Engineering-Plattform

Teamarbeit: Kommunikationsplattform bringt Autorensysteme unter einen Hut

| Autor: Reinhard Kluger

Teamarbeit: Mechanik, Steuerungstechnik und SPS-Software sind über den Syngineer direkt miteinander verbunden.
Teamarbeit: Mechanik, Steuerungstechnik und SPS-Software sind über den Syngineer direkt miteinander verbunden. (Bild: Eplan)

Plattform Mechatronisches Engineering heißt Teamarbeit. Damit dabei jeder auch über die Schritte der anderen informiert ist, hat Eplan eine Kommunikationsplattform entwickelt. Sie bringt die Autorensysteme Eplan, MCAD und SPS-Software unter einen Hut.

Nun können die unterschiedlichen Teams aus den Bereichen Mechanik, Steuerungstechnik sowie SPS-Software besser in Sachen Mechatronik zusammenarbeiten. Möglich machen soll das Syngineer, eine neue Kommunikations- und Informationsplattform von Eplan. Sie bildet die mechatronische Struktur der Maschine ab, bestehend aus ihren Anforderungen, Funktionen und Komponenten. Die Kommunikationsplattform bietet einen skalierbaren Einstieg für Unternehmen jeder Größe, die wirkungsvolle Engineering-Unterstützung, schnelle Direktkommunikation und effiziente Ergebnisse suchen. Um die Anforderungen an eine Maschine für alle beteiligten Engineering-Disziplinen transparent darzustellen, werden diese im Syngineer mechatronisch definiert. Maximilian Brandl, Vorsitzender der Geschäftsführung von Eplan und Cideon, erklärt: „Mit dem Syngineer schaffen wir eine gemeinsame Sicht auf die zu konstruierende Maschine. Abstimmungs- und Verwaltungsaufwände zwischen den verschiedenen Engineering Prozessen werden so strukturiert und automatisiert – Konstruktions- und Entwicklungsprozesse damit parallelisiert und deutlich verkürzt.“

Engineering-Prozesse synchronisieren

Alle am Prozess beteiligten Engineering-Disziplinen müssen sich auf eine klare, einheitliche und transparente mechatronische Struktur einigen. Anforderungen und Funktionsweisen werden in dieser Struktur definiert und dokumentiert. So können beispielsweise Kundenanforderungen und deren Umsetzung in Technologien und Funktionen die Basis für diese Strukturen bilden, die dann bis einschließlich der mechatronischen Komponenten spezifiziertt werden können.

Die verschiedenen Autorensysteme, also Eplan, MCAD- und SPS-Software, lassen sich über ein Browser Add-in koppeln und so an die Kommunikationsplattform anbinden. Der gleiche Kommunikationsprozess ist darüber hinaus auch für unterschiedliche MCAD-Systeme möglich. Im zweiten Schritt lassen sich die Engineering-Prozesse der verschiedenen Disziplinen, die heute vielfach sequenziell durchlaufen werden, viel stärker parallelisieren. Dazu werden die Komponenten der Autorensysteme mit der mechatronischen Struktur im Syngineer per Drag & Drop verknüpft. Durch eine Kooperation mit 3S-Smart Software Solutions (Codesys) fließt zugleich Expertenwissen im Bereich SPS-Softwareentwicklung ein. Konzipiert ist die Kommunikationsplattform systemoffen, so dass zukünftig weitere Autorensysteme integriert werden können.

Offen auch für andere Autorensysteme

Um unterschiedliche Disziplinen effektiv zu vernetzen, bedarf es der Cloud-Technologie. Sie bietet die Option, in Echtzeit und standortübergreifend miteinander zu kommunizieren. Ein Host in der Cloud ermöglicht über einen Browser den Zugang. Änderungen oder neue Anforderungen können direkt den jeweils betroffenen Disziplinen zugewiesen werden. Diese werden dann zeitgleich informiert und können nach Erledigung des Auftrags ihren mechatronischen Erledigungsstatus verändern. Aufgaben lassen sich individuell von jedem Projektbeteiligten zuweisen, aufteilen und erledigen. Automatische Benachrichtigungen über Veränderungen vermeiden Fehler und sichern eine abteilungsübergreifende Kommunikation.

Mechatronische Stückliste

Sind die Autorensysteme miteinander über die Kommunikationsplattform verknüpft, können die Konstrukteure zusätzlich online über eine Chat-Funktion kommunizieren. Mit einem System automatischer Benachrichtigungen werden zudem die Konstrukteure aller beteiligten Engineering-Disziplinen über Veränderungen in anderen Bereichen informiert. So erhalten zum Beispiel der Mechanik-Konstrukteur und der Softwareentwickler automatisch eine Benachrichtigung, wenn der Elektrotechniker einen Elektromotor gegen ein anderes Modell austauscht. Sie können dann überprüfen, ob diese Änderung Einfluss auf ihre eigene Arbeit hat.

Hervorzuheben ist: Der Syngineer konkurriert nicht mit einem PDM- oder PLM-System, sondern erweitert dessen Funktionsumfang. Nach wie vor werden die disziplinspezifischen Prozesse mit dem gemeinsamen PDM/PLM-System verwaltet. Durch die Verknüpfung der Komponenten aus den disziplinspezifischen Autorensystemen mit der Kommunikationsplattform wird aus diesen Verknüpfungs-Informationen die „Bauanleitung“ für die mechatronische Stückliste an das PDM/PLM-System übergeben. Dadurch müssen die mechanische und die elektrotechnische Stückliste nicht mehr manuell abgeglichen werden, um Dubletten bei der Bestellung zu vermeiden. Voraussetzung ist, dass sowohl die mechanische Konstruktion als auch die Elektrokonstruktion eine Schnittstelle zum PDM/PLM-System hat.

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