Gefahrenpotenzial Feuer

Tipps zum Brandschutz im Rechenzentrum

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Das richtige Löschmittel

Um die IT nach durchgeführter Löschung wieder schnell verfügbar zu machen, ist es wichtig, dass das Löschmittel die Elektronik nicht beeinträchtigt. So darf das Löschmittel nicht leitend sein und keine Rückstände hinterlassen. Wasser oder Aerosollöschmittel erfüllen diese Anforderungen nicht.

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Für die Löschung von IT-Anwendungen werden bevorzugt Inertgase wie Argon oder Stickstoff oder chemische Löschmittel wie Novec 1230 eingesetzt, deren Löschwirkung durch die Verdrängung des Sauerstoffes erzielt wird. Letzteres entzieht der Flamme Wärme und ist dabei weder korrosiv noch elektrisch leitend. Zudem ermöglicht Novec 1230 eine Bevorratung auf kleinem Raum im IT-Rack.

Löschen mit Erfolg

Neben einer ausreichenden Menge an Löschmittel muss eine ausreichende Dichtigkeit des IT-Racks gegenüber der Umgebung gegeben sein. Sowohl der Serverschrank als auch eventuell angereihte Kühleinheiten dürfen keine Öffnungen aufweisen. Kabel- und Rohreinführungen müssen ebenso abgedichtet werden wie eingelegte Bodenelemente zum Rahmen und zueinander.

Es dürfen nur Kühllösungen eingesetzt werden, die keine Luft mit der Umgebung austauschen. Durch diese Maßnahmen wird sichergestellt, dass die zum Löschen notwendige Konzentration von Novec 1230 im Schrank erreicht und für den vorgegebenen Zeitraum gehalten wird.

Das Rittal Brandmelde- und Aktivlöschsystem DET-AC III bevorratet zwei Liter des Löschmittels in einem 19-Zoll Einschub mit nur einer Höheneinheit. Diese Menge reicht, um ein Volumen von 2,8 m³ zu löschen. Dies wurde durch den VdS, einer Prüfinstitution mit den Schwerpunkten Brandschutz und Sicherheit, geprüft und bestätigt.

Automatisierte Stromabschaltung wichtig!

Trotz aller Maßnahmen wird keine komplette hermetische Abdichtung erreicht und die Konzentration des Löschmittels fällt im Schrank in einer gewissen Zeit wieder ab. Da dies eine höhere Dichte als Luft hat, geschieht dies zuerst im oberen Bereich des Schrankes.

Innerhalb der Haltezeit – die Zeit, in der eine löschfähige Konzentration innerhalb des gesamten Schutzbereiches aufrecht zu erhalten ist – müssen die elektrischen Komponenten von der Energieversorgung getrennt werden. Dies kann automatisiert mit einer schaltbaren Power Distribution Unit (PDU) in Kombination mit einem Monitoring-System erfolgen. Geschieht dies nicht, kann es zu einem erneuten Entfachen eines Brandes kommen.

Einen positiven Einfluss auf eine homogene Verteilung des Löschmittels und somit auf eine längere Haltezeit hat eine horizontale Luftzirkulation des Kühlsystems.

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