Automatisierte Packanlage Sortieranlage sorgt für individuelle Mischungen

Redakteur: Sariana Kunze

Supermärkte und Discounter verlangen heutzutage von Lebensmittelherstellern sortimentierte Trays, die je nach Kundenwunsch individuell konfektioniert angeliefert werden. Aus diesem

( Archiv: Vogel Business Media )

Supermärkte und Discounter verlangen heutzutage von Lebensmittelherstellern sortimentierte Trays, die je nach Kundenwunsch individuell konfektioniert angeliefert werden. Aus diesem Grund wurde emt automation von dem Neuruppiner Konservenwerk Dreistern mit der Entwicklung und dem Bau einer automatisieren Packanlage beauftragt.

Um mehr Platz für andere Angebote zu schaffen, verlangt der LEH zunehmend die Bereitstellung von sortimentierten Gebinden. Eine sortenreine Präsentation von Gläsern und Dosen ist kaum mehr möglich.

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Das Familienunternehmen Dreistern wurde im Jahr 1934 gegründet. Das Konservenwerk produziert auf 15.000 m² und mit 200 Mitarbeitern täglich etwa 250.000 Dosen und Frische-Packs.

Sortimentierte Tray nach Kundenwunsch

Die Praxis zeigt, dass viele Hersteller den Anforderungen nicht gewachsen sind und verschiedene Sorten nicht gleichzeitig produzieren können. Sie fertigen nach wie vor sortenrein und lagern die Produkte zwischen, bis sie im Anschluss, meist händisch, zu einzelnen Sortimenten gemischt werden.

Bei Dreistern löste man das Problem mit einer automatisierten Verpackungsstraße von emt automation.

„Der Anteil der vom Handel georderten Sortimentspackungen nimmt stetig zu“, erläutert Kurt Ortmann, emt Fachmann für Robotik und Anlagenbau. „Viele packen noch per Hand und das ist umso zeitaufwändiger, je mehr verschiedene Produkte in einen Karton sollen. Wegen der steigenden Nachfrage nach Sortimentsverpackungen lohnt sich inzwischen für viele Mittelständler der Einsatz von Robotern.“

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Für die Konstruktion der Dreistern-Anlage wurde Parameter wie kompakt in den Ausmaßen, flexibel und ohne große Rüstaufwände festgelegt. Als Ergebnis wurde eine robotergesteuerte Sortieranlage, mit überschaubaren Ausmaßen montiert, die genau in das Anlagenkonzept des Kunden passt.

Individuelle Mischungen

Bei weit über 200 Packvariationen, ist eine ausgereifte Steuerungstechnik gefragt. Auf Basis von Artikelnummern, die in dem Anlagenrechner hinterlegt sind, können je nach Bedarf die entsprechenden Packschemata „per Knopfdruck“ einfach und schnell programmiert werden.

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Nachdem die Ware produziert, verpackt und etikettiert ist, wird sie als 6er, 8er oder 12er Tray vor der Sortiermaschine platziert. Die noch sortenreinen Gebindetrays gelangen über Staubahnen zur Entnahmeposition, wo sie mit Stoppern positioniert werden. Nun tritt der Kawasaki Roboter Typ FD050N in Aktion. Er entnimmt die Dosen mittels einer Saugplatte aus den Trays und setzt sie auf der entsprechenden Bahn der fünf Sortierstrecken ab. Die leeren Trays laufen zur Befüllstation, werden mittels Lichtschranken genau positioniert und für die sortimentierte Neubefüllung bereitgestellt. Die sortenreinen Produkte werden nun auf dem Produkttransport Monoartikel vereinzelt und vor dem Sortimentierdeck gestoppt. Je nach Programmwahl öffnen sich die jeweiligen Stopper, damit eine bestimmte Anzahl verschiedener Produkte dem Sortimentierdeck zugeführt werden kann. Die durch den Kawasaki Roboter entladenen leeren Trays werden auf einem Band zum Befüllplatz befördert. Dort angekommen gelangen die Gebinde zu einer Weiche, wo sie nach rechts bzw. nach links in die Befüllstation für den Mischtray verteilt werden. Ein Überschieber formiert die Produkte, die dann mittels einer Saugplatte in die bereitgestellten leeren Trays gesetzt werden. Zum Schluss werden die sortimentierten Gebindetrays auf der Rollenbahn aus der Anlage transportiert und für die Entnahme bereitgestellt.

Schnelle Produktwechsel ohne großen Rüstaufwand

Unabhängig von der Produktion können individuelle Sortimente je nach Kundenwunsch zusammengestellt werden. Dabei sind der Vielfalt der Varianten keine Grenzen gesetzt, denn die Eingabe eines neuen Packschemas erfolgt mit wenigen Handgriffen am Anlagenrechner.

„Bisherige Konzepte haben mich nicht überzeugt“, sagte Uwe Krusius, Leiter Technik bei Dreistern, „sie waren wesentlich teurer und nicht so flexibel. Schnelle Produktwechsel ohne große Rüstaufwände, die kompakte Bauweise und die Tatsache, dass wir mit demselben Personal doppelt soviel Trays gemischt bekommen, waren Fakten, die mich überzeugt haben.“

Intelligente Steuerungstechnik und ein schnell und präzise arbeitender Kawasaki Roboter ermöglichen pro Schicht die Konfektionierung von ca. 80.000 Dosen mit einem Gewicht von etwa 40 Tonnen.

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