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Elektromobilität Studie unterstreicht hohe Verfügbarkeit des Leichtmetalls Lithium für Elektroautos

| Redakteur: Wolfgang Leppert

Der Ausbau der Elektromobilität wird nicht an zu geringen Lithiumvorkommen scheitern. Eine Metastudie des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung (ZSW) hat jetzt die Verfügbarkeit des Leichtmetalls untersucht.

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ZSW-Studie: Lithiumressorcuen reichen für Milliarden Elektroautos
ZSW-Studie: Lithiumressorcuen reichen für Milliarden Elektroautos
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Fazit der Untersuchung: Es sind genug Lithium-Quellen für Milliarden von Elektroautos und andere Anwendungen vorhanden, und auch die Produktionskapazitäten können dem künftigen Bedarf aller Voraussicht nach folgen. Um die Auswirkungen steigender Rohstoffkosten auf die Batteriekosten zu verringern und die Rohstoff-Versorgungssicherheit zu erhöhen, seien jedoch weitergehende Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen notwendig, etwa beim Recycling und für neue Batteriematerialien.

Bisher wird Lithium besonders für die Produktion von Glas und Keramik benötigt. Der zweitgrößte Anwendungsbereich sind Lithium-Ionen-Batterien. Sie sorgen vor allem in Laptops und Mobiltelefonen für die Stromversorgung. Zukünftig könnte mit dem Lithiumbedarf für die geplanten Großbatterien in Elektroautos der Rohstoffbedarf zusätzlich um ein Vielfaches steigen.

Lithium-Quellen reichen für rund 10 Milliarden Elektrofahrzeuge

In der Verfügbarkeitsstudie von Lithium für Elektroautos haben die ZSW-Forscher zahlreiche Quellen und Einzelstudien ausgewertet. „Es sind ausreichend identifizierte Lithium-Quellen vorhanden und neue Produktionskapazitäten für Lithium geplant“, erklärt Autor Benjamin Schott. „Zwischen 135 und 160 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalenten sind weltweit bekannt. Das reicht für rund 10 Milliarden Elektrofahrzeuge. Rein rechnerisch könnte damit die weltweite jährliche Produktion von 50 Millionen Fahrzeugen 200 Jahre lang mit Lithium-Batterien ausgestattet werden.“

Auch für andere Anwendungen sei daher genug Lithium vorhanden. Das Risiko einer Versorgungslücke besteht aus Sicht des ZSW dabei vor allem durch die lange Vorlaufzeit beim Aufbau von neuen Produktionsstandorten. Der Großteil der Lithium-Ressourcen liege außerdem in politisch weniger stabilen Ländern, etwa Bolivien und Chile. Um die Rohstoffabhängigkeit zu mindern und die Auswirkungen höherer Lithiumpreise auf die Batteriekosten zu verringern, seien deshalb weitergehende Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen nötig.

Im Fokus stehen für die Forscher die Entwicklung einer geeigneten Recyclingwirtschaft und die langfristige Erforschung neuer, noch leistungsfähigerer Batterietechnologien, die vorzugsweise eine bessere Rohstoff-Versorgungssicherheit garantieren. Für die deutsche Wirtschaft eröffnen sich hier vielfältige neue Wertschöpfungschancen – und die Möglichkeit, einen Spitzenplatz in diesem Wirtschaftssektor zu erobern.

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