Karriere

Start-up-Studie: So viel verdient man wirklich

| Autor: Jens Scheiner

Große Unternehmen versuchen zunehmend alternative Bürokonzepte der Start-ups zu übernehmen – im Bild eine Lounge bei Bosch.
Große Unternehmen versuchen zunehmend alternative Bürokonzepte der Start-ups zu übernehmen – im Bild eine Lounge bei Bosch. (Bild: Bosch)

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Start-up-Unternehmen kommt eine besondere Bedeutung zu: Sie sind jung, kreativ und die Weltkonzerne von morgen. Zahlreiche Hochschulabsolventen reißen sich um die begehrten Jobs. Doch warum ist das so? Ein Überblick.

Offene Büros, Lounge-Möbel für Meetings und ein Kickertisch – Das ist in etwa das Klischee eines Start-up-Unternehmens. Allen voran steht aber die angeblich niedrige Bezahlung. Im Vordergrund steht daher vielmehr die brennende Leidenschaft für eine Idee, die Mitarbeiter antreibt. Deshalb kommt es auf das richtige Gesamtpaket an: Hier spielen neben dem Gehalt auch Komponenten wie Urlaubstage, Entwicklungsmöglichkeiten und andere Mitarbeiter-Benefits eine wichtige Rolle.

Gehaltsstrukturen, Ausbildung und Überstunden im Überblick

Wie sich diese Pakete genau zusammensetzen und wie hoch die Bezüge bei Start-ups tatsächlich sind, dafür hat sich die „Gründerszene Karriere“ in Kooperation mit „Gehalt.de“ nicht nur die Gehaltsstrukturen, sondern auch die Lohndiskrepanz der Jungunternehmen zur Old Economy genauer angesehen.

Für die Start-up-Studie 2018 haben das Vergleichsportal Gehalt.de in Kooperation mit Gründerszene Karriere 1.600 Beschäftigte aus Start-ups vom 27. Februar bis zum 27. März bezüglich ihres Einkommens befragt. 63 Prozent der Befragten waren Männer und 37 Prozent Frauen. Das Durchschnittsalter lag bei beiden Geschlechtern bei 30 Jahren. 59 Prozent der Teilnehmer/Innen verfügen über einen akademischen Abschluss und 32 Prozent über eine Ausbildung. Laut der Studie haben 16 Prozent eine Position mit Personalverantwortung und 84 Prozent der Teilnehmer/Innen sind Fachkräfte.

Zu den am häufigsten genannten Branchen zählen Online-Unternehmen aus den Bereichen E-Commerce, IT-Systemhäuser, Medien & Presse, Softwareunternehmen, Unternehmensberatungen und Werbung & PR. Über 50 Prozent aller zugrunde liegenden Daten stammen aus diesen Branchen.

Die Mehrheit der Befragten (46 Prozent) mit akademischem Hintergrund hat Wirtschaftswissenschaften studiert, gefolgt von Wirtschaftsinformatik mit 16 Prozent sowie Grafik und Design mit zehn Prozent der Stimmen.

Mechatronik-Student erfindet Airbag für Smartphones

Erfindung

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02.07.18 - Da er die Nase voll hatte von zerstörten Handydisplays, erfand der Mechatronik-Student Philip Frenzel einen Airbag für Smartphones – und wurde mit dem Mechatronik-Preis 2018 geehrt. Jetzt startet er ein Crowdfunding-Projekt, um den Airbag marktreif zu entwickeln. lesen

Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de, erklärt dieses Ergebnis folgendermaßen: „Viele wichtige Funktionen in einem jungen Unternehmen können Wirtschaftswissenschaftler übernehmen – angefangen mit Finanzen bis hin zu Marketing und PR.“

Große Unterschiede zur Old Economy

Laut Studie verdienen Fachkräfte in Start-ups 41.000 Euro pro Jahr – ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Old Economy kommen auf ein Bruttojahreseinkommen von 57.500 Euro. Gravierender ist allerdings der Gehaltsunterschied bei Führungskräften: Mit 54.300 Euro jährlich liegt das Einkommen der Führungskräfte in den neuen Unternehmen knapp 41.500 Euro unter dem in der klassischen Industrie (95.800 Euro).

Mehr Überstunden und weniger Prämien Darüber hinaus beziehen 63 Prozent der Führungskräfte in der klassischen Industrie Prämien in Höhe von fast 12.000 Euro im Jahr – in jungen Unternehmen erhalten nur 19 Prozent der Beschäftigten mit Personalverantwortung eine Prämie von circa 10.800 Euro. Laut Studie beträgt die vertragliche Arbeitszeit bei beiden Gruppen jeweils 39 Stunden. Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit liegt in Start-ups bei 42 Stunden – das sind zwei Stunden mehr als in klassischen Industrieunternehmen. Die Studie zeigt außerdem, dass Fach- und Führungskräften in Start-ups mit jeweils 27 Urlaubstagen im Jahr zwei Tage weniger Erholung zustehen als in der Old Economy.

Geschäftsführer in Start-ups erhalten circa 57.400 Euro jährlich

Zu den am häufigsten genannten Berufen gehört unter anderem der Geschäftsführer. Dieser verdient mit circa 57.400 Euro verhältnismäßig wenig. Zudem sind Berufe wie Projektleiter (48.500 Euro), IT-Administratoren (46.400 Euro) und Online-Marketing-Manager (44.000 Euro) häufig in jungen Unternehmen vertreten.

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18.06.18 - Einige Führungskräfte sträuben sich vehement gegen die Flexibilisierung von Arbeitsplätzen in Form von Homeoffice, da es einige Gründe dagegen gibt. Allerdings gibt es auch viele Gründe, die für die Einführung von Homeoffice-Möglichkeiten für Arbeitnehmer sprechen. lesen

Zwar können sich Arbeitnehmer in Start-up nicht über sechsstellige Jahresgehälter freuen, dafür aber umso mehr von flexiblen Strukturen, flachen Hierarchien und inhaltlichen Freiheiten profitieren, die in der Old Economy bislang noch nicht zum Alltag gehören.

Zur Auswertung

Neben Parametern wie Ausbildung, Branche oder Alter wurden auch die Gehälter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewertet. Hierbei haben die Gründerszene Karriere und Gehalt.de immer den Median, den Mittelwert sowie das erste und das dritte Quartil angegeben.

Hier eine kurze Erläuterung dazu, wie die Daten zu verstehen sind:

Der Median beschreibt die Mitte aller Daten: 50 Prozent liegen über dem Wert, 50 Prozent darunter. Q1 (1. Quartil) bedeutet, 25 Prozent der Gehälter liegen unter diesem Wert, Q3 (3. Quartil) bedeutet, 25 Prozent der Gehälter liegen über diesem Wert. Der Mittelwert (Durchschnittswert) entspricht dem arithmetischen Mittel. Es handelt sich dabei um die Summe der Merkmalswerte, geteilt durch deren Anzahl. Beim arithmetischen Mittel ist zu beachten, dass es stark von Ausreißern, also sehr großen und sehr kleinen Werten beeinflusst wird.

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18.06.18 - Fehlende gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen, hohe Jobwechselbereitschaft, fehlende Unterstützung durch Arbeitgeber und Politik: Millennials und die nachfolgende Generation Z sehen die digitale Zukunft skeptisch, zeigt eine aktuelle Studie. lesen

Die Studie können Sie hier downloaden: Start-up-Studie 2018

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Automobilindustrie.de.

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