Steute

Transformation: Vom Schaltgerät zum System

| Autor / Redakteur: René Scherer* / Ines Stotz

Gut bestückter Musterkoffer: Typisches Werkzeug für den Vertrieb von Investitionsgütern bei Steute in den 1960er Jahren.
Gut bestückter Musterkoffer: Typisches Werkzeug für den Vertrieb von Investitionsgütern bei Steute in den 1960er Jahren. (Bild: Steute)

Steute blickt auf mehr als fünf Jahrzehnte in der Elektro- und Automatisierungstechnik zurück und befindet sich aktuell in einer Transformationsphase vom Schaltgerätehersteller zum Systemanbieter.

Im April 1961 begann Steute in Bad Oeynhausen mit der Produktion von Positions- und Endschaltern. Das Unternehmen profitierte stark von der damals einsetzenden Automatisierung – und davon, dass die Unternehmen des Maschinenbaus ihre Fertigungstiefe reduzierten. Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar, dass viele Maschinenbauer ihre Schaltgeräte in den 50er und 60er Jahren noch selbst produzierten und Steute die Kunden vom „Outsourcing“ – wie man es heute nennen würde – überzeugen musste.

Immerhin wurde auf diese Weise der Grundstein für die bis heute anhaltende Kundenorientierung auch in der Entwicklung gelegt. Von Beginn an hat das Unternehmen viele kundenspezifische Schaltgeräte gefertigt und setzt diese Tradition bis heute fort.

In den 1970er Jahren etablierte sich Steute im anspruchsvollen und damals stark wachsenden Markt der Sicherheits-Schaltgeräte. 1997 wird die Medizintechnik als eigenes Geschäftsfeld gegründet, 2010 erfolgt eine Neuausrichtung der Geschäftsbereiche mit „Wireless“ als viertem Geschäftsfeld.

Schaltgeräte-Spezialist feiert 50. Jubiläum

Steute Schaltgeräte

Schaltgeräte-Spezialist feiert 50. Jubiläum

31.05.11 - steute Schaltgräte feiert mit allen 200 Mitarbeitern das 50. Firmanjubiläum. 1961 wurde das Unternehmen von einem jungen Konstrukteur und einem kaufmännischen Partner in Bad Oeynhausen gegründet. lesen

Spezialist für anspruchsvolle Schaltgeräte

Heute gilt Steute weltweit als Spezialist für die Entwicklung und Fertigung von hochwertigen Schaltern, Sensoren und Bediensystemen, die in besonders anspruchsvollen Anwendungen zum Einsatz kommen. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf vier Aufgabenfelder: allgemeine Automation, Extrem-Anwendungen (unter anderen in Ex-Bereichen), Medizintechnik und Wireless. In allen Geschäftsbereichen fertigt Steute neben einem umfassenden Standardprogramm auch Schaltgeräte und Bediensysteme, die individuell für einzelne Kunden entwickelt werden.

Die Produktion in Löhne/ Westfalen arbeitet mit hoher Fertigungstiefe und – wie es für mittelständische Familienunternehmen typisch ist – großer Flexibilität. Ein großzügiges, neu gebautes Entwicklungszentrum trägt der Tatsache Rechnung, dass der Engineering-Aufwand hoch ist. Das internationale Vertriebs- und Servicenetz sowie Montagewerke in Brasilien und China gewährleisten die internationale Verfügbarkeit der Steute-Schaltgeräte. Weltweit werden 350 Mitarbeiter beschäftigt.

Aktuelle Innovationen: Funknetzwerke und interoperable Bediensysteme

Die bisherige Unternehmensentwicklung hat merklich an Dynamik gewonnen. Das wird deutlich, wenn man die aktuellen Veränderungen bei Steute in den Blick nimmt. Aufbauend auf dem breiten Programm an Funkschaltgeräten und -sensoren hat das Unternehmen vor zwei Jahren erstmals eine komplette Infrastruktur für Funkschaltgeräte geschaffen – das Funknetzwerk sWave.NET, das die Anbindung der Schaltgeräte und Sensoren in Fertigung oder Intralogistik in übergeordnete IT-Systeme, wie ERP, LVS, MES und BDE, erlaubt.

Die zweite sWave.NET-Generation, die mittlerweile vorgestellt wurde, erledigt diese Aufgabe mit einer einfach zu konfigurierenden „Sensor Bridge“ als Software-Schnittstelle. Das aber heißt: Steute liefert den Kunden keine Schaltgeräte mehr, sondern ein komplettes System für die bruchlose Kommunikation zwischen der Fertigung und der vernetzten Welt der digitalen Dienste. Eine ähnliche Entwicklung vollzieht sich in der Medizintechnik, wo Steute ebenfalls „interoperable“ Bediensysteme entwickelt hat, mit denen der Operateur mehrere komplexe Medizingeräte bedienen kann.

Funknetzwerke für die Montage- und Handhabungstechnik

Kommunikation

Funknetzwerke für die Montage- und Handhabungstechnik

06.10.17 - Der Steute-Geschäftsbereich Wireless wird – gemeinsam mit dem Vertriebspartner Steute & Philippin – auf der Motek neue Komponenten und Funktionen des Funknetzwerks s-Wave.NET vorstellen. Dazu gehört ein Funk-Terminal mit einem zweizeiligen Display und drei frei belegbaren Tastern, das der Bediener zum Beispiel nutzen kann, um Nachschub zu ordern oder vom (Montage-)Arbeitsplatz aus Bestellvorgänge auszulösen. lesen

Mitten in der Transformation

Diese aktuellen Produkt- oder besser Systementwicklungen haben weitreichende Konsequenzen für fast alle Unternehmensbereiche: Mit sWave.NET bietet Steute der Industrie keine reine „Hardware“ in Form von Schaltgeräten und Sensoren, sondern ein Komplettpaket mit Access Points, über die sich unterschiedliche Bedien- und Schaltgeräte über eine gemeinsamen Kommunikationsplattform in die Unternehmens-IT integrieren lassen. Das erfordert – zum Beispiel – neue Wege in der Kundenansprache und auch eine tiefere Kooperation mit den Kunden in der Projektierungsphase. Kurz: Steute befindet sich mitten in der Transformation, die letztlich durch die Digitalisierung getrieben wird, und hat mit sWave.NET eine Plattform entwickelt, die den Kunden letztlich die Digitalisierung ihrer Fertigungsprozesse erleichtert. Zu den ersten Anwendern des Funknetzwerks gehören Hersteller von Konsumgütern (Küchen, Sportgeräte), Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) und von mobilen E-Kanban-Systemen in der Intralogistik.

* René Scherer, Leitung Marketing, Steute Schaltgeräte GmbH & Co. KG

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