Umfrage Technikradar 2024: Umweltschutz hängt vom Alter ab

Quelle: Acatech 2 min Lesedauer

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Das ist ein Ergebnis des Technikradar 2024 der Acatech, für das vergangene Repräsentativumfragen vergleichend ausgewertet wurden. So trifft die Aussage, dass der Erhalt einer intakten Umwelt erfordert, dass alle ihren Konsum reduzieren, bei den 16 bis 34-Jährigen zuletzt auf vergleichsweise wenig Einverständnis – mit einem Durchschnittswert von 6,8 auf einer Skala von 0 bis 10. Bei den über 65-Jährigen liegt der Wert bei 7,9.

Das Technikradar umfasst eine regelmäßige Repräsentativbefragung der Bevölkerung zu Einstellungen, Wünschen, Hoffnungen, Befürchtungen und Bedarfen zu neuen Technologien und deren Implikationen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Das Technikradar umfasst eine regelmäßige Repräsentativbefragung der Bevölkerung zu Einstellungen, Wünschen, Hoffnungen, Befürchtungen und Bedarfen zu neuen Technologien und deren Implikationen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Kurz nach der Europawahl zeigt das Technikradar 2024 der Acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, wie sich die Technikeinstellungen in der Bevölkerung in den letzten Jahren verändert haben und dass die Deutschen im Vergleich mit ihren europäischen Nachbarn Technik differenzierter bewerten. Die Daten aus den seit 2017 regelmäßig durchgeführten Repräsentativumfragen lassen einen Längsschnittvergleich zu – und dieser macht deutlich: In einigen zentralen Fragen haben sich ältere und jüngere Menschen in Deutschland stetig voneinander entfernt.

Ältere sind technikskeptischer – und benötigen eine andere Ansprache

Auch bei anderen Fragestellungen haben sich die Ansichten von jüngeren und älteren Deutschen voneinander entfernt. Die Generation 65plus teilt laut der jüngsten Befragung eher die Befürchtung, dass Technik ihre Freiheit einschränken könnte. Bei der Aussage „Je weiter sich die Technik entwickelt, desto mehr Zwänge wirken auf den Menschen“ erreicht die Zustimmung der älteren Altersgruppe auf einer Skala von 0 (volle Ablehnung) bis 10 (volle Zustimmung) einen Wert von 7,0. Die 16 bis 34-Jährigen weisen mit 5,7 im Vergleich mit allen anderen untersuchten Gruppen den niedrigsten Wert auf.

Nur wenn sich alle Gruppen gleichermaßen adressiert fühlen, wird sich ein breites Bedürfnis nach Mitbestimmung entwickeln – was am Ende die Voraussetzung ist, damit Technik im Sinne der Gesellschaft gestaltet werden kann.

Acatech-Präsidiumsmitglied und Co-Projektleiter Ortwin Renn

Deutsche bewerten Technik differenziert

Die Erhebungen des Technikradar zeigen, dass die Deutschen Technik sehr differenziert und stark anwendungsbezogen bewerten.

  • Der Einsatz von Robotern in der Pflege wird beispielsweise mit einem Wert von 3,9 im Jahr 2022 eher kritisch gesehen, auch wenn die Nutzenbewertung seit 2017 stetig gestiegen ist (vgl. 2017: 3,4).
  • Ein stärkerer Einsatz von Robotern im Bausektor wird hingegen mit einem Wert von 5,1 als deutlich nützlicher eingeschätzt.

Kontrollierter Fortschritt – die Deutschen im europäischen Vergleich

Die Aussage „Dem technischen Fortschritt dürfen keine Grenzen gesetzt werden“ trifft bei 30,1 Prozent der Befragten auf Zustimmung, während sie von 36 Prozent abgelehnt wird. Ein Drittel (33,9 Prozent) ist unentschlossen. Eine ähnliche Verteilung konnte auch bereits bei früheren Erhebungen beobachtet werden.

Im europäischen Vergleich – das zeigt eine Analyse der Eurobarometer-Umfragen, die für das Technikradar 2024 durchgeführt wurde – wünschen sich die Deutschen jedoch vergleichsweise mehr Kontrolle über den technischen Fortschritt als ihre Nachbarn. Bei der jüngsten Eurobarometer-Erhebung aus dem Jahr 2021 stimmten unter den deutschen Befragten rund 25 Prozent der Aussage „Es sollte keine Grenze geben, was Wissenschaft untersuchen darf“ zu. Der durchschnittliche Zustimmungswert über alle europäischen Länder hinweg lag dagegen bei rund 41 Prozent.

Die Deutschen sind entgegen dem Klischee nicht technikfeindlich, sondern schauen genauer hin. Sie wollen erst Erfahrungen mit technologischen Innovationen sammeln und ihre Anwendungen erproben, bevor sie urteilen. Sie stehen Innovationen im Kern offen gegenüber, beobachten aber zugleich deren Wirkungen kritisch. Im europäischen Vergleich sind die Deutschen sogar optimistischer, was die langfristigen Folgen des technischen Fortschritts angeht.

Thomas Paulsen, Vorstand der Körber-Stiftung

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