Neuaufstellung Systeme Helmholz organisiert sich neu

Redakteur: Sariana Kunze

Firmengründer Manfred Helmholz zieht sich nach knapp drei erfolgreichen Jahrzehnten aus dem operativen Geschäft zurück. Gemeinsam mit seinen langjährigen Führungskräften will er nun die Voraussetzungen für eine stabile Zukunft schaffen.

Firmen zum Thema

Die Geschäftsleitung der neuen Firma übernehmen mit Carsten Bokholt (rechts) und Karsten Eichmüller (links) zwei langjährige Führungskräfte aus den eigenen Reihen.
Die Geschäftsleitung der neuen Firma übernehmen mit Carsten Bokholt (rechts) und Karsten Eichmüller (links) zwei langjährige Führungskräfte aus den eigenen Reihen.
(Bild: Helmholz)

„Wir fragen zu oft, was neu ist – und fragen zu selten, was gut ist.“ Diese Idee bestimmt die Innovationskraft bei Helmholz seit 28 Jahren. Schon als Manfred Helmholz 1988 mit zwei Mitarbeitern ein Ingenieurbüro für Software und Anlageninbetriebnahme in Erlangen-Dechsendorf gründete, wollte er das Rad in der Automatisierungstechnik nicht unbedingt neu erfinden. Vielmehr ging es dem Praktiker darum, Bekanntes besser zu machen, Aufgaben eleganter zu lösen, Komponenten kleiner und einfacher zu konstruieren als seine Mitbewerber.

Der Erfolg gab und gibt dem Gründer von Systeme Helmholz Recht: Mehr als sieben Mio. Produkte wurden mittlerweile verkauft. Heute arbeiten am 2008 bezogenen, repräsentativen Stammsitz im fränkischen Großenseebach 100 Angestellte. Und mit fünf Auslandsniederlassungen in den Benelux-Staaten, Frankreich, China, Spanien und Kroatien sowie mit knapp 50 internationalen Vertriebspartnern ist Helmholz inzwischen weltweit aktiv. „Made in Germany“ gilt trotzdem noch immer für alle Produktionsprozesse.

Aus Systeme Helmholz wird Helmholz

Gründer Helmholz hat seine Nachfolge mit Tatkraft geplant. Konkret geht es dabei um eine behutsame Neuordnung der Firmenstruktur: Die neu gegründete Helmholz GmbH & Co. KG übernimmt das komplette operative Geschäft der bisherigen Systeme Helmholz GmbH. Für Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter ändert sich damit bis auf den Firmennamen in der Anschrift nichts: Die Geschäftsleitung der neuen Firma übernehmen mit Carsten Bokholt, bisher schon verantwortlich für Technik & Entwicklung, und Vertriebsleiter Karsten Eichmüller zwei langjährige Führungskräfte aus den eigenen Reihen. Über die in Helmholz Holding GmbH umbenannte ehemalige Systeme Helmholz GmbH bleibt das Unternehmen zudem im Besitz von Manfred Helmholz, der in der Holding weiter als Geschäftsführer fungiert. Alle Arbeitsplätze bleiben ebenso erhalten wie der Firmensitz in Großenseebach. Nicht zuletzt sind damit auch der direkte Support und die persönliche Beratung in allen Automatisierungsfragen durch die zuständigen Helmholz-Mitarbeiter weiterhin übergangslos gewährleistet.

Die Lieferbarkeit der Produkte für die S7-300 und Profibus-Welt ist ebenso langfristig gesichert wie der Übergang zu Profinet und den passenden Produkten. Das betrifft insbesondere das I/O-System TB20 sowie die Infrastrukturkomponenten für Profinet, aber auch andere Automatisierungsbussysteme wie z.B. EtherCAT.

Profinet und Datensicherheit für die Zukunft

Über das Thema Profinet hinaus beschäftigt sich Helmholz aktuell mit weiteren aktuellen Kundenanforderungen. Ein zentrales Thema ist in diesem Zusammenhang die Datensicherheit. Mit dem Siegeszug der Ethernet-Vernetzung spielt die sichere Integration von Maschinennetzen in das übergeordnete Produktionsnetzwerk eine zentrale Rolle. Mit der neuen Firewall Wall IE bietet Systeme Helmholz eine Lösung, die Bridge- und Firewall-Funktionen verbindet: Ein Paketfilter schützt die Netze vor unerlaubtem Zugriff. Sollen dabei identische IP-Adressbereiche realisiert werden, fungiert WALL IE als Bridge.

Beim Thema Ein- und Ausgabe-Baugruppen (I/O) bieten in der Industrieautomation dezentral verdrahtete I/O-Systeme längst Vorteile bei Projektierung, Wartung und im laufenden Betrieb. Mit TB20 verfügt Helmholz schon länger über ein leistungsfähiges dezentrales I/O-System. Praxisnahe Details – wie etwa eine konsequente Dreiteiligkeit der Module – gewährleisten eine hohe Effizienz und eine optimale Handhabung. Im nächsten Schritt wird TB20 zum vollständigen Automatisierungssystem ausgebaut werden.

Auch das Thema Fernwartung mit einer VPN-Management-Lösung bleibt aktuell: Vor allem Anlagenhersteller nutzen die REX-Industrierouter, um auf sichere und flexible Art direkt auf die Ethernet-Anlagen ihrer Kunden zuzugreifen. So lassen sich Steuerungen, Maschinen oder andere Geräte komfortabel über Internet fernwarten. Dabei werden über eine Schnittstelle alle gängigen Engineering Tools unterstützt. Aber auch der Zugriff auf andere Anwendungen sowie auf serielle Geräte lässt sich mit entsprechenden Varianten der REX-Router realisieren. Im Ergebnis befindet sich der Wartungs-PC virtuell in der Anlage des Kunden. Datenpakete können also direkt in das Automatisierungsnetzwerk weitergeleitet werden. Entsprechend hoch sind die Sicherheitsanforderungen. Die Datenübertragung erfolgt deshalb generell verschlüsselt über einen sicheren VPN-Tunnel.

(ID:44336841)