Portugiesische Weltraumwissenschaftler haben für ihren Spektrographen Moons den goldenen Vector Award 2024 gewonnen. Mit dem Preis kürt Igus alle zwei Jahre herausragende Energieketten-Anwendungen – dieses Jahr unter 328 Einreichungen aus 37 Ländern.
Die Preisträger des 9. Vector Awards: Gold geht an den Spektrographen des Moons-Konsortiums, zu dem auch das Institut für Astrophysik und Weltraumwissenschaften der Universität in Lissabon gehört (Portugal), Silber erhält der Prüfstand für Fahrerassistenzsysteme von TDK RF Solutions (USA), Bronze gewinnt Mecaoctet mit ihrer beweglichen Nachtclub-Decke (Frankreich). Der grüne Vector geht an die Bear Machines GmbH (Deutschland) für eine Maschine zum automatischen Nachschneiden von Reifen.
(Bild: Igus)
Wie sind Galaxien entstanden? Wo existieren Exoplaneten mit lebensfreundlichen Bedingungen? Antworten liefert das Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte, eines der weltweit fortschrittlichsten Teleskop-Arrays im Gebirge der Atacamawüste in Chile. Es könnte zukünftig noch genauer ins Weltall blicken. Mithilfe eines Multiobjekt- und Nahinfrarot-Spektrographen des Moons-Konsortiums, zu dem auch das Institut für Astrophysik und Weltraumwissenschaften an der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität in Lissabon gehört.
Empfindliche optische Fasern sicher führen
Der Spektrograph hat ein Sichtfeld von der Größe des Mondes und kann gleichzeitig über 1.000 Objekte im sichtbaren und nahinfraroten Wellenlängenbereich beobachten. Er ist das Ergebnis einer langen Entwicklung mit vielen konstruktionstechnischen Herausforderungen. Eine davon: Die empfindlichen optischen Fasern sicher führen, die das Licht von einem rotierenden Frontend zum Spektrographen transportieren. Hier nutzen die Ingenieure Energieketten aus Hochleistungskunststoff der Serie Triflex von Igus. Sie stellen sicher, dass die Fasern in der Bewegung keiner Belastung ausgesetzt sind, welche die wissenschaftlichen Beobachtungen gefährden könnten. Diese wichtige Aufgabe erfüllen die Energieketten laut Ingenieuren auch in einer Höhe von 2.670 Metern und bei hohen Ozonwerten zuverlässig.
Die unabhängige Jury des Vector Award 2024 ist deshalb überzeugt: Der Spektrograph ist die spektakulärste Energieketten-Anwendung der letzten zwei Jahre. Das Institut für Astrophysik und Weltraumwissenschaften der Universität in Lissabon erhält daher den goldenen Vector Award 2024 und ein Preisgeld von 5.000 Euro.
Energieketten in Prüfstand für Fahrerassistenzsysteme
Der silberne Vector geht an das US-amerikanisches Unternehmen TDK RF Solutions. TDK RF Solutions widmet seine Ingenieurskunst nicht dem Blick in die Sterne, sondern Fahrzeugen mit Fahrerassistenzsystemen. Um ihre elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) zu testen, entwickelt das US-amerikanische Unternehmen einen Prüfstand für sogenannte Vehicle-in-the-Loop Tests (VIL). Damit das Fahrzeug wie auf einer Straße fahren kann, haben die Konstrukteure einen Drehteller mit Rollen realisiert. Er ist von einer Reihe von Testantennen umgeben, die das Fahrzeug mit hohen elektrischen Feldstärken abstrahlen. Um dabei jede Antennenbaugruppe frei positionieren zu können, sind fünf Bewegungsachsen erforderlich. Für die Führung von Steuerkabeln und Druckluftschläuchen entlang dieser Achsen setzen die Ingenieure auf Energieketten der Serie 1400 von Igus, die sie in Federleitungstrommeln der Serie E-Spool aufwickeln. Dank des Verzichts auf Schleifringe hat das Unternehmen die Wartungszeiten deutlich verkürzen können. Eine geschickte Anwendung, welche die Jury überzeugte. TDK RF Solutions erhält deshalb den silbernen Vector Award und 2.500 Euro Preisgeld.
Federleitungstrommel in Pariser Nachtclub im Einsatz
Platz drei geht an das französische Unternehmen Mecaoctet. Dieses hat eine bewegliche Decke für einen Nachtclub in der Pariser Accor Arena realisiert. Die Decke besteht aus einem zerbrochenen Spiegel von 16 m × 15 m, der in 32 dreieckige Elemente unterteilt ist, von denen 16 beweglich sind. Jedes dieser Dreiecke hat zwei Spiegelflächen, eine oben und eine unten, wobei die Kante ein RGB-LED-Band ist. In Kombination mit Scheinwerfern entsteht eine atemberaubende Lichtshow.
Die konstruktionstechnische Herausforderung bestand darin, die Dreiecke in Bewegung zu versetzen und die LED-Bänder mit Strom zu versorgen. Hierfür setzen die Ingenieure auf jeweils drei motorisierte Winden an jeder Ecke der Dreiecke. Für die Stromversorgung vertrauen die Experten auf schleifringlose Federleitungstrommeln der Serie E-Spool von Igus, die mit Hybridkabeln bestückt und mit den Schwerpunkten der Dreiecke verbunden sind. Dank der Igus-Lösung ließen sich laut Mecaoctet komplexe Spulen mit rotierenden Kollektoren vermeiden, die sehr teuer und unzuverlässig gewesen wären. Im Vergleich zu einem Schiebersystem mit Kabelschlaufen sei die Lösung zudem ästhetischer. Das sieht auch die Jury so. Der bronzene Vector 2024 und 1.000 Euro Preisgeld gehen deshalb an Mecaoctet.
E-Ketten-Anwendung für nachhaltigen Straßenverkehr ausgezeichnet
Mit dem grünen Vector zeichnet die Jury den besonderen Einsatz für eine nachhaltige Zukunft aus. Der Preis geht dieses Jahr an die Bear Machines GmbH. Das Unternehmen aus Heek hat eine halbautomatische Maschine namens Bear-Cut entwickelt, die Reifen von Autos und Lkw nachschneidet. Dadurch schont der Fahrer nicht nur sein Portemonnaie, sondern auch die Umwelt. Studien von Michelin und Continental zeigen: Durch das Nachschneiden eines Reifens lassen sich bis zu 0,5 Liter Kraftstoff pro 100 km einsparen. Pro Reifen lassen sich zudem bis zu 650 kg klimaschädliche CO2-Emissionen vermeiden. Darüber hinaus führt die Verlängerung der Lebensdauer der Reifen zu potentiellen Einsparungen von Rohstoffen in der Reifenproduktion.
Stand: 08.12.2025
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Während der Konstruktion der Maschine stand Bear Machines vor der Herausforderung, biegsame und flexible Leitungen für die Motoren zu finden. Herkömmliche Leitungen erwiesen sich als unzureichend und konnten die notwendigen Anforderungen nicht erfüllen. Die Ingenieure stiegen deshalb auf robuste und gleichzeitig biegsame Leitungen aus dem Chainflex-Sortiment von Igus um, die sich in E-Ketten der Serie E2 bewegen.
Über den 9. Vector Award
Energieleitungen, Datenleitungen und Hydraulikschläuche sind die Lebensadern von Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen. Die Rolle der Leitungsführung wird dabei zunehmend anspruchsvoller, da sie sich den Herausforderungen moderner Anwendungen stellen muss – seien es die fortschreitende Miniaturisierung, die komplexen Bewegungsabläufe hochentwickelter Roboter mit ihren akrobatischen 3D-Manövern oder Sensorik-Trends wie Predictive Maintenance. Ingenieure aus aller Welt vollbringen hier mit Energieketten aus Hochleistungskunststoff jeden Tag Höchstleistungen. Der Vector Award, der 2024 zum neunten Mal stattfindet, zeichnet die mutigsten und spannendsten Projekte mit Energieketten aus. Der Wettbewerb ist eine von Igus initiierte, globale Gemeinschaftsinitiative. Eine Expertenjury aus Forschung, Fachpresse und Industrie garantiert eine fundierte Bewertung der eingereichten Anwendungen. Zum Vector Award 2024 sind 328 Bewerbungen aus 37 Ländern eingegangen.