das Mobiltelefon schicken und der User wird schnell informiert.

Visualisierung schielt auf die Sensorik

Das Produkt ist in Deutschland vielen Unternehmen noch unbekannt. Aber in den USA arbeiten die ersten Firmen mit der Technik. Kunden sind der Outdoorspezialist Northface, eine polnische Drogeriekette, der Modeproduzent Wrangler und ein weiterer Fashion Retailer. Das interessante an der Lösung: Sie ist universell in unterschiedlichen Branchen einsetzbar und erleichtert das Energiemonitoring. Auch die Industrie entdeckt seit kurzem das Potential. Cemex nutzt nach einem Testaufbau die Sensorik, denn die Technik half nicht nur Energie zu sparen, sondern auch Produktionsprozesse zu optimieren, heißt es. Und noch ein Großer ist auf das kleine Unternehmen aufmerksam geworden. Autodesk beteiligte sich im Dezember an dem Unternehmen. Die Experten für 3D-Design und Simulationssoftware und die Sensorik-Kenner wollen gemeinsam Produkte entwickeln, die dann auf der Cloud basierten Building Information Modeling (BIM)-Lösungvon Autodesk angeboten werden könnten. Das Ziel: Anomalien im Energieverbrauch früh erkennen, Einrichter-Teams zu warnen, überschüssige Verbräuche reduzieren und Spitzenlasten zu minimieren. Building Information Modeling (BIM) verändert die prozessualen Abläufe beim Planen, Entwerfen, Errichten und Verwalten von Gebäuden, Infrastrukturanlagen und Versorgungseinrichtungen. BIM-Lösungen helfen, Informationen in Einblicke zu verwandeln, sagt Autodesk. BIM ist damit ein Prozess, bei dem ein intelligentes 3D-Modell erstellt und genutzt wird, um Projektentscheidungen zu treffen und diese besser zu kommunizieren.

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