Ursula Ida Lapp

Stuttgarter Unternehmerin erhält Ehrenpreis für das Lebenswerk 2012

| Redakteur: Wolfgang Leppert

Wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet: die Stuttgarter Unternehmerin Ursula Ida Lapp
Wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet: die Stuttgarter Unternehmerin Ursula Ida Lapp (Lapp)

Die 82-jährige Unternehmerin Ursula Ida Lapp, Aufsichtsratsvorsitzende der Stuttgarter Lapp Holding, wird im Rahmen der 6. Baden-Baden Business Night mit dem Ehrenpreis für das Lebenswerk 2012 ausgezeichnet. Dieser Preis wird an herausragende Mittelständler in Baden-Württemberg vergeben.

Kriterien für die Vergabe des Ehrenpreises für ein Lebenswerk sind u.a. herausragende Leistung, Mut, Risikobereitschaft, Tatkraft, konsequente Innovationen und großes soziales Engagement. „Herausragend ist die familienfreundliche und soziale Unternehmenskultur der Lapp Gruppe sowie das vielfältige Engagement im sozialen und kulturellen Bereich“, begründet der Jury-Vorsitzende Hans-Jürgen Wischhof. Mit Herz und Tatkraft und einem sicheren Gespür für die Anforderungen des Marktes habe Ursula Ida Lapp gemeinsam mit ihrem Mann Oskar Lapp (1921-1987) ein Unternehmen von internationalem Ruf geschaffen. Die Stuttgarter Lapp Gruppe ist heute einer der führenden Anbieter von integrierten Lösungen und Markenprodukten für Kabel- und Verbindungstechnik. Im Geschäftsjahr 2010/11 erwirtschaftete das Familienunternehmen einen konsolidierten Umsatz von knapp 900 Mio. €. Lapp beschäftigt weltweit über 3000 Mitarbeiter, verfügt über 15 Fertigungsstandorte sowie 41 Vertriebsgesellschaften und kooperiert mit rund 100 Auslandsvertretungen.

Neben den traditionellen Kernbranchen, dem Maschinen- und Anlagenbau sowie dem Geräte- und Apparatebau, werden die Markenprodukte von Lapp insbesondere dort verwendet, wo höchste Ansprüche an Zuverlässigkeit und Sicherheit herrschen: zum Beispiel im Transrapid in Shanghai, in der Bühnentechnik der Rolling Stones, dem Bolschoi Theater in Moskau, den Terminals der Flughäfen München und Heathrow, den Cheopspyramiden oder im Traumschiff AidaLuna. Besonders stark ist die Gruppe in den Marktsegmenten der Erneuerbaren Energien, Mobilität und LifeSience.

Erste industriell gefertigte Anschluss- und Steuerleitung

Die Erfolgsgeschichte der Lapp Gruppe begann Ende der 50er Jahre. Oskar Lapp war ein genialer Erfinder und Tüftler. Damals war es für die Elektromeister beim Anschließen von elektrischen Verbindungen sehr schwierig, die richtigen Aderenden in den Schläuchen zuzuordnen. Bis dahin war dafür ein umständlicher Prozess, das so genannte Durchklingeln, nötig um die einzelnen Enden zu identifizieren, denn die einzelnen Adern waren alle rot oder schwarz und so nicht auf Anhieb zu identifizieren. Zudem waren sie wenig flexibel, was die Verlegung der Kabel zusätzlich erschwerte. Die Lösungsidee von Oskar Lapp: Er ließ die einzelnen Adern bunt einfärben, verkleinerte die Durchmesser und ließ sie wie die Stränge eines Seils (Kabelseele) wickeln, wodurch die Kabel flexibel wurden. Ein Wuppertaler Kabelhersteller konstruierte nach seinen Vorgaben die ersten Prototypen. Die erste industriell gefertigte Anschluss- und Steuerleitung war geboren. Zugleich erfand das Ehepaar Lapp auch den passenden Markennamen Ölflex, der für besonders ölfeste und flexible Leitungen steht.

Mit einem Bankkredit über 50.000 DM wurde 1959 die U.I. Lapp KG gegründet. Dabei steht die Abkürzung U.I. für Ursula Ida. Im Wohnhaus und in der Garage in Stuttgart-Vaihingen ging es los. Oskar Lapp übernahm den Außendienst, Ursula Ida Lapp kümmerte sich zuhause um die drei Kinder, schrieb abends Werbebriefe und kümmerte sich um die Buchhaltung. Oft fuhr sie mit dem Handwagen zum Güterbahnhof, um die bestellten Kabel zu etikettieren und an die Kunden zu versenden.

Ölflex war das richtige Produkt zur richtigen Zeit. Das Ehepaar Lapp setzte damit Qualitätsstandards, die in der Kabelproduktion bis heute weltweit gültig sind. Es bot sogar fertig produzierte Kabelstränge mit bis zu 130 farbigen Adern an. Die Nachfrage war enorm. Bereits 1963 wurde die erste eigene Fabrik gegründet, um die Leitungen selbst zu fertigen. 1965 wurde der Firmensitz in die Schulze-Delitzsch-Straße in Stuttgart-Vaihingen verlegt – auch heute noch der Stammsitz des Unternehmens. Bereits 1976 begannen die Lapps mit der Gründung der Tochtergesellschaft Lapp USA die Internationalisierung.

Als Oskar Lapp 1987 nach einjähriger Herzkrankheit starb, übernahm Ursula Ida Lapp zusammen mit ihren Söhnen Siegbert und Andreas die Leitung des Unternehmens. Sie trieben die Internationalisierung weiter voran. Heute ist das Unternehmen in allen wichtigen Märkten auf der Welt präsent – entweder mit eigenen Firmen oder mit Vertretungen.

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