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Leitungen & Steckverbinder Technischer Sprung nach vorn: Lapp mit neuer Konfektion von Servoleitungen

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Eine neue Generation von Servokonfektionen hat Lapp auf der Hannover Messe vorgestellt. Mit der Ölflex Connect Servo versprechen die Stuttgarter dem Anwender vielfältigere und bessere Anschlusslösungen für elektrische Antriebe, die zudem weltweit verfügbar sind.

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Die neuen Ölflex Connect Servo Konfektionen sind technisch besser als herkömmliche Lösungen.
Die neuen Ölflex Connect Servo Konfektionen sind technisch besser als herkömmliche Lösungen.
(Bild: Lapp/ Lazi)

„Mit der Weltneuheit bauen wir unser breites Angebot für die Branche wesentlich aus“, erklärte Technik-Vorstand Georg Stawowy anlässlich einer Pressekonferenz in Hannover. Der Stuttgarter Hersteller von integrierten Verkabelungslösungen will damit sukzessive Varianten für alle gebräuchlichen Antriebs-Standards einführen. Alle Varianten sind in einer breiten Auswahl an Steckergrößen von M15 bis M58 und Kabelquerschnitten von 1,5 bis 10 mm² verfügbar.

Dazu hat der Kunde die Wahl zwischen den drei Performance-Klassen Basic Line, Core Line und Extended Line. „Mit dem erweiterten Portfolio geht Lapp auf die vielfältigen Anforderungen der Anwender ein und bietet für jedes Anwendungsszenario die passende Lösung“, sagt Georg Stawowy und nennt gleich einen weiteren Vorteil für die Anwender: die Abschirmung gegen elektromagnetische Störungen, die gegenüber bisherigen Lösungen messbar verbessert wurde.

Passende Steckverbinder

Um die technischen Vorteile und zudem eine höhere Prozessstabilität in der Fertigung zu realisieren, hat Lapp eigens neue Servoleitungen entwickelt. Die Firma Intercontec war von Anfang an in den Entwicklungsprozess eingebunden und entwickelte in enger Abstimmung mit Lapp passende Steckverbinder, die zusammen mit den neuen Servoleitungen und dem Herstellungsprozess ein komplementäres Gesamtsystem bilden.

Die Leitungen und die Stecksysteme werden in einem ebenfalls von Lapp eigens entwickelten automatisierten Verarbeitungsprozess zur neuen Generation von Servokonfektionen verarbeitet.

Die Ölflex Connect Servo Konfektionen werden zunächst ab Juni 2015 am Hauptstandort in Stuttgart gefertigt, in weiteren Schritten wird Lapp spezialisierte Produktionsstätten in Asien und Nordamerika aufbauen.

Georg Stawowy, Technik-Vorstand, Lapp: „Wir sind der einzige Hersteller, der diese Fertigungstiefe bei Servokonfektionen auf drei Kontinenten abbilden kann.“
Georg Stawowy, Technik-Vorstand, Lapp: „Wir sind der einzige Hersteller, der diese Fertigungstiefe bei Servokonfektionen auf drei Kontinenten abbilden kann.“
(Bild: I. Näther)

Neue Servokonfektionen für einen wachsenden Markt

Nach den Erfahrungen von Lapp stellen Maschinen- und Anlagenbauer verstärkt auf elektrische Antriebe um, weil diese mehr Effizienz und präzisere Steuerung ermöglichen. Damit steigen auch die Nachfrage und die Anforderungen. „Als weltweit aufgestellter Kabelhersteller mit Konfektions-Kompetenz sind wir bestens aufgestellt, um die Anforderungen dieses wachsenden Marktes zu befriedigen“, sagt der Technik-Vorstand. Lapp ist laut Stawowy der einzige Hersteller, der diese Fertigungstiefe bei Servokonfektionen auf drei Kontinenten abbilden kann. So will die Unternehmensgruppe insbesondere ihre global agierenden Kunden international mit gleicher Qualität beliefern.

Bessere EMV-Abschirmung

Der besondere technische Vorteil gegenüber bisherigen Servokonfektionen liegt laut Stawowy neben der hohen Qualität der Komponenten in der 360-Grad-Schirmabdeckung gegen elektromagnetische Störungen. Diese wird durch das neu entwickelte automatisierte Fertigungsverfahren möglich, das die Ummantelung des Kabels entfernt, die Schirmung leicht aufspreizt und rundherum einen Kontakt zum neuen Stecksystem herstellt. Die elektromagnetische Abschirmung ist damit nach Angabe des Unternehmens messbar besser.

„Ob in Asien, Nordamerika oder Europa – die Konfektionierung nach dem neuen Verfahren ermöglicht einen Automatisierungsgrad, der zu einer höheren Prozessstabilität und letztlich höheren Qualität führt“, betont Georg Stawowy.

Zudem reagiert die Lapp Gruppe mit der automatisierten Kabelkonfektionierung auf den Trend zu Plug and Produce in der Fertigungsindustrie. „Immer mehr Kunden wollen nicht mehr nur Kabel als Meterware kaufen, sondern fertig konfektionierte Systeme von Leitungen und Steckverbindern, teilweise auch schon eingebaut in ein integrationsfähiges Baugruppensystem, wie Schleppketten“, so die Erfahrung des Fachmanns.

Ab Juni kommt die Ölflex Connect Servo mit Stecker nach Siemens-Standard auf den Markt. Sieben weitere Steckertypen, die alle in der Industrie gängigen Standards abdecken, sollen folgen.

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