Bedienelemente Stapeln und Heben: so macht das Spaß

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Um heute die hohen Anforderungen beim Heben schwerer Lasten zu erfüllen, ist ein leistungsstarker Stapler unverzichtbar. Doch auch die Bedienung ist nichts für einfach mal nebenher. Zur Unterstützung der Fahrer bei diesem verantwortungsvollen Job, haben Still und Elobau die Kabine ergonomisch ausgestattet.

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Das Cockpit der Still-Gegengewichtsstapler, zu dem auch der Elobau Multifunktionsgriff gehört, zeigt sich funktional und optisch ansprechend.
Das Cockpit der Still-Gegengewichtsstapler, zu dem auch der Elobau Multifunktionsgriff gehört, zeigt sich funktional und optisch ansprechend.
(Bild: Still / Elobau)

Betritt man heute einen Baumarkt oder das Gelände eines Fertigungsunternehmens, begegnet man ihnen unweigerlich: den emsig umherfahrenden Flurförderfahrzeugen. Was kinderleicht aussieht, täuscht. Denn solch ein Kraftpaket zu bedienen, erfordert jeden Menge technisches Verständnis, Disziplin, sogar räumliches Vorstellungsvermögen. Ein verantwortungsvoller Job, bei dem der Fahrer, oft auch unter Zeitdruck, auf viele Dinge gleichzeitig achten muss – und das den ganzen Arbeitstag. Fast permanent muss er mit der Bedieneinheit für die Lastgabeln und Anbaugeräte umgehen: die Paletten senken und heben, neigen oder seitlich verschieben. Ein guter Grund, die Steuertasten und Wippen gut zugänglich und leicht betätigbar zu gestalten.

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Auf diesem Sektor ist Still eine weltweit positionierte Premium-Marke mit umfangreichem Fahrzeugprogramm. Dazu gehören die kürzlich vorgestellten Elektrostapler mit bis zu 8 t Traglast sowie die neue Generation der FM-X Schubmaststapler. Neben der Leistungsfähigkeit ist vor allem ihre komfortable Bedienbarkeit überzeugend.

Den Stapler komfortabel bedienen

Still setzt bezüglich der Bedieneinheit auf eine Partnerschaft mit Elobau, dem Spezialisten für Bedienelemente und Sensorik aus Leutkirch. So haben die beiden Unternehmen bereits vor acht Jahren einen Multifunktionsgriff entwickelt, der in den Schubmaststaplern eingesetzt wird. Er enthält als Basiselement den Elobau Standard Joystick J5 sowie verschiedene Standard-Tasten. Dieser ergonomische Griff dient der einhändigen Ansteuerung aller hydraulischen Funktionen ohne Umgreifen. Zudem sind Taster für Zusatzhydraulik und eine „spürbare“ Fahrtrichtung integriert – und alle Bewegungen sind gleichzeitig ausführbar. Als besonders vorteilhaft hat sich auch der Einsatz der wartungsfreien Sensortechnologie von Elobau erwiesen.

Neue Staplerkonstruktion – neue Bedieneinheit

Die zur Cemat 2014 neu entwickelte Generation der FM-X Schubmaststapler erhielt unter anderem eine neu gestaltete Fahrerkabine – und damit verbunden auch eine neue Bedieneinheit. Um das Design der Stapler kümmerten sich die langjährigen Still-Partner von Teams Design. Sie entwickelten ein modernes Erscheinungsbild, das nicht nur hohen optischen Ansprüchen genügt, sondern die Anwender vor allem durch Ergonomie und Funktionalität zufrieden stellt.

Für die Neugestaltung des Multifunktionsgriffes wandte sich Still wiederum an Elobau, bestärkt durch die gute partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Vergangenheit. Die Aufgaben waren klar definiert. Denn auch bei der Bedieneinheit wollte der Staplerhersteller alle Komponenten bis ins Detail auf den neuesten Stand der Technik bringen.

Mario Halwachs, Key Account Manager für den Bereich Materialhandling bei Elobau, erinnert sich: „Es ging nicht um eine Anpassung des bisherigen Joysticks. Wir mussten ein komplett neues Produkt entwickeln, das aktuelle Standardelemente in einer neu konstruierten Basis unterbringt.“ Da Still diesen Multifunktionsgriff ab sofort auch in seinen Gegengewichtsstaplern einsetzt, galt es beispielsweise, die Griffbasis so zu gestalten, dass sie sich für die beiden unterschiedlichen Einbausituationen eignet.

Die Projektleitung auf Seiten von Elobau übernahm Stefan Höß. Er betont die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Still: „Es ist schon etwas Besonderes, wenn man gemeinsam so intensiv an Lösungen arbeitet, wie es bei diesem Projekt geschehen ist. Über die ganzen zwei Jahre wurde ein regelmäßiger Austausch gepflegt. Nur so konnten wir ein Ergebnis erzielen, von dem wir sicher sind, dass es auch die Anwender begeistert.“

Das Ergebnis ist ein Bedienelement, das sich ergonomisch in die Hand fügt und durch softe Kunststoffelemente angenehm anfühlt. Wie das Vorgängermodell enthält der Griff je eine Wippe für Fahrtrichtung und Neigen, den linearen Querschub-Schieber sowie eine Funktions- und eine Hupentaste.

Joystick mit Stärken

Still-Fachpressesprecher Jürgen Wrusch ergänzt: „Auf Wunsch lassen sich die einzelnen Wippen und Tasten auch anders belegen, so dass der Anwender seine Anbaugeräte nach Einsatzfall optimiert bedienen kann.“ Er weist darauf hin, dass für Still der Anwender im Mittelpunkt steht und daher der Elobau-Joystick so ausgeführt ist, dass er sich beim Mieteinsatz des Staplers oder einem veränderten Anwendungsfall auch nachträglich als komplette Bedieneinheit gegenüber anderen Optionen wie zum Beispiel Fingertip-Schalter ein- und auswechseln lässt.

Für den Einsatz des Elobau-Griffs sprechen jedoch zahlreiche Stärken, wie Jürgen Wrusch hervorhebt: „Der Griff erlaubt der Bedienhand eine angenehme Ruhelage und schont das Handgelenk. Zudem erhält der Bediener ein haptisches Feedback auf ausgeführte Funktionen. Da der Joystick mit einem Handschuh bedient werden kann, eignet er sich für Arbeiten in Kühlhäusern und durch seine Dichtheit nach IP 55 auch für nasse Umgebungen.

Auf die inneren Werte kommt es an

Zahlreiche konstruktive Veränderungen haben dabei im Inneren des Griffs stattgefunden. Zum Beispiel verfügt der Joystick JV über einen Sockel aus hochtechnischem Kunststoff, einem Polyamid mit 50-prozentigem Glasfaseranteil. Damit orientiert sich Elobau am hohen Niveau der Automobilindustrie, die das stabile und langlebige Material vielfach verwendet, zum Beispiel für Komponenten im Motorraum oder auch im Fahrwerks- und Antriebsbereich.

Stefan Höß erklärt: „Elobau hat den Vorteil, dass die komplette Prozesskette vom Werkzeugbau bis zum Spritzguss inhouse abgedeckt wird. Auf Grund unseres dadurch vorhandenen Know-hows konnten wir diesem Wunsch von Still nachkommen. Das könnte ein ausschlaggebendes Kriterium gewesen sein, mit dem Elobau gegenüber anderen Anbietern punkten konnte“, mutmaßt der Projektleiter.

Für den Einbau in die Armlehne des Gegengewichtsstaplers musste zudem die Einbauhöhe des Griffs minimiert werden – was mit verschiedenen Details gelungen ist. Zum Beispiel wurde das CAN-Modul, über das die Kommunikation mit dem Fahrzeug stattfindet, neu konzipiert. Während es bisher unten am Joystick angebracht war, wird es nun an die Seite gesetzt.

Alles für die Sicherheit

Eine weitere Anforderung war, die Signale wegen der Sicherheitsrichtlinien im Fahrzeug durchgängig redundant auszuführen. Um das zu gewährleisten, wechselte Elobau die im bisherigen Joystick verbauten Microtasten gegen andere Standardelemente aus, wie das analoge Daumenrad. Stefan Höß erklärt: „Wir haben einen speziellen Betätiger entwickelt, der aus der ursprünglich drehenden Bewegung des Rades einen Drucktaster macht. So steckt hinter jeder Wippe jetzt ein solches zuverlässiges Daumenrad. Das analoge Stellelement ist mit zwei Sensoren ausgestattet, die sich gegenseitig überwachen und so ein sicheres Signal liefern.“

Auch die Resistenz gegenüber elektromagnetischen Einflüssen ist sichergestellt. Die berührungslos mit einem Magneten angesteuerten Elemente sind langlebig und zuverlässig, aber natürlich bei dem minimal definierten Bauraum etwas empfindlich gegenüber Fremdmagneteinfluss. Um diesen sicher auszuschließen, entwickelte Elobau auch dafür eine passende Lösung: Bei den analogen Stellelementen für Fahrtrichtung, Neigung und Querschub übernimmt ein bei den Standardelementen integrierter Lagerring die magnetische Abschirmung. Bei Hupen- und Funktionstaste, die nahe unter der Griffoberfläche liegen, wurden zusätzliche Abschirmbleche angebracht

Eine weitere Anforderung von Seiten Still war, dass die Bedieneinheit komplett abgedichtet ist. Es darf von außen keine Feuchtigkeit ins Innere der Konsole bzw. des Adapters und somit zur Elektronik eindringen. „Diesbezüglich haben wir viel Aufwand betrieben, um alle Komponenten gegeneinander abzudichten“, berichtet Stefan Höß. „Ein Highlight ist der neue Faltenbalg des Joysticks, der aus designtechnischen Gründen unsichtbar eingebaut ist. Damit die Dichtigkeit gewährleistet ist, haben wir sogar für die Funktionsbeleuchtung eine spezielle Lösung mit abgedichteter Lichtleitertechnik realisiert.“

So lag es an Stefan Höß und seinem Team, nahezu das gesamte Innenleben des Multifunktionsgriffes neu zu konstruieren. Aber auch die Außenhaut verlangte dem Team einiges ab. Denn am Griff sind sowohl Spritzgussteile mit genarbter Oberfläche zu finden, wie verchromte Kunststoffteile und Bereiche mit Hart/Weich-Haptik.

Weitere Bedienvariante mit kleinen Fingertip-Joysticks

Inzwischen wurde auch der neue Multifunktionsgriff in Feldtests bei ausgewählten Kunden getestet. Das ausgereifte Bedienkonzept umfasst aber nicht nur den Griff, der zum einen in der Konsole für den FMX-Schubmaststapler und in die Armablage des Gegengewichtsstaplers eingebaut wird, wie Elobau Key Account Manager Mario Halwachs erklärt: „Zur Bedienung der FM-X-Stapler haben wir auch die optionale Vierhebel-Bedienvariante entwickelt, die mit vier neuen Fingertip-Joystick JFT ausgestattet ist, die erst im vergangenen Jahr auf den Markt kamen. Sie deckt im Prinzip die gleichen Funktionen ab, wie der Multifunktions-Joystick.“

Für Jürgen Wrusch steht fest: „Wir haben die Partnerschaft mit Elobau als offen und lösungsorientiert wahrgenommen. Vom Ergebnis sind wir begeistert.“

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